 !"#$%&%'(%(# 
)*+#',"# 
%+)!-+',./ 
Erfahrung hat fr Fresenius Medical Care 
einen besonderen Wert, obwohl 
und gerade weil wir ein noch junges 
Unternehmen sind. 
Als wir vor rund ?@ Jahren 
begannen, Dialyseprodukte herzustellen, 
gehrten wir zu den Pionieren unserer 
Branche. Damals lautete das Ziel: das Leben 
von Patienten mit chronischem Nierenversagen 
bestmglich zu erhalten. 
Inzwischen bieten wir nicht nur 
Produkte fr die Dialyse an, sondern wir 
versorgen auch selbst Dialysepatienten  
im grten Kliniknetz weltweit. 
Dank der Entwicklung von Medizin und 
Technik lautet unser Ziel inzwischen: 
die Lebensqualitt von Patienten 
mit chronischem Nierenversagen 
kontinuierlich zu verbessern. 
Von diesem beachtlichen Fortschritt bei 
der Behandlung der Patienten haben wir 
als fhrendes Dialyseunternehmen 
profitiert. Wir haben aber auch selbst 
mageblich dazu beigetragen  
dank unserer einzigartigen Erfahrung. 
     !"#$%"&'(    

 !"#0!1-(# 
',"%+%# 
%+)!-+',.# 
%2,32.!+(2./ 
Als vertikal integriertes Unternehmen 
stellen wir nicht nur Produkte fr die 
Dialyse her und entwickeln Therapieverfahren, 
sondern wir verwenden unsere 
Produkte und Verfahren auch tglich 
in den eigenen Kliniken. 
Unsere Erfahrung ist deshalb einzigartig 
vielseitig: Sie reicht von der Beschaffung und 
komplexen Fertigungstechnologien 
ber das Qualittsmanagement bis hin zur 
um fassenden Versorgung von Patienten, 
auch auf Basis hoch entwickelter klinischer 
Qualittsdatenbanken. 
Unsere Erfahrung ist zudem einzigartig 
vernetzt: Der Austausch mit den Patienten, 
rzten und Dialysefachkrften in unseren 
Kliniken hilft uns dabei, unsere Leistungen 
und Produkte kontinuierlich zu verbessern  
und dadurch Wert fr unsere 
Anspruchsgruppen zu schaffen. 
     !"#$%"&'(    

    *+,+-'     
3'5',)(. 


6%$%," %+(.


Fr Menschen. Weltweit. 

Jeden Tag. 
.%"(!6(%,.


Mehr 
als 
drei 
Jahrzehnte 
Erfahrung 

in 
der 
Dialyse, 
zukunftsweisende 
Forschung, 
Weltmarktfhrer 
bei 
Dialysetherapien 
und 
Dialyseprodukten 
 
dafr 
steht 
Fresenius 
Medical 
Care. 


Dank 
unserer 
innovativen 
Technologien 
und 
Behandlungskonzepte 
knnen 
nierenkranke 
Patienten 
heute 
mit 
deutlich 
mehr 
Zuversicht 
nach 
vorne 
schauen. 
Wir 
geben 
ihnen 
eine 
Zukunft 
mit 
hchstmglicher 
Lebensqualitt. 


Die 
steigende 
Nachfrage 
nach 
modernen 
Dialyseverfahren 
nutzen 
wir 
und 
arbeiten 
konsequent 
am 
Wachstum 
des 
Unternehmens. 
Mit 
unseren 
Mitarbeitern 
setzen 
wir 
unsere 
Strategien 
fr 
die 
Technologiefhrerschaft 
zielorientiert 
um. 
Dabei 
bedienen 
wir 
als 
vertikal 
integriertes 
Unternehmen 
die 
gesamte 
Wertschpfungskette 
in 
der 
Dialyse. 


Unser 
Mastab 
sind 
medizinische 
Standards 
auf 
hchstem 
Niveau. 
Wir 
tragen 
mit 
diesem 
Engagement 
gleichermaen 
Verantwortung 
fr 
unsere 
Patienten, 
Partner 
im 
Gesundheitssystem 
und 
Investoren, 
die 
auf 
die 
Zukunftsund 
Ertragssicherheit 
von 
Fresenius 
Medical 
Care 
vertrauen. 



ANUNSEREAKTIONREAN UNSERE AKTIONRE 
KOMPETENZFreseniusMedicalCarestehtfreine
einzigartige 
Kompetenz 
bei 
Produkten 
und 
Dienstleistungen 
fr 
Patienten 
mit 
chronischem 
Nierenversagen. 



1 


 



2UNSERGESCHFTSJAHRUNSER GESCHFTSJAHR 
INNOVATIONWirwollenmitinnovativenTechnologienundBehandlungskonzeptendieLebensqualittvonNierenpatientenkontinuierlichverbessern

31 


Kapitel 2.1 

G
GGE
EES
SSC
CCH
HH
F
FFT
TTS
SST
TT
T
TTI
IIG
GGK
KKE
EEI
IIT 
TT

U
UUN
NND
DDR
RRA
AAH
HHM
MME
EEN
NNB
BBE
EED
DDI
IIN
NNG
GGU
UUN
NNG
GGE
EEN 
NN

GESCHFTSTTIGKEIT 
UND 
KONZERNSTRUKTUR 


Fresenius Medical Care ist der weltweit fhrende 
Anbieter von Produkten und Dienstleistungen, die 
bei einer Dialyse bentigt werden. Die Dialyse ist 
ein lebensnotwendiges Blutreinigungsverfahren, 
das die Funktion der Niere bei einem Nierenversa-
gen ersatzweise bernimmt. Durch die Behandlung 
werden Schlackenstoffe und berschssiges Was-
ser, die bei gesunden Menschen ber den Harn aus-
geschieden werden, aus dem Krper entfernt, da 
die Nieren des Patienten diese Aufgabe nicht mehr 
erfllen knnen. 

Als vertikal integriertes Unternehmen bietet Fresenius 
Medical Care Produkte und Dienstleistungen ent-
lang der gesamten Wertschpfungskette der Dia-
lyse an. Im Berichtsjahr haben wir weltweit in N.OPO 
eigenen Dialysekliniken NQR.SRT Dialysepatienten 
betreut. Dieses Kliniknetz  das grte und inter-
nationalste berhaupt  bauen wir kontinuierlich 
aus, um der stetig wachsenden Zahl der Dialysepa-
tienten Rechnung zu tragen. Zugleich sind wir mit 
mehr als RY Produktionssttten auf allen Kontinen-
ten der fhrende Anbieter von Dialyseprodukten 
wie Dialysegerten, Dialysatoren und damit ver-
bundenem Einweg-Zubehr. Die  gemessen an 
der Produktionsmenge  grten Werke befinden 
sich in den \]^ ( in Ogden, Utah, und in Walnut 
Creek, Kalifornien), in Deutschland (Schweinfurt 
und St. Wendel) und in Japan (Buzen). Daneben 
unterhalten wir Produktionssttten in europi-
schen und asiatischen Lndern sowie in Lateiname-
rika. Diese Werke decken in der Regel den lokalen 
Bedarf an Dialyseprodukten ab und sind deshalb 
deutlich kleiner als die oben genannten grten 
Werke. Weitere Informationen zu unserer Ferti-
gung finden Sie im Abschnitt Unsere Produktions-
sttten ab Seite 77; eine Liste der wesentlichen 
Beteiligungen ist im Finanzbericht ab Seite 879 
enthalten. 

Die Geschftsttigkeit von Fresenius Medical Care ist 
regional organisiert und in drei operative Segmente 
gegliedert: Nordamerika, International und Asien-
Pazifik. Fr Berichtszwecke haben wir die operati-
ven Segmente International und Asien-Pazifik zum 
Segment International zusammengefasst, weil die 

wirtschaftlichen Gegebenheiten in den beiden Seg-
menten einander stark hneln. Das gilt sowohl fr 
die vertriebenen Produkte, die Patientenstrukturen 
und die Vertriebsmethoden fr Produkte und Dienst-
leistungen als auch fr das wirtschaftliche Umfeld. 
Die Hauptverwaltung von Fresenius Medical Care wie 
auch die Administration des operativen Segments 
International befindet sich in Bad Homburg v.d.H. 
in Deutschland, unweit von Frankfurt am Main. 
Unsere nordamerikanische Niederlassung ist in 
Waltham, Massachusetts, \]^, angesiedelt, unsere 
Niederlassung fr die Region Asien-Pazifik in Hong-
kong. Einen berblick ber die Standorte von 
Fresenius Medical Care gibt Grafik N.Q.Q auf Seite <8. 

Leitung 
und 
Kontrolle 

Seit Februar *++, agiert Fresenius Medical Care in der 
Rechtsform einer Kommanditgesellschaft auf Aktien 
(KGaA). Die Organe von Fresenius Medical Care in 
der Rechtsform der AG & Co. KGaA sowie die Konzern-
leitungs-und -berwachungsstruktur werden im Cor-
porate-Governance-Bericht ab Seite '() vorgestellt. 
Im Dezember *++L hat Fresenius Medical Care seinen 
Vorstand neu strukturiert. Weitere Informationen 
hierzu finden Sie im Abschnitt Fr den Geschfts-
verlauf wesentliche Ereignisse ab Seite *+. Die 
Mitglieder des Vorstands werden auf Seite '. vor-
gestellt; Informationen zu den Mandaten von Vor-
stand sowie Aufsichtsrat finden Sie ab Seite '*/. 

Wichtige Produkte, Dienstleistungen 
und Geschftsprozesse 

Etwa *,+*L UVW Patienten unterzogen sich zum Ende 
des Jahres *+Z+ weltweit regelmig einer Dialysebe-
handlung. In der Dialyse unterscheidet man grund-
stzlich zwischen zwei Behandlungsverfahren: der 
Hmodialyse _`ab und der Peritonealdialyse _cab. 
Gesteuert durch eine Hmodialyse-Maschine wird 
bei der `a das Blut des Patienten mittels eines Dialy-
sators gereinigt. Bei der ca wird das Bauchfell, oder 
Peritoneum, des Patienten als filternde Membran 
genutzt. Das Geschft von Fresenius Medical Care 
umfasst beide Behandlungsverfahren. 

Als global fhrendes Unternehmen bieten wir in 
mehr als ZZe Lndern der Welt Dienstleistungen und 
Produkte fr Dialysepatienten an. Fresenius Medical 
Care ist mit diesem Angebotsspektrum im Wesentli-
chen in den folgenden Bereichen ttig: 

Fresenius Medical Care 2010 


2.1 Geschftsttigkeit und 
Rahmenbedingungen 
32 

Hmodialyse 

Fresenius Medical Care erbringt in ber ie Lndern 
weltweit Dialysedienstleistungen in eigenen Dialyse-
kliniken. Zum grten Teil werden die Patienten 
dort mit Hilfe der Hmodialyse _`ab behandelt 

 mit einem Anteil von ber nL o an den Behand-
lungen weltweit das weitaus hufigste Verfah-
ren in der Nierenersatztherapie. Die `a erfordert 
den Einsatz spezieller Produkte, allen voran Hmo-
dialysegerte und Dialysatoren, die als knstliche 
Niere an das Gert angeschlossen werden und 
Schadstoffe aus dem Blut des Patienten filtern. 
Fresenius Medical Care stellt diese und weitere Dia-
lyseprodukte weltweit fhrend her  fr den Einsatz 
innerhalb und auerhalb der eigenen Kliniken. Wei-
tere Informationen finden Sie im Kapitel Dialyse-
markt ab Seite .( sowie im Glossar auf Seite '*F. 

Heimdialyse 

Die beiden Therapieformen der Heimdialyse sind 
die Peritonealdialyse _cab siehe Seite /' sowie Glossar 
auf Seite 'G+ und die Heim-Hmodialyse. Insgesamt 

02 
08 
15 
14 
Bad Homburg, DE01 05 
03 
04 
09 
10 
11 
07 
13 
18 
12 
16 
17 
19 
20 
22 
23 
24 
25 
21 
06 
Waltham,USHongkong, CN
Amerika 

Waltham, 
US 
Niederlassung Nordamerika 

01 Ogden, US Dialysatoren 

02 Walnut Creek, US Dialysemaschinen 

03 Toledo, US Hmodialyse-Konzentrate 

04 Livingston, US Hmodialyse-Konzentrate 

05 Montreal, CA Hmodialyse-Konzentrate 

06 Irving, US Hmodialyse-Konzentrate 

07 Reynosa, MX Blutschlauchsysteme 

08 Guadalajara, MX Dialyselsungen 

09 Santaf de Bogot, CO Dialyselsungen 

10 Jaguarina, BR Dialysemaschinen 

11 Pilar, AR Hmodialyse-Konzentrate 

W
WWE
EES
SSE
EEN
NNT
TTL
LLI
IIC
CCH
HHE 
EE S
SST
TTA
AAN
NND
DDO
OOR
RRT
TTE 
EE 

Grafik (.'.' 

Europa 

Bad 
Homburg, 
DE 
Konzernzentrale 

12 Schweinfurt, DE Dialysemaschinen 

13 St. Wendel, DE Dialysatoren 

14 LArbresle, FR Dialysatoren& Dialyselsungen 
15 Cremona, IT Blutschlauchsysteme 

16 Borisov, BY 

Dialysatoren &Blutschlauchsysteme 

17 Krems, AT Adsorber 

18 Vrsac, SRB Dialysatoren& Dialyselsungen 

19 Antalya, TR Adsorber 

Verwaltung 
Produktion 


Asien-Pazifik 
Hongkong, 
CN 
Niederlassung Asien-Pazifik 

20 Inukai, JP Dialysatoren 

21 Buzen, JP Dialysatoren 

22 Jiangsu, CN Blutschlauchsysteme 

23 Coremed, MY Dialysatoren 

24 Smithfield, AU Hmodialyse-Konzentrate 

25 Victoria, AU Dialysesthle 

Fresenius Medical Care 2010 


33 


wurden im Berichtsjahr rund ZZ o aller Dialyse-
patienten weltweit mittels ca versorgt. Die Heim-
Hmodialyse ist noch immer ein kleiner Markt  nur 
etwa +,e o aller Patienten wurden Ende *+Z+ auf 
diese Weise behandelt. Insgesamt haben wir zum 
Ende des Berichtsjahres circa iL.+++ ca-Patienten 
und ungefhr i.+++ Heim-Hmodialyse-Patienten 
versorgt; damit erhalten circa Zn o aller ca-Patien-
ten und circa *n o aller Heim-Hmodialyse-Patienten 
ihre Dialyseprodukte von uns. 

Akutdialyse 

In der Regel leiden Dialysepatienten an chronischem 
Nierenversagen  einer Krankheit, die sich meist ber 
viele Jahre schrittweise entwickelt. Darber hinaus 
knnen Menschen aber auch im akuten medizinischen 
Notfall auf eine Dialysebehandlung angewiesen sein, 
denn die Niere kann  etwa nach einem schweren 
Unfall  auch kurzfristig versagen. Auch fr diese 
sogenannte Akutdialyse bietet Fresenius Medical 
Care Produkte und Dienstleistungen an. 

Dialysemedikamente 

Dialysemedikamente tragen zur horizontalen Erwei-
terung unseres Produktportfolios ber das Angebot 
von Dialysedienstleistungen und -produkten hinaus 
bei; sie passen damit ideal zu unserer strategischen 
Ausrichtung. blicherweise werden bei der Behand-
lung von Dialysepatienten Medikamente eingesetzt, 
die zur Korrektur der Blutarmut sowie zur Regulie-
rung des Mineralhaushalts bentigt werden. Das 
Spektrum umfasst blutbildende Substanzen (Ery-
thropoietin, |cW), Eisenprparate, Phosphatbinder, 
Vitamin-a-Prparate und sogenannte Kalzimimetika, 
siehe auch Glossar auf Seite '*F. Im Berichtsjahr 
haben wir unsere bereits bestehenden Aktivitten 

im Bereich der Dialysemedikamente ausgeweitet 
und mit der Schweizer Galenica Ltd. ein gemeinsa-
mes Unternehmen, die Vifor Fresenius Medical Care 
Renal Pharma Ltd., gegrndet, um Medikamente 
fr Nierenkranke zu entwickeln und weltweit zu 
vertreiben. Die Produkte dieses Gemeinschaftsun-
ternehmens werden zur Behandlung von Blutarmut 
und zur Regulierung des Knochenstoffwechsels bei 
Dialysepatienten und bei Patienten mit chronischem 
Nierenversagen eingesetzt, die noch keine Dialyse-
behandlung bentigen. Fresenius Medical Care ist zu 
}e o an dem neuen Unternehmen beteiligt. 

Labordienstleistungen 

Labordienstleistungen ergnzen das Dienstleistungs-
portfolio von Fresenius Medical Care. Nierenfach-
rzte sind auf umfangreiche Labortests angewiesen, 
um die Dialysetherapie auf jeden Patienten indivi-
duell abstimmen zu knnen. Die Qualitt der Test-
ergebnisse trgt wesentlich zur Behandlungs-und 
damit zur Lebensqualitt der Patienten bei. Im 
Geschftsjahr *+Z+ hat unsere Tochtergesellschaft 
Spectra Laboratories in den .. mehr als ,+ UVW 
Labordienstleistungen fr circa Z.Z.+++ Patienten 
erbracht (*++L: rund Zen.+++ Patienten). 

Holiday Dialysis International cdefg 

Menschen, die eine regelmige Dialyse bentigen, 
sind in der Regel nur sehr eingeschrnkt mobil; ein 
Urlaub oder Geschftsreisen in andere Lnder schei-
nen kaum mglich. Fresenius Medical Care bietet 
reisenden Hmo-und Peritonealdialyse-Patienten 
einen kostenfreien Buchungsservice fr die Dialyse-
versorgung auerhalb ihres gewohnten Umfelds. 
Dabei greifen wir sowohl auf die eigenen weltwei-
ten Klinken zurck als auch auf zertifizierte Kliniken 



F
FFR
RRE
EES
SSE
EEN
NNI
IIU
UUS 
SS M
MME
EED
DDI
IIA
AAL 
LL C
CCA
AAR
RRE 
EE W
WWE
EEL
LLT
TTW
WWE
EEI
IIT 
TT 

Tabelle (.'.( 

Fresenius 
Medical 
Care 


Berichtssegmente 

Nordamerika 

International 

Operative Segmente 

Nordamerika 

International 

Asien-Pazifik 

USA Europa Asien 
Kanada Lateinamerika Australien 
Mexiko Naher Osten 

Afrika 

Fresenius Medical Care 2010 


2.1 Geschftsttigkeit und 
Rahmenbedingungen 
34 

auerhalb unseres Netzes. So knnen Dialysepatien-
ten in nahezu allen Gegenden der Welt ihre lebens-
notwendige Behandlung erhalten. 

Wesentliche Absatzmrkte und 
Wettbewerbsposition 

Dialysedienstleistungen 

Fresenius Medical Care ist im Bereich der Dialyse-
dienstleistungen der weltweite Marktfhrer mit 
einem Marktanteil von etwa ZZ o, gemessen an der 
Anzahl der behandelten Patienten. Wir versorgen die 
meisten Dialysepatienten und verfgen, verglichen 
mit unseren Wettbewerbern, ber die grte Zahl 
von Dialysekliniken: Im Berichtsjahr behandelten wir 
rund *Z}.,}n Patienten in *..e. Kliniken weltweit. 
,} o unserer Patienten haben wir in Nordamerika 
betreut, Zn o in Europa, Z+ o in Lateinamerika und 
n o in der Region Asien-Pazifik. 

Dialyseprodukte 

Im Bereich der Dialyseprodukte hat die Bedeutung 
der Region Asien-Pazifik zugenommen: dort werden 
inzwischen Z. o der gesamten Produktumstze von 
Fresenius Medical Care erwirtschaftet. Unverndert 
ist allerdings Europa unsere wichtigste Absatzre-
gion mit einem Umsatzanteil von nahezu e+ o; in 
Nordamerika erwirtschaften wir *n o unserer Pro-
duktumstze, in Lateinamerika . o. Unser weltwei-
ter Marktanteil bei den Dialyseprodukten betrug im 
Jahr *+Z+ rund ii o; damit sind wir auch in diesem 
Bereich die Nummer eins geblieben. Der Marktanteil 
unserer Schlsselprodukte Dialysatoren und Dialyse-
maschinen lag mit mehr als }e o bzw. ee o sogar 
noch deutlich darber. 

Weitere Angaben zu den wesentlichen Absatzmrk-
ten und zur Marktposition von Fresenius Medical Care 
finden Sie im Kapitel Dialysemarkt ab Seite .(. 

Rechtliche und wirtschaftliche 
Rahmenbedingungen 

Fresenius Medical Care bietet lebensrettende Produkte 
und Dienstleistungen fr nierenkranke Menschen an. 
Wir sind daher Konjunkturzyklen nur in relativ gerin-
gem Mae unterworfen. Dadurch unterscheiden wir 
uns beispielsweise von Konsumgterherstellern, die 
einer eher zyklischen Produktnachfrage unterliegen. 
Die relative Unabhngigkeit unseres Geschfts vom 
allgemeinen konjunkturellen Klima wird auch im 

Zusammenhang mit der Finanz-und Wirtschaftskrise 
deutlich: Zwar werden geringfgig weniger Dialyse-
maschinen durch Gerte der neuesten Generation 
ersetzt, allerdings ist der Dialysemarkt im Ganzen 
davon nicht sprbar betroffen. 

Beeinflusst wird das Geschft von Fresenius Medical 
Care eher von staatlich festgelegten Erstattungs-
stzen und Vergtungssystemen. Die Vergtungs-
systeme fr die Dialysebehandlung unterscheiden sich 
von Land zu Land, oft sogar innerhalb eines Landes. 
Fresenius Medical Care bietet in mehr als ie Lndern 
mit unterschiedlichen Gesundheitssystemen und Ver-
gtungsstrukturen Dialysedienstleistungen an. Dank 
dieser internationalen Erfahrung knnen wir die Bem-
hungen der nationalen Gesundheitssysteme unter-
sttzen, passende Vergtungsstrukturen zu schaffen, 
unser Geschft den lokalen Gegebenheiten anpassen 
und dabei profitabel agieren. Weitere Angaben hierzu 
finden Sie im Kapitel Dialysemarkt ab Seite .(. 

Als lebensrettende Behandlung ist die Dialyse mit 
hchsten Anforderungen an Sicherheit und Qualitt 
verbunden. Diese Anforderungen sind in zahlreichen 
gesetzlichen Regelungen, Standards und Normen  
sowohl national als auch international  verankert, 
an denen sich unser unternehmerisches Handeln 
ausrichtet. 

Nicht zuletzt tragen demografische Faktoren zu wei-
ter wachsenden Dialysemrkten bei, unter anderem 
die lter werdende Bevlkerung und die steigende 
Zahl von Menschen, die an Diabetes und Bluthoch-
druck leiden  Erkrankungen, die dem chronischen 
Nierenversagen hufig vorausgehen. In den vergan-
genen Jahren wurden die Prognosen zur Hufigkeit 
dieser beiden Erkrankungen permanent nach oben 
korrigiert. Die International Diabetes Federation, 
ein weltweiter Diabetesverband, erwartet beispiels-
weise, dass die Zahl der an Diabetes erkrankten 
Menschen von ber i++ UVW im Jahr *+ZZ auf }in UVW 
im Jahr *+i+ steigen wird. Einer Studie der Universi-
tt von Chicago zufolge wird sich allein in den .. 
die Zahl der Diabetes-Patienten bis *+i} auf }} UVW 
erhhen und damit im Vergleich zu *+Z+ fast ver-
doppeln. Zudem steigt die Lebenserwartung von 
Dialysepatienten dank der sich stetig weiter verbes-
sernden Behandlungsqualitt und des auch in den 
Entwicklungslndern steigenden Lebensstandards. 

Fresenius Medical Care 2010 


35 


Bilanzierung 

Fresenius Medical Care bilanziert nach ... ...c (Uni-
ted States Generally Accepted Accounting Principles 

 .-amerikanische Grundstze ordnungsgemer 
Rechnungslegung) und in .-Dollar. Gleichzeitig wer-
den Abschlsse nach den Regeln der International 
Financial Reporting Standards _V..b erstellt. 
STRATEGIE, 
ZIELE 
UND 
UNTERNEHMENSSTEUERUNG 


Unsere langfristige Strategie ist darauf ausgerichtet, 
den Unternehmenswert dauerhaft zu erhhen. Die 
Gesundheit der Patienten steht im Mittelpunkt unserer 
Geschftsaktivitten  die Lebensqualitt und Lebens-
erwartung erkrankter Menschen zu steigern ist unser 
Ziel. Der Vorstand setzt eine Vielzahl unterschiedlicher 
Instrumente und Kennzahlen ein, um die Geschfts-
entwicklung zu bewerten, seine Strategie auszuarbei-
ten und Entscheidungen ber Investitionen zu fllen. 
Wir sehen uns weiterhin sehr gut positioniert, um 
unsere Wachstumsziele zu erreichen. 

Steuerungsgren 

Der Vorstand steuert das Unternehmen mit Hilfe 
einer Reihe finanzieller Kenngren. Darber hinaus 
orientierte er sich *+Z+ bei seinen Entscheidungen 
an den Wachstumsstrategien .W.. Z+ und .W.. Zi. 
Da der Zielpunkt von .W.. Z+ im Jahr *+Z+ erreicht 
wurde, haben wir im September *+Z+ neue Ziele fest-
gelegt _.W.. Zib. Sie untersttzen uns dabei, auch 
zuknftig unsere herausragende Marktposition zu 
behaupten und neue Wege in die Zukunft der Dia-
lyse zu gehen. Fresenius Medical Care verfolgt paral-
lel vier Anstze, um im weltweiten Dialysemarkt 
erfolgreich zu sein und die eigenen Vorgaben zu 

erreichen. Weitere Informationen dazu finden Sie 
im Abschnitt Wachstumsstrategie ab Seite /G. 

Die Aktivitten unserer Segmente steuern wir auer-
dem anhand ihrer operativen Ergebnisse, definiert 
als Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Earnings 
before Interest and Taxes, |.V.). Die Kenngre 
Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibun-
gen (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation 
and Amortization, |.V.a.) verwenden wir speziell 
um den Verschuldungsgrad zu ermitteln; so knnen 
wir die Kreditfhigkeit des Unternehmens beurteilen. 

Die Zielgren, an denen der Vorstand die Segmente 
misst, sind so gewhlt, dass sie genau die Ertrge 
und Aufwendungen umfassen, ber die die Seg-
mente auch tatschlich entscheiden knnen. Die 
Finanzierung beispielsweise ist eine zentrale Auf-
gabe, unterliegt aber nicht dem Einfluss der Seg-
mente; deshalb gehen Zinsaufwendungen fr die 
Finanzierung nicht in die Zielgre fr ein Segment 
ein. Darber hinaus werden die Kosten der Zentral-
bereiche  im Wesentlichen Aufwendungen fr 
Forschung-und Entwicklung, Rechtskosten, Aufwen-
dungen fr Rechnungswesen und Finanzen, Steuern 
sowie Beratungsleistungen  nicht bercksichtigt. 

Anhand des Mittelzuflusses aus laufender Geschfts-
ttigkeit, dem operativen Cashflow, kann beurteilt 
werden, ob ein Unternehmen die Mittel selbst 
erwirtschaften kann, die fr die Substanzerhaltung 
des in der Bilanz abgebildeten Vermgens und fr 
Erweiterungsinvestitionen ntig sind. 

Um den Verschuldungsgrad zu ermitteln, werden die 
Finanzverbindlichkeiten (Debt) ins Verhltnis zum 
|.V.a. zuzglich anderer nichtzahlungswirksamer 

W
WW
E
EE
S
SS
E
EE
N
NN
T
TT
L
LL
I
II
C
CC
H
HH
E 
EE 
K
KK
E
EE
N
NN
N
NN
Z
ZZ
A
AA
H
HH
L
LL
E
EE
N 
NN 
Tabelle (.'./ 
2010 
2009 
EBIT in MIO US $ 1.924 1.756 
EBITDA in MIO US $ 2.427 2.213 
Verschuldungsgrad (Debt-EBITDA-Verhltnis) 2,38 2,46 
Return on Invested Capital (ROIC ) 8,8 % 8,5 % 
Return on Operating Assets (ROOA ) 12,5 % 12,2 % 
Return on Equity ( ROE ) 13,3 % 13,3 % 

Fresenius Medical Care 2010 


2.1 Geschftsttigkeit und 
Rahmenbedingungen 
36 

Aufwendungen gesetzt. Der Verschuldungsgrad ist 
ein Indikator dafr, wie lange und in welcher Hhe 
Verbindlichkeiten bedient werden knnen. Er gibt 
verlsslicher als die alleinige Orientierung an der 
absoluten Hhe der Finanzverbindlichkeiten Aus-
kunft darber, ob ein Unternehmen in der Lage ist, 
seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. 
Fresenius Medical Care hat eine starke Marktpo-
sition in globalen, wachsenden und grtenteils 
nichtzyklischen Mrkten. Zudem verfgen die meis-
ten Kunden ber eine hohe Kreditqualitt, da die 
Dialysebranche generell durch stabile, planbare 
und nachhaltige Kapitalflsse gekennzeichnet ist. 
Dadurch kann Fresenius Medical Care im Vergleich 
zu Unternehmen in anderen Branchen mit einem 
hheren Anteil an Fremdkapital arbeiten. Fr das 
laufende Geschftsjahr streben wir einen Verschul-
dungsgrad von weniger als *,n an; siehe auch Pro-
gnosebericht ab Seite ''G. 

Wir orientieren uns in der Unternehmenssteuerung 
auerdem an operativen Kennzahlen aus den folgen-
den unterschiedlichen Renditeberechnungen: 


Die Rendite auf das investierte Kapital Return on 
Invested Capital, _.WV b  auch Kapitalrentabilitt 
genannt  ist deshalb so relevant, weil sie Auskunft 
darber gibt, wie effizient ein Unternehmen mit dem 
zur Verfgung stehenden Kapital arbeitet bzw. wie 
effizient der Kapitaleinsatz fr ein bestimmtes Inves-
titionsvorhaben ist. Der .WV von Fresenius Medical 
Care lag *+Z+ bei n,n o und damit ber dem vergleich-
baren Vorjahreswert von n,e o. 
Die Rendite auf das betriebsnotwendige Kapital 
Return on Operating Assets, _.WW.b sagt aus, wie 
effizient mit dem im gesamten Unternehmen einge-
setzten Kapital gewirtschaftet wurde, da der Gewinn 
ins Verhltnis zum Gesamtkapital gesetzt wird. Der 
.WW. von Fresenius Medical Care lag *+Z+ mit Z*,e o 
ebenfalls ber dem Vorjahresniveau _*++L: Z*,*ob. 
Um die Rendite auf das Eigenkapital Return 
on Equity, _.W|b zu ermitteln, wird das Konzern-
ergebnis (Ergebnis, das auf die Anteilseigner der 
Fresenius Medical Care AG&Co.KGaA entfllt) ins 
Verhltnis zum eingesetzten Eigenkapital (Eigen-
kapital der Anteilseigner der Fresenius Medical 
Care AG&Co.KGaA ) gesetzt. Der .W| gibt somit 
Auskunft ber die Ertragskraft eines Unternehmens. 
Im vergangenen Geschftsjahr ist der .W| (nach 
Steuern) konstant auf Zi,io geblieben, hauptsch-
lich wegen des starken Anstiegs des Eigenkapitals. 


Zur Berechnung unserer Kapitalkosten ziehen wir 
den Kapitalkostensatz .. ( Weighted Average Cost 
of Capital) heran. Der .. ist ein durchschnittlicher 
Gesamtkapitalkostensatz, der sich als gewogenes 
Mittel der Kosten fr Eigen-und Fremdkapital er-
gibt. Der .. von Fresenius Medical Care betrug 
im Jahr *+Z+ ,,n, nach ,,L o im Vorjahr. Der Vergleich 
des .. mit der Kapitalrentabilitt von n,n o zeigt, 
dass Fresenius Medical Care im Jahr *+Z+ nicht nur 
seine Kapitalkosten erwirtschaftet, sondern darber 
hinaus auch den Unternehmenswert gesteigert hat. 
Wir steuern unsere Investitionen mittels eines 
detaillierten Abstimmungs-und Bewertungsprozes-
ses. Der Vorstand legt das Investitionsbudget fr 
den Konzern sowie die Investitionsschwerpunkte 
fest. Bevor die konkreten Investitionsvorhaben oder 
Akquisitionen umgesetzt werden, prft ein unter-
nehmensinterner Ausschuss (Acquisition & Invest-
ment Committee, .V) die einzelnen Projekte und 
Manahmen und bercksichtigt dabei Renditeanfor-
derungen und Renditepotenziale. Die Investitions-
projekte werden auf Basis gngiger Methoden wie 
der Kapitalwert-und der Interner-Zinsfu-Methode 
bewertet; Amortisationszeiten flieen ebenfalls in 
die Bewertung ein. Damit wollen wir sicherstellen, 
dass wir nur die Investitionen und Akquisitionen 
ttigen beziehungsweise umsetzen, die tatschlich 
den Unternehmenswert steigern. 

Details zur Entwicklung dieser Kenngren sowie 
weiterer Finanzzahlen finden Sie auch in den Kapi-
teln Ertragslage ab Seite **, Finanzlage 
ab Seite G' sowie im Finanzbericht ab Seite 'G*. 

Wachstumsstrategie 

Bereits im Frhjahr *++e haben wir mit .W.. Z+ eine 
langfristige Strategie mit definierten Zielgren vor-
gestellt. .W.. Z+ steht fr Growth Opportunities 
to Assure Leadership in *+Z+ (deutsch: Wachstums-
chancen, um die Marktfhrerschaft im Jahr *+Z+ zu 
sichern) und beschreibt vier Wege siehe Grafik (.'.G 
auf Seite /), die Fresenius Medical Care geht, um in 
einem mglichst breiten Spektrum des weltweiten 

Fresenius Medical Care 2010 


37 


Dialysemarktes erfolgreich zu sein und die gesetz-
ten langfristigen Wachstumsvorgaben zu erreichen. 
Da wir im Berichtsjahr unsere .W..-Z+-Ziele erreicht 
haben, hat Fresenius Medical Care im September *+Z+ 
mit .W.. Zi neue Ziele festgelegt siehe Tabelle (.'.*. 
Dabei behalten wir die vier Wege weiterhin bei und 
beschreiten sie in einer finanziell verantwortungsvol-
len Weise, um unsere Position als Weltmarktfhrer 
in der Dialyse zu festigen. 

Im Jahr *+Z+ haben wir einen Umsatz von Z*,+e U.a .  
erreicht. Das ist mehr als der noch zu Jahresbe-
ginn erwartete Umsatz von ber Z* U.a .   und 
selbst diese Zahl liegt noch deutlich ber dem 
ursprnglich avisierten .W..-Z+-Ziel von Z+ U.a .  
aus dem Jahr *++e und dem revidierten .W..-Z+-Ziel 
von ZZ,e U.a .  aus dem Jahr *++,. Auch unser zu 
Beginn des Jahres avisiertes Ziel beim Konzernergeb-
nis in Hhe von Le+ bis Ln+ UVW .  fr *+Z+ haben 
wir mit L.L UVW .  erreicht. Das Konzernergebnis 

ist seit *++e um durchschnittlich etwa Z. o im Jahr 
gestiegen und damit deutlich strker als der ange-
strebte .W..-Z+-Zielwert von mehr als Z+ o. 

Weg j: Organisches Wachstum 

Mit Dialysedienstleistungen und innovativen Dia-
lyseprodukten wie den neu entwickelten Dialyse-
maschinen der Serien e++n und e++n sowie *++n. 
und *++n wollen wir bis *+Zi um etwa e bis , o 
pro Jahr wachsen. Im Produktgeschft rechnen wir 
mit einem jhrlichen organischen Zuwachs von } bis 
e o. Wir planen, unser Kliniknetz weltweit in allen 
bedeutenden Mrkten und Wachstumsregionen aus-
zuweiten und damit unsere fhrende Marktstellung 
zu behaupten und sogar noch zu verbessern. Gleich-
zeitig bauen wir unsere ganzheitlichen Behand-
lungskonzepte UltraCare und NephroCare (siehe 
Kapitel Unser Geschft mit Dialysedienstleistungen 

ab Seite )() weiter aus und kombinieren diese 
Angebote zum Beispiel mit Dialysemedikamenten. 

G
GGO
OOA
AAL
LL--1
110 
00--Z
ZZI
IIE
EEL
LLE 
EE U
UUN
NND 
DD H
HHI
IIS
SST
TTO
OOR
RRI
IIS
SSC
CCH
HHE 
EE E
EEN
NNT
TTW
WWI
IIC
CCK
KKL
LLU
UUN
NNG 
GG 

Umsatz in MIO US$ 

Umsatzwachstum, pro Jahr 

Marktanteil im Dialysemarkt1 

Marktvolumen1 in MRD US$ 

Wachstum Konzernergebnis2, pro Jahr3 

Tabelle (.'.. 
Goal 10 2010 
2009 2008 2007 2006 2005 
> 11.500 12.053 11.247 10.612 9.720 8.499 6.772 
~ 6  9 % 7 % 9 % 8 % 14 % 25 % 8 % 
~18 % 17,5 % 17,3 % 16,3 % 15,7 % 15,5 % 12,9 % 
~ 67 ~ 69 ~ 65 ~ 65 ~ 62 ~ 55 ~ 52,5 
> 10 % 10 % 9 % 14 % 25 % 24 % 17 % 

1 
Interne 
Schtzungen. 
2 
Ergebnis, 
das 
auf 
die 
Anteilseigner 
der 
Fresenius 
Medical 
Care 
AG 
& 
Co. 
KGaA 
entfllt. 
3 
2005 
ohne 
Einmal-und 
Sonderaufwendungen. 


2006 
ohne 
Einmal-und 
Sonderaufwendungen 
und 
ohne 
die 
Effekte 
aus 
der 
Bilanzierungsnderung 
fr 
Aktienoptionen 
( 
SFAS 
123R 
). 


G
GGO
OOA
AAL
LL--1
113 
33--Z
ZZI
IIE
EEL
LLE 
EE 

Tabelle (.'.* 
Ergebnisse 2010 
Goal 13 
Umsatz 12,053 MRD US $ + 6  8 %1 
10  20 Basispunkte 
EBIT-Marge 16,0 % Verbesserung 
Steuerquote 35,2 % 35  36 % 
hohe einstellige oder niedrig 
Konzernergebnis 2 979 MIO US $ zweistellige Wachstumsrate 
Operativer Cash Flow 11 % des Umsatzes > 10 % des Umsatzes 
Investitionen und Akquisitionen ~ 9 % des Umsatzes ~7 % des Umsatzes 

1 
Whrungsbereinigtes 
jhrliches 
Wachstum. 
2 
Ergebnis, 
das 
auf 
die 
Anteilseigner 
der 
Fresenius 
Medical 
Care 
AG 
& 
Co. 
KGaA 
entfllt. 


Fresenius Medical Care 2010 


2.1 Geschftsttigkeit und 
Rahmenbedingungen 
38 

Mit dieser Strategie unterscheiden wir uns wesent-
lich von unseren Wettbewerbern. 

Weg l: Akquisitionen 

Weil wir langfristig wachsen und unsere Ertragskraft 
steigern wollen, berprfen wir regelmig, ob 
wir das Netz unserer Dialysekliniken durch Zukufe 
erweitern knnen. Hierbei konzentrieren wir uns 
auf besonders attraktive Regionen. Akquisitionen 
in Nordamerika werden allerdings einen kleineren 
finanziellen Umfang haben als in den vergangenen 
Jahren, da die Konsolidierung des Dialysemarktes in 
den .. schon am weitesten vorangeschritten ist. 
Wir gehen allerdings davon aus, dass der Groteil 
unseres zuknftigen Wachstums organisch gene-
riert wird. Akquisitionen sollen uns dabei unter-
sttzen, unsere langfristigen Ziele zu erreichen. 
Weitere Informationen zu Akquisitionen finden 
Sie im Abschnitt Investitionen und Akquisitionen 

ab Seite G/. 

Weg n: Horizontale Erweiterung 

Im Geschftsjahr *+Z+ haben wir unsere Angebots-
palette im Bereich der Dialysemedikamente sinnvoll 
und gem unserer Strategie siehe auch Grafik (.'.G 

erweitert. Mit der Schweizer Galenica Ltd. haben wir 
*+Z+ ein Gemeinschaftsunternehmen gegrndet, um 
Medikamente fr Nierenkranke zu entwickeln und 
weltweit zu vertreiben. Die Produkte werden zur 
Behandlung von Blutarmut und zur Regulierung 
des Knochenstoffwechsels bei Dialysepatienten 
und bei Patienten mit chronischem Nierenversagen, 
die noch keine Dialysebehandlung bentigen, ein-
gesetzt. Das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz 
trgt den Namen Vifor Fresenius Medical Care Renal 
Pharma Ltd. und erweitert die bereits bestehende 
Zusammenarbeit zwischen Fresenius Medical Care 
und Galenica. Fresenius Medical Care wird zu }e o 
an dem neuen Unternehmen beteiligt sein. 

Weg o: Heimdialyse 

Mit nach wie vor etwa ZZ o fhrt nur ein relativ klei-
ner Teil der Patienten die Dialyse zu Hause durch. 
Die Mehrzahl der Dialysepatienten wird in darauf 
spezialisierten Dialysezentren behandelt. Wir wol-
len im Markt der Heimdialyse  der sowohl die 
Peritonealdialyse als auch die Heim-Hmodialyse 
umfasst  langfristig eine wichtige Rolle ber-
nehmen. Dazu kombinieren wir unsere umfang-
reiche und innovative Produktpalette mit unserer 

Weg 1 
Organisches Wachstum 
Weg 2 
Akquisitionen 
Weg 3 
Horizontale Erweiterung 
Weg 4 
Heimdialyse 
Starkes organisches Wachstum USA EPO Peritonealdialyse 
Herausragende Patientenversorgung Osteuropa Phosphatbinder Hmodialyse 
Kostenfhrerschaft Asien-Pazifik Vitamin D Innovative Therapieoptionen 
Eisen 
VOLUMENDIALYSEMARKT2010:69VOLUMEN DIALYSEMARKT 2010: 69MRDUS$MRDUS$ 
Grafik (.'.G 
Zustzliche klinische Dialysedienstleistungen 
Dialysedienstleistungen Dialyseprodukte 
Dialysemedikamente 
PD 
HD 
AKUT 
Dialysedienstleistungen 
Fresenius Medical Care 2010 


39 


Kompetenz im Bereich der Dialysedienstleistungen. 
Mehr dazu erfahren Sie im Abschnitt Heimdialyse 

ab Seite /(. 

Unsere Strategie bercksichtigt konkrete, messbare 
Wachstumsziele sowie langfristige, von uns prog-
nostizierte Trends im Dialysemarkt. Wir erwarten 
nicht nur, dass die Patientenzahlen weiter steigen, 
sondern auch, dass knftig noch mehr Wert auf die 
Qualitt der erbrachten Dienstleistungen und der 
zur Verfgung stehenden Produkte gelegt wird. 
Das Erfllen bestimmter Qualittskriterien drfte 
darber entscheiden, wie hoch die Vergtung fr 
Dialysedienstleistungen sein wird. Weitere Infor-
mationen dazu finden Sie auch in den Abschnitten 
Qualittsmanagement ab Seite )/ sowie Dialyse-
markt ab Seite .(. 

Darber hinaus sind wir der berzeugung, dass der 
Bedarf fr eine ganzheitliche Betreuung von Nieren-
kranken steigen wird. Das bedeutet, dass im Fokus 
unseres Geschfts nicht allein die einzelne Dienstleis-
tung oder das einzelne Dialyseprodukt stehen wird, 
sondern die Verbindung aller Anwendungsbereiche 
rund um die Dialyse. 

Unsere detaillierten Prognosen finden Sie im Pro-
gnosebericht ab Seite ''G. 

WIRTSCHAFTLICHES 
UMFELD 


Die Weltwirtschaft erlebte im ersten Halbjahr *+Z+ 
einen krftigen Aufschwung, der in den darauffol-
genden Monaten jedoch an Dynamik verlor. Der 
Dialysemarkt bleibt allerdings generell von makro-
konomischen Einflssen weitgehend unbeeinflusst: 
Er ist ein Wachstumsmarkt, der konjunkturunab-
hngig vom steigenden Bedarf an medizinischer Ver-
sorgung einer immer lter werdenden Bevlkerung 
bedingt ist. Fresenius Medical Care ist Konjunktur-
zyklen nur in relativ geringem Mae unterworfen, 
da wir lebensrettende Produkte und Dienstleistun-
gen fr nierenkranke Menschen anbieten. 

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung 

Das Bruttoinlandsprodukt _.Vcb wuchs *+Z+ weltweit 
um },n o, nach einem Minus von +,L o im Vorjahr. 
Impulsgeber fr die dynamische Entwicklung im 
ersten Halbjahr *+Z+ waren die expansive Geld-und 
Fiskalpolitik einiger Lnder sowie der sich auswei-
tende Welthandel. Zu Letzterem trugen vor allem 
die Schwellenlnder bei, deren Volkswirtschaften 
am strksten wuchsen. Fr die Abschwchung des 
Aufschwungs in der zweiten Jahreshlfte waren 
insbesondere die in der Finanzkrise deutlich gewor-
denen Strukturprobleme  beispielsweise der .Vc-
Staaten Griechenland, Irland, Portugal und Spanien 

 verantwortlich. Sie fhrten zu einer angespannten 
R
RRE
EEA
AAL
LLE
EES 
SS B
BBR
RRU
UUT
TTT
TTO
OOI
IIN
NNL
LLA
AAN
NND
DDS
SSP
PPR
RRO
OOD
DDU
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KKT 
TT U
UUN
NND 
DD V
VVE
EER
RRB
BBR
RRA
AAU
UUC
CCH
HHE
EER
RRP
PPR
RRE
EEI
IIS
SSE 
EE 

Tabelle (.'.\

Vernderung gegenber 
dem Vorjahr in % 


Bruttoinlandsprodukt 

Verbraucherpreise 
2010 
2009 

2010 
2009 

USA 2,8 2,6 1,6 0,3 
Deutschland 3,7  4,7 1,1 0,2 
Euro-Raum 1,7  4,1 1,5 0,3 
Grobritannien 1,7  4,9 3,2 2,1 
Neue EU-Mitgliedslnder 1,8  4,0 1,7 3,3 
EU 27 1,8  4,0 1,8 0,7 
Russland 3,8  7,9 6,9 11,7 
Japan 3,3 5,2 0,8 1,4 
China 10,7 8,6 3,4 0,7 
Ostasien und Hongkong 7,4 0,0 3,0 1,8 
Lateinamerika 5,9  2,1 6,6 6,5 

W
WWE
EEL
LLT
TTW
WWE
EEI
IIT 
TT 4,8 
0,9 
4,4 
3,1 


Quelle: 
Monatsberichte 
der 
Deutschen 
Bundesbank, 
Institut 
fr 
Weltwirtschaft 
an 
der 
Universitt 
Kiel 
Weltkonjunktur 
im 
Winter 
2010, 
15. 
Dezember 
2010. 


Fresenius Medical Care 2010 


2.3 Forschung und Entwicklung 
68 

Kapitel 2.3 

F
FFO
OOR
RRS
SSC
CCH
HHU
UUN
NNG
GGU
UUN
NND
DDE
EEN
NNT
TTW
WWI
IIC
CCK
KKL
LLU
UUN
NNG 
GG

Wir wollen mit unserer einzigartigen Erfahrung in 
der Bereitstellung hochwertiger Dialyseprodukte 
und -dienstleistungen weltweit der bevorzugte 
Partner fr unsere Patienten und Kunden sein. Dazu 
soll unsere Forschung und Entwicklung _..|b mit 
marktnahen Produktverbesserungen und Neuent-
wicklungen wesentlich beitragen. Unsere . . |-Teams 
richten ihre Arbeit eng an den Bedrfnissen unserer 
verschiedenen Anspruchsgruppen aus und beob-
achten aufmerksam, wie sich diese Bedrfnisse 
im Zuge gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und 
gesundheitspolitischer Trends verndern. Dabei hel-
fen ihnen besonders die Erfahrungen und Einscht-
zungen der rzte, Pfleger und Patienten in unserem 
eigenen Kliniknetz. Darber hinaus tauschen sich 
unsere . . |-Mitarbeiter regelmig mit internatio-
nalen Experten und Forschungseinrichtungen aus 
und arbeiten mit diesen auch direkt zusammen, um 
die Lebensqualitt von Nierenpatienten weiter zu 
verbessern. Das Ziel lautet hier: die fhrende Markt-
position von Fresenius Medical Care in der Dialyse 
zu festigen und das Unternehmen auch in neueren, 
technologisch verwandten Therapiefeldern als inno-
vativen Anbieter zu positionieren. 

AUSRICHTUNG 
DER 
FORSCHUNG 
UND 
ENTWICKLUNG 


In unserem Kerngeschft, der Versorgung von Pati-
enten mit chronischem Nierenversagen, prgen ins-
besondere die folgenden Bedrfnisse und Trends 
unsere . . |-Arbeit: 


Der medizinische und technologische Fortschritt: 
Noch ist die Dialyse eine relativ junge Disziplin. 
Standardmig, also mit verlsslich wiederholbaren 
Ergebnissen, ist sie erst seit rund e+ Jahren im Einsatz. 
Die komplizierten Wechselwirkungen und Begleit-
erscheinungen, die auftreten, wenn die Nieren 
versagen, werden jedoch immer besser erforscht. 
Parallel zu den wachsenden medizinischen Erkennt-
nissen verbessern sich auch die technologischen 
Mglichkeiten, Patienten zu therapieren. Fr die For-
schung und Entwicklung von Fresenius Medical Care 
bedeutet das: Wir wollen neue Erkenntnisse zgig 
in marktreife Weiter-und Neuentwicklungen umset-
zen und so entscheidend dazu beitragen, Patienten 
immer schonender, sicherer und individueller zu 
behandeln. Technologische Trends, die dabei eine 
Rolle spielen, sind Neuerungen in der Informations-
technologie, Technologien zur schrittweisen Verklei-
nerung von Produkten sowie zur Vereinfachung ihrer 
Anwendung, die Integration verschiedener Behand-
lungselemente zu ganzheitlichen Therapiesystemen 
sowie der Einsatz vielversprechender Verfahren wie 
der Adsorber-Technologie. Ein Beispiel dafr, wie wir 
mit technologischen Innovationen die Behandlung 
fr die Patienten noch sicherer gestalten, finden Sie 

ab Seite GF. 


Die Zunahme von Begleiterkrankungen: 
Patienten mit chronischem Nierenversagen werden 
immer lter  zum einen, weil die Gesellschaft all-
gemein altert und das Risiko, an terminaler Nieren-
insuffizienz zu erkranken, mit dem Alter steigt; zum 
anderen erhht der medizinische Fortschritt auch 
die Lebenserwartung von Nierenkranken. Mit zuneh-
mendem Alter der Patienten werden jedoch zugleich 
Begleiterkrankungen hufiger, etwa schwere Herz-
und Gefleiden. Diese stellen sich typischerweise 
ein, wenn der Krper als Folge des Nierenversagens 
dauerhaft durch berwsserung belastet ist. Begleit-
erscheinungen des chronischen Nierenversagens wie 
diese rcken mit ihrer zunehmenden Verbreitung 
und den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen 
immer strker in den Fokus unserer Forschung und 
Entwicklung  in Form von Diagnose-und Therapie-
systemen, die ber die eigentliche Dialyse hinausge-
hen. Ein Beispiel fr ein solches Diagnoseinstrument 
finden Sie ab Seite \+. 
Das anhaltende Wachstum der Patientenzahlen: 
Immer mehr Menschen leiden an chronischem Nie-
renversagen  bis zum Jahr *+*+ werden es vor-
aussichtlich fast } UVW weltweit sein. Beschleunigt 
wird dieser Trend durch die Zunahme von Bluthoch-
druck und Diabetes  typischen Vorerkrankungen 
des Nierenversagens, die sich durch Wohlstands-
phnomene wie Bewegungsmangel, ungesunde 
Ernhrung und bergewicht rund um den Globus 
immer schneller verbreiten. Ein Schwerpunkt 
unserer Forschung und Entwicklung sind des-
halb Heimtherapien  die Peritonealdialyse, die 
Heim-Hmodialyse und langfristig auch die trag-
bare knstliche Niere  sowie damit verbundene 
Fresenius Medical Care 2010 


69 


Technologien und Produkte. Denn eine Behand-
lung zu Hause gewhrt dafr geeigneten Patienten 

siehe Seite .) nicht nur grere Freiheiten in der 
Gestaltung ihres Lebensalltags; sie entlastet zuneh-
mend auch die begrenzten Kapazitten der Dia-
lysekliniken und kann Menschen in Gebieten mit 
schwacher Gesundheitsinfrastruktur berhaupt erst 
den Zugang zu einer Behandlung ermglichen. Ein 
Beispiel fr unsere Arbeit auf dem Gebiet der Heim-
therapien finden Sie auf Seite \'. 


Der steigende Kostendruck im Gesundheitswesen: 
Eine alternde Bevlkerung, die Verbreitung chroni-
scher Leiden und der Anspruch, in der Patienten-
versorgung neue oder verbesserte Technologien 
einzusetzen  diese Trends stellen Gesundheitssys-
teme vor groe finanzielle Herausforderungen, wie 
auch der Weltgesundheitsbericht der .`W ( World 
Health Organization) im Jahr *+Z+ hervorhebt. Die 
Finanz-und Wirtschaftskrise hat diese Situation in 
den vergangenen Jahren noch verschrft. Umso 
mehr gilt fr Fresenius Medical Care ein Grundsatz, 
der auch in unseren internen Forschungsrichtlinien 
festgeschrieben ist: Innovationen mssen nicht nur 
hochwertig, sondern auch bezahlbar sein, damit die 
Patienten von ihnen profitieren knnen. Fr uns sind 
dies auch aus unserer langjhrigen Erfahrung als 
Betreiber eigener Dialysekliniken keine unvereinba-
ren Ansprche. Denn eine hochwertige Behandlung 
ist zugleich kosteneffizient, indem sie Risiken und 
Komplikationen minimiert und dadurch Zusatzkos-
ten, etwa fr Krankenhausaufenthalte, vermeidet. 
Unsere Forschung und Entwicklung arbeitet gezielt 
an Produkten und Dienstleistungen, die unsere Kun-
den dabei untersttzen, Patienten in hoher Qualitt 
und zugleich zu tragbaren Kosten zu versorgen. Bei-
spiele dafr finden Sie ab Seite \(. 

F 
& 
E-PROJEKTE 
IM 
BERICHTSJAHR 


Fresenius Medical Care hat im Berichtsjahr insge-
samt rund L. UVW .  fr Forschung und Entwick-
lung aufgewendet _*++L: L}UVW .b. hnlich wie in 
den Vorjahren entsprachen die . . |-Aufwendungen 
einem Anteil von rund i o unseres Umsatzes mit Dia-
lyseprodukten. Unser Patentportfolio umfasste Ende 
*+Z+ rund i.,++ Schutzrechte in etwa ,,+ Patentfa-
milien  also Gruppen von Patenten, die zu einer 
Erfindung gehren. Im Berichtsjahr haben wir mit 
unseren Entwicklungen ne weitere Patentfamilien 
geschaffen, um unsere Innovationen bei wichtigen 
Dialyseprodukten und Therapieverfahren auch knf-
tig abzusichern. Einige wichtige Projekte, an denen 
unsere Forschung und Entwicklung im Jahr *+Z+ 
gearbeitet hat, stellen wir im Folgenden vor. 

Noch mehr Sicherheit bei der Behandlung: 
Venous Needle Disconnect 

Wie alle blutreinigenden Verfahren, die extrakor-
poral  also auerhalb des menschlichen Krpers 

 durchgefhrt werden, ist die Dialyse mit gewissen 
Risiken fr den Patienten verbunden, die schlimms-
tenfalls sogar zum Tod fhren knnen. Nationale 
sowie internationale Normen und Gesetze legen 
deshalb verbindliche Sicherheitsstandards fr 
F
FFO
OOR
RRS
SSC
CCH
HHU
UUN
NNG
GGS
SS--U
UUN
NND 
DD E
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TTW
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GGS
SSA
AAU
UUF
FFW
WWE
EEN
NND
DDU
UUN
NNG
GGE
EEN 
NN 

Tabelle (./.'

in MIO US $ 

2010 


2009 

2008 

2007 

2006 

G
GGE
EES
SSA
AAM
MMT 
TT 97 
94 
80 
67 
51 


Z
ZZA
AAH
HHL 
LL D
DDE
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RR P
PPA
AAT
TTE
EEN
NNT
TTE 
EE U
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DD P
PPA
AAT
TTE
EEN
NNT
TTA
AAN
NNM
MME
EEL
LLD
DDU
UUN
NNG
GGE
EEN 
NN 

Tabelle (./.( 

2010 


2009 

2008 

2007 

2006 

G
GGE
EES
SSA
AAM
MMT 
TT 3.601 
2.850 
2.402 
1.932 
1.752 


Fresenius Medical Care 2010 


2.3 Forschung und Entwicklung 
70 

Dialyseprodukte fest. Darber hinaus haben wir 
eigene Qualittsrichtlinien fr die Forschung und 
Entwicklung geschaffen, die die gesetzlichen 
Anforderungen zum Teil bertreffen. Auch eine 
angemessene Schulung des Pflegepersonals sowie 
der Patienten selbst ist entscheidend, damit jede 
Behandlung so sicher und schonend wie mg-
lich ist. Fresenius Medical Care arbeitet zudem im 
Rahmen eines kontinuierlichen Produktverbesse-
rungsprozesses gezielt an Verfahren und Vorrich-
tungen, um die Gefahr, dass Patienten durch einen 
technischen Fehler oder durch menschliches Ver-
sagen zu Schaden kommen, so weit wie mglich zu 
minimieren. 

Ein seltener, aber besonders gefhrlicher Zwischen-
fall ist der Blutverlust whrend der Dialyse  etwa 
durch Leckagen im Blutschlauchsystem oder wenn 
sich die Fixierung der vensen Nadel lst, die den 
Gefzugang des Patienten mit dem Blutschlauch-
system verbindet. Der Blutverlust kann dann unmit-
telbar eintreten und innerhalb kurzer Zeit zum Tod 
fhren. Diese Gefahr ist besonders hoch whrend 
der unberwachten Dialyse, also der Behandlung zu 
Hause oder ber Nacht  beides prinzipiell Metho-
den, die fr viele Patienten besonders vertrglich 
sind und sehr gute Ergebnisse erzielen. Zwar ver-
fgen Dialysegerte ber eine integrierte Alarm-
funktion: Sie messen kontinuierlich den Druck im 
extrakorporalen System, also im Kreislauf auerhalb 
des Krpers des Patienten; bei ungewhnlichen 
Druckabfllen reagieren sie mit einem Alarmsig-
nal, die Blutpumpe hlt an und die vense Klemme 
schliet sich, so dass kein Blut mehr den Krper 
des Patienten verlassen kann. Allerdings ist die 
Messtechnik von Standard-Dialysemaschinen bis-
lang nicht in der Lage, smtliche mglichen Ausl-
ser eines Blutverlusts zuverlssig zu erkennen und 
schnell genug zu reagieren. Denn der Druckunter-
schied kann in einem solchen Fall minimal sein, 
vergleichbar mit dem Druckabfall, den ein Patient 
verursacht, wenn er hustet oder die Position seines 
Arms geringfgig verndert. Wre die Standard-
Messtechnik des Gerts dafr sensibel, wren die 
Konsequenz permanente Fehlalarme, die eine wir-
kungsvolle Behandlung verhindern, den Patienten 
erheblich beunruhigen und beim Pflegepersonal 
mglicherweise mit der Zeit zu Unaufmerksamkeit 
fhren wrden. 

Die Dialysebranche arbeitet deshalb seit Jahren an 
Systemen, die den Schutz der Patienten vor Blutver-
lust weiter verbessern sollen. Ein Beispiel dafr ist 
der Wetness Detector, ein Sensor, der auf Feuchtig-
keit reagiert; wir setzen ihn auch in unseren eige-
nen Dialysekliniken ein. Allerdings muss das Gert 
genau an der Stelle angebracht sein, an der das Blut 
austritt, sonst reagiert es nicht. Fresenius Medical 
Care arbeitet deshalb derzeit an einem neuen 
Sicherheitssystem auf der Grundlage einer innova-
tiven Software: Venous Needle Disconnect _..ab. 
Das System ist in der Lage, extrakorporale Druck-
signale intelligent auszuwerten: Es kann gewhn-
liche Strgren als solche erkennen und reagiert 
bei potenziell gefhrdenden, feinen Druckunregel-
migkeiten  zum Beispiel verursacht durch das 
Verrutschen der Nadel, durch Leckagen oder abge-
knickte Blutschlauchsegmente  mit einem Alarm, 
der die notwendigen Sicherheitsreaktionen des 
Dialysegerts aktiviert. Wir haben das ..a-System 
im Jahr *+Z+ intensiv getestet und wollen es ab dem 
laufenden Geschftsjahr in den Monitor unserer 
Dialysegerte der Serien }++n und e++n, sowohl in 
die Modelle fr den Heim-als auch fr den Klinik-
gebrauch, integrieren. Wenngleich sich das Risiko 
eines Blutverlusts auch durch ..a nicht vollstndig 
vermeiden lassen wird, sind wir berzeugt, mit dem 
neuen System eine besonders zuverlssige Technolo-
gie entwickelt zu haben, zu der es bislang im Dialyse-
markt keine vergleichbare Alternative gibt. 

Begleiterkrankungen des Nierenversagens immer 
klarer im Blick: Der Body Composition Monitor 

Seit vielen Jahren sind Herz-und Geferkrankun-
gen eine der hufigsten Todesursachen von Dialyse-
patienten  und das in jeder Altersgruppe. Als 
wesentlicher Auslser galt allgemein eine dauer-
hafte berwsserung  typisch fr das chronische 
Nierenversagen, bei dem der Krper berschssige 
Flssigkeit nicht mehr auf natrlichem Weg ausschei-
den kann. Das Problem: Der berwsserungszustand 
eines Patienten lie sich nicht genau bestimmen  
bis zur Entwicklung des Body Composition Monitors 
_.Ub von Fresenius Medical Care: Er kann die Zusam-
mensetzung des menschlichen Krpers und dessen 
Flssigkeitsgehalt exakt messen. Erst dieses Gert  
zusammen mit dem von Fresenius Medical Care ent-
wickelten Auswertungsverfahren  hat es ermglicht, 
schlssig und methodisch einwandfrei zu zeigen, 

Fresenius Medical Care 2010 


71 


dass die berwsserung ab einem gewissen Grad 
ein erhebliches Sterblichkeitsrisiko fr die Patienten 
darstellt und eine Korrektur dieses Zustands die 
Lebenserwartung deutlich erhhen kann. 

Seit der Einfhrung des .U im Jahr *++. ist sowohl 
unsere eigene als auch die externe Forschung mit 
und an dem Diagnosegert erheblich vorange-
schritten. Studien haben inzwischen gezeigt  und 
damit allgemeine Erwartungen besttigt , dass eine 
erhebliche Zahl von Hmodialyse-Patienten (rund 
ein Viertel) permanent in einem kritischen Ma 
berwssert sind und es mit Hilfe des .U gelingt, 
Risikopatienten zu identifizieren, die ansonsten kli-
nisch vllig unauffllig sind. Eine neue Erkenntnis, 
die unsere ebenso wie externe Forscher im Berichts-
jahr auf Fachkongressen sowie in wissenschaftlichen 
Publikationen prsentiert haben, betrifft die Gruppe 
der Peritonealdialyse _cab-Patienten: Bislang war 
angenommen worden, dass ca-Patienten seltener an 
berwsserung leiden  allerdings ohne belastbare 
klinische Daten, die dies htten belegen knnen. Mit 
Hilfe des .U konnte inzwischen dargelegt werden, 
dass die stillen, also klinisch unaufflligen Risiko-
patienten in der ca-Population sogar noch strker ver-
treten sind, als dies bei der Hmodialyse der Fall ist. 

Eine Studie, die ein internationales Forscherteam 
von Fresenius Medical Care im Berichtsjahr publiziert 
hat, besttigt, dass der .U medizinischem Perso-
nal einen objektiven Richtwert fr den Flssigkeits-
zustand eines Patienten liefert und sich durch eine 
entsprechend abgestimmte Therapie die berws-
serung und dadurch auch der Bluthochdruck redu-
zieren lsst. Bei Patienten, bei denen wiederum eine 
Unterwsserung diagnostiziert wurde, konnten mit 
Hilfe der .U-Diagnose Komplikationen whrend 
der Dialyse gezielt verringert werden. Ein weiterer 
Zusammenhang, der sich bei der Arbeit mit dem .U 
immer klarer abzeichnet: berwsserung kann die 
Wirksamkeit von Medikamenten, die gegen Begleit-
erkrankungen des Nierenversagens verabreicht wer-
den, verringern  eine entscheidende Erkenntnis fr 
den behandelnden Arzt. 

Wegen dieser eindeutigen Ergebnisse gewinnt der 
.U als Steuerungselement fr den Flssigkeitshaus-
halt von Patienten mit chronischem und akutem 
Nierenversagen  und damit auch fr die Erkennung 

und Behandlung von Begleitsymptomen  bei 
Fresenius Medical Care immer strker an Bedeu-
tung. Beispielsweise haben wir das Diagnosegert 
im Berichtsjahr in unser Datenmanagementsystem 
fr ca-Patienten, PatientOnline, integriert. Die .U-
Daten lassen sich dadurch auch bei der ca-Behand-
lung direkt in das Datenmanagement importieren 
und flieen unmittelbar in die Berechnung der kor-
rekten Dialysedosis ein. 

Technologien fr die wachsende Zahl 
von Patienten: Die Harnstoffmembran 

Wie schon im Geschftsbericht *++L erwhnt, arbei-
tet Fresenius Medical Care seit einigen Jahren in 
einem regionenbergreifenden Expertenteam an der 
Entwicklung einer tragbaren knstlichen Niere  ein 
Dialysegert, das so klein und leicht ist, dass Patien-
ten es direkt am Krper tragen knnen. Zudem ist 
es einer echten Niere und ihrer natrlichen Funk-
tion besonders hnlich, denn es ist kontinuierlich 
in Betrieb. Nicht nur wegen der deutlich greren 
Freiheit und Mobilitt, die eine tragbare Niere dem 
Patienten gewhren wrde, sehen wir fr solch ein 
Gert langfristig ein groes Marktpotenzial: Da das 
Blut kontinuierlich gereinigt wird, verspricht das 
Verfahren auch, gute Behandlungsergebnisse zu 
erzielen; angesichts des anhaltenden Wachstums 
bei der Zahl der Patienten kann es zudem langfristig 
dazu beitragen, die begrenzten Klinikkapazitten 
zu entlasten und mehr Patienten kosteneffizient zu 
behandeln. 

Die Idee eines am Krper tragbaren Dialysegerts 
ist nicht neu: Sie beschftigt die Wissenschaft schon 
seit rund vierzig Jahren, bislang jedoch ohne markt-
fhigen Erfolg. Wir erachten das System, an dem wir 
derzeit arbeiten, als die erste reale Chance seit vielen 
Jahren, einen echten Durchbruch bei der Behandlung 
chronisch nierenkranker Patienten zu erzielen. Unser 
Vorteil bei der Entwicklung ist, dass wir ber lang-
jhrige Erfahrung und Kompetenz in Technologien 
verfgen, die wir fr eine marktfhige Lsung als 
wesentlich erachten. Diese Kompetenz erweitern wir 
auch durch Zukufe: Nach der Akquisition des .-
amerikanischen Unternehmens Renal Solutions Inc. 
im Jahr *++.  eines Spezialisten fr die Aufbereitung 
von gebrauchtem Dialysat mit Adsorbern, die fr 
die Verkleinerung von Dialysegerten eine entschei-
dende Rolle spielt siehe folgenden Absatz  haben 

Fresenius Medical Care 2010 


2.3 Forschung und Entwicklung 
72 

wir im Berichtsjahr das kalifornische Medizintechnik-
Unternehmen Xcorporeal erworben; es arbeitet auf 
der Grundlage von Adsorbern an vielversprechenden 
Lsungen fr mobile und am Krper tragbare Dia-
lysegerte fr den Klinik-und Heimbereich. 

Voraussetzung fr ein tragbares System ist, dass 
dieses mit deutlich weniger Dialyselsung aus-
kommt als die Standardverfahren der Peritoneal- 
und Hmodialyse: Die Menge an Dialysat muss 
dazu von derzeit rund Z.e bis i,+ Litern pro Woche 
(je nach Verfahren) auf etwa Ze+ bis e++ Milliliter 
Dialyselsung reduziert werden, die im Gert zir-
kulieren und wiederholt wiederaufbereitet werden. 
Diese Wiederaufbereitung leisten die oben erwhn-
ten Adsorber  Substanzen, die Gift-und Abfall-
stoffe in der Lsung effektiv binden (Adsorption). 
Eine entscheidende Ausnahme bildet jedoch der 
Harnstoff: Er konnte bislang von keinem Adsorber 
mit zufriedenstellenden Ergebnissen gebunden wer-
den. Um auch Harnstoff aus gebrauchtem Dialysat 
wirkungsvoll zu entfernen, hat Fresenius Medical 
Care eine neuartige Hohlfasermembran entwi-
ckelt. Sie besteht aus zwei Lagen, die wegen ihrer 
Struktur und Zusammensetzung den Transport von 
Stoffen aktiv beeinflussen knnen: Die funktionale 
Beschichtung der Membran ermglicht den Trans-
port des Harnstoffs aus der Dialyselsung heraus, 
hlt jedoch zugleich berlebenswichtige Elektro-
lyte zurck. Im Auenraum der Hohlfaser wird 
der Harnstoff durch ein Enzym chemisch aufge-
spalten. Das dabei frei werdende Ammonium wird 
von Adsorbern gebunden; auch Reste des giftigen 
Ammoniums knnen nicht erneut in das Dialysat 
gelangen. 

Die Entwicklung der mehrlagigen Funktionsmem-
bran baut auf unserer jahrzehntelangen Erfahrung 
in der Herstellung von Hohlfasermembranen aus 
Polysulfon auf: Fresenius Medical Care hat diesen 
besonders leistungsstarken und blutvertrglichen 
Membrantyp entwickelt und setzt ihn seit den n+er 
Jahren in stetig weiterentwickelter Form als Kern-
element seiner Dialysatoren ein. Inzwischen hat 
sich das Material weltweit als hochwertiger Thera-
piestandard bei blutreinigenden Verfahren durch-
gesetzt. Die Grundlage der neuen, mehrlagigen 
Membran ist eine innovative mikromechanische 
Technologie auf Siliziumbasis. Diese Technologie 

dient der Herstellung der mikroskopisch kleinen 
Spinndsen, die bentigt werden, um in mehreren 
Ebenen gleichzeitig verschiedene Membranmateria-
lien, darunter auch Polysulfon, zu verarbeiten. Wir 
haben fr den komplexen Aufbau dieser Spinndsen 
eine Reihe von Schutzrechten angemeldet. 

Die zweilagige Harnstoffmembran, die wir fr die 
Anwendung in einer tragbaren knstlichen Niere nun 
weiter optimieren wollen, ist ein erstes praktisches 
Ergebnis des neuen Spinnverfahrens. Die Technolo-
gie ist jedoch grundstzlich fr den Einsatz in allen 
Dialysesystemen auf Adsorber-Basis interessant, bei 
denen es auf eine Wiederaufbereitung von Dialysat 
ankommt, um letztlich mehr Patienten flexibel auch 
auerhalb von Kliniken therapieren zu knnen. 

Ganzheitliche Qualitt und Ressourceneffizienz: 
Integrierte Anwendungen fr Dialysekliniken 

Wir wollen den Patienten in unseren eigenen Klini-
ken und den Patienten unserer Kunden hchste Qua-
litt zu tragbaren Kosten bieten. Ein Ansatz, den wir 
zunehmend verfolgen, um Qualitt und Kosteneffizi-
enz gleichermaen zu steigern, ist das Angebot inte-
grierter Therapiesysteme und Software-Lsungen. 
Diese Bndelung von Angeboten soll zum einen die 
therapeutische Leistung, zum anderen deren Erfas-
sung und Kontrolle verbessern und so nicht nur zu 
einer hheren Behandlungsqualitt, sondern auch 
zu einem effizienteren Einsatz personeller, medizini-
scher und finanzieller Ressourcen fhren (ber den 
wachsenden Bedarf an integrierten Leistungsange-
boten erfahren Sie mehr im Abschnitt Chancen 

ab Seite '(/). 

Ein Beispiel fr ein solches Therapiesystem ist unsere 
neue Hmodialyse-Maschine *++n. fr den .-ame-
rikanischen Markt, die wir in enger Zusammenarbeit 
mit dem Renal Research Institute _..Vb siehe Seite \* 
entwickelt haben. Nach ihrer Zulassung durch die 
.-Behrde fr Lebensmittel-und Arzneimittel-
sicherheit .a. (Food and Drug Administration) haben 
wir sie im November *+Z+ anlsslich der bedeutends-
ten Branchenkonferenz der .., der .. Renal Week 
(Konferenz der American Society of Nephrology  
Amerikanische Gesellschaft fr Nierenheilkunde) auf 
den Markt gebracht  mit Erfolg: Bereits im Vorfeld 
der Markteinfhrung erhielten wir zahlreiche Bestel-
lungen fr unsere *++n.. 

Fresenius Medical Care 2010 


73 


Die *++n. verfgt als erstes zugelassenes Hmo-
dialysegert auf dem .-amerikanischen Markt ber 
eine integrierte Software-Plattform fr die Eingabe 
und Verwaltung von klinischen Behandlungsdaten 
direkt an der Liege des Patienten. Das neue Modul 
soll rzte und Klinikpersonal dabei untersttzen, 
die Daten effizient und zeitnah zu erfassen, die 
die Behrden fr die Abrechnung der Leistungen 
gem des neuen Vergtungssystems fordern; 
siehe den Abschnitt Gesundheits-und Vergtungs-
systeme ab Seite .F. Es soll zudem generell dazu 
beitragen, die Arbeitsablufe im Klinikalltag zu 
vereinfachen und das klinische Daten-und Quali-
ttsmanagement weiter zu verbessern. Die *++n. 
lsst sich an verschiedene Datenmanagementsys-
teme anschlieen, die in den .. in Dialysekliniken 
genutzt werden, und ist dadurch besonders flexibel. 
Mehrere Anbieter dialysebezogener Software haben 
ihre Produkte bereits fr einen Einsatz mit dem 
neuen Gert zertifizieren lassen. Darber hinaus 
testen wir derzeit eine integrierte Infusionspumpe 
fr intravens zu verabreichende Eisenprparate, die 
wir eigens fr die *++n. entwickelt haben und die 
bereits von der .a. zugelassen wurde. Die Pumpe 
soll dem Klinikpersonal die genaue Dosierung und 
Verabreichung des Eisenprparats erleichtern und 
dadurch auch die Sicherheit fr den Patienten weiter 
erhhen. Mit der Vermarktung dieses neuen Moduls 
wollen wir noch im laufenden Jahr beginnen. 

Im Segment International haben wir im Berichtsjahr 
an der Weiterentwicklung unseres Software-und 
Dienstleistungsangebots fr das Klinikdatenmanage-
ment gearbeitet, dem .aU ( Therapy Data Manage-
ment System). Auch hier geht der Trend immer mehr 
in Richtung integrierte Systemlsung, die von den 
Behandlungsdaten des einzelnen Dialyse-und Dia-
gnosegerts bis hin zum bergeordneten medizi-
nischen Datenmanagementsystem alle Ablufe im 
Klinikalltag erfasst und dadurch zu effizienteren 
Prozessen, einer hheren Datenqualitt und einer 
kontinuierlichen Verbesserung der Behandlungs-
qualitt beitrgt. Im Jahr *+Z+ haben wir verschie-
dene Produkte im .aU-Systemverbund noch enger 
aufeinander abgestimmt, um das Pflegepersonal in 
Dialysekliniken besser zu untersttzen. 

Ein Beispiel ist das dataXchange panel (dXp), eine 
Software-Plattform fr das Management von Behand-

lungsdaten, die im Monitor unserer Hmodialyse-
gerte-Serie e++n integriert ist und die wir *++. in 
den Markt eingefhrt haben. *+Z+ haben wir die 
Funktionen des dXp erheblich erweitert, sodass es 
nun smtliche Arbeitsschritte, die fr eine Dialyse-
behandlung notwendig sind, erfasst und auf dem 
Bildschirm des e++n-Dialysesystems darstellt. Dazu 
gehrt die Berechnung der berschssigen Fls-
sigkeit im Krper eines Patienten auf Basis seines 
Krpergewichts; diese Daten sind notwendig, damit 
die Dialysedosis individuell eingestellt werden kann. 
Bei der Berechnung wird neben dem Gewicht des 
Patienten vor der Behandlung zum Beispiel auch die 
Flssigkeitsmenge einbezogen, die er whrend der 
mehrstndigen Behandlung in Form von Getrnken 
zu sich nehmen wird. Darber hinaus erfasst das 
dXp die individuellen Behandlungseinstellungen 
eines Patienten, das heit klinische Qualittsziele 
wie den angestrebten Kt/V-Wert siehe Seite )/, 
die Dauer der einzelnen Dialysesitzung sowie die 
Behandlungsparameter, die sein Arzt verschrieben 
hat, zum Beispiel den Blutfluss in Millilitern pro 
Minute oder die Zusammensetzung des Dialysats. 
Das neue dXp speichert auer dem Medikamenten-
plan des Patienten die genauen Spezifikationen der 
Verbrauchsgter, die bei dessen Dialyse angewendet 
wurden, also zum Beispiel den Dialysatortyp oder 
das gewhlte Dialysekonzentrat. Nicht zuletzt zeigt 
das Modul neuerdings an, ob ein Dialysegert nach 
der Behandlung desinfiziert wurde  eine wertvolle 
Hilfestellung fr das Pflegepersonal und eine wei-
tere Manahme fr mehr Patientensicherheit. Durch 
diese Erweiterungen haben wir das dXp in seiner 
Funktion als effiziente Datenschnittstelle zwischen 
der Liege des einzelnen Patienten und dem berge-
ordneten Klinik-Qualittsdatenmanagementsystem 
wesentlich gestrkt. 

Auf dem Gebiet der Peritonealdialyse haben wir im 
Berichtsjahr das medizinische Datenmanagement-
system PatientOnline ebenfalls zu einer integrierten 
Lsung weiterentwickelt: Es ist nun erstmals nicht 
nur fr einen einzelnen Anwender  typischer-
weise den behandelnden Arzt  sondern fr meh-
rere geschulte Nutzer als gemeinsame Datenbank 
zugnglich. Die neue Version von PatientOnline 
befindet sich derzeit im Feldtest; wir wollen sie *+ZZ 
einfhren. 

Fresenius Medical Care 2010 


2.3 Forschung und Entwicklung 
74 

Klinische Forschung 

Neben der Neuentwicklung von Produkten und 
Verfahren sowie ihrer kontinuierlichen Weiterent-
wicklung, dem Sustaining Engineering, engagieren 
wir uns auch in der klinischen Forschung auf dem 
Gebiet des terminalen Nierenversagens, der Dia-
lyse und technologisch verwandter blutreinigender 
Verfahren. Im Jahr *+Z+ haben wir zum Beispiel die 
Ergebnisse einer Studie prsentiert, die als eine von 
wenigen wissenschaftlichen Publikationen erste 
aussagekrftige Daten zur blutreinigenden Therapie 
von Patienten mit Leberzirrhose und einer raschen 
Abnahme der Leberfunktion liefert. Die Studie unter-
suchte, wie wirksam eine ergnzende Behandlung 
dieser schweren Leiden mit dem Prometheus-System 
von Fresenius Medical Care im Vergleich zur reinen 
Standardtherapie ist, und kam zu folgenden Ergeb-
nissen: Zwar hat Prometheus insgesamt im Schnitt 
nicht zu einer hheren berlebensrate der Patienten 
gefhrt; bei bestimmten Gruppen von Erkrankten 
jedoch  nmlich Patienten mit einer besonders 
schweren Einschrnkung der Leberfunktion sowie 
Patienten, die zugleich an Nierenversagen litten  
erhhte Prometheus die berlebensrate im Vergleich 
zur Standardbehandlung um i, o. 

Auch wenn sich nicht bei allen Gruppen ein signifi-
kanter Unterschied zur Standardbehandlung ergab, 
ist das Ergebnis der Studie fr Fresenius Medical Care 
dennoch bedeutend: Es zeigt, dass eine Entgiftung 
durch Prometheus bei bestimmten Krankheitsbildern 
wesentlich dazu beitragen kann, Patienten so lange 
stabil zu halten, bis sich ihre Leber regenerieren oder 
eine lebensrettende Lebertransplantation durchge-
fhrt werden konnte. Bei einer Disziplin, die noch 
immer am Anfang steht, ist dies fr uns ein wich-
tiges Signal, dass wir mit unserer Forschung und 
Entwicklung auf dem richtigen Weg sind. Wir wer-
den diesen Weg in den kommenden Jahren sowohl 
intern als auch mit externen Partnern beharrlich wei-
terverfolgen, um fr Patienten mit einer bislang fast 

untherapierbaren, lebensbedrohlichen Krankheit 
Schritt fr Schritt Besserungen zu erzielen. 

MITARBEITERINNEN 
UND 
MITARBEITER 


Im Jahr *+Z+ haben weltweit insgesamt e+i Mitarbei-
terinnen und Mitarbeiter (durchschnittlich Vollzeit-
beschftigte) in der Forschung und Entwicklung von 
Fresenius Medical Care gearbeitet _*++L: }..b. Ihr 
Hintergrund ist vielfltig: Mediziner arbeiten Seite 
an Seite mit Software-Spezialisten, Betriebswirten 
und Ingenieuren. Unsere grte . . |-Einheit ist mit 
rund iie Mitarbeitern dem operativen Segment 
International zugeordnet; die Grafiken *.i.} und 

*.i.e enthalten einen berblick ber ihren Aus-
bildungsgrad und beruflichen Hintergrund. Die 
meisten . . |-Kollegen sind an den Standorten 
Schweinfurt und Bad Homburg beschftigt; klei-
nere Teams arbeiten in St. Wendel und in Bukarest, 
Rumnien, wo ein . . |-Kompetenzzentrum eigens 
fr Software-Entwicklungen angesiedelt ist. Auch 
in den Regionen Nordamerika und im asiatisch-pazi-
fischen Raum gibt es eigene Teams fr Forschung 
und Entwicklung. 
Im September *+Z+ hat mit sechs Mitarbeitern eine 
neue . . |-Abteilung fr Adsorber-Technologie 

siehe Glossar auf Seite '*G) im sterreichischen Krems 
ihre Arbeit aufgenommen. Seit *++i stellt Fresenius 
Medical Care in Krems Produkte fr verschiedene 
Adsorber-Therapien her  zum Beispiel fr das Pro-
metheus-System zur Entgiftung von Patienten mit 
Leberversagen, fr Verfahren, die bei schweren 
Autoimmunerkrankungen Antikrper aus der Blut-
bahn entfernen, sowie neuerdings auch fr das 
a..V-Verfahren zur Behandlung der familiren Hyper-
cholesterinmie, einer erblichen Stoffwechselerkran-
kung. Wir wollen unseren Standort in Krems in den 
kommenden Jahren zu einem Kompetenzzentrum fr 
Adsorber-Technologien ausbauen, da wir ein hohes 

Durchschnittlich 
Vollzeitbeschftigte 
Z
ZZ
A
AA
H
HH
L 
LL 
D
DD
E
EE
R 
RR 
M
MM
I
II
T
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A
AA
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RR
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II
T
TT
E
EE
R 
RR 
I
II
N 
NN 
F
FF
&
&&
E 
EE 
Tabelle (././ 
G
GG
E
EE
S
SS
A
AA
M
MM
T 
TT 
2010 
503 
2009 
477 
2008 
415 
2007 
372 


Fresenius Medical Care 2010 


75 


Potenzial fr diese Technologien in neuen blutreini-
genden Anwendungen und Therapien sehen. 

FORSCHUNGSKOOPERATIONEN 


Wir arbeiten weltweit mit Universitten und For-
schungseinrichtungen zusammen, die in unserem 
Fachgebiet aktiv sind. Ein Beispiel ist die Donau-
Universitt Krems in sterreich, deren Forschung 
an extrakorporalen blutreinigenden Verfahren mit 
Adsorbern wir seit fast zwanzig Jahren frdern. 
Diese langjhrige Partnerschaft mit einem exzellen-
ten Team von Spezialisten war letztlich auch einer 
der Grnde fr unsere Entscheidung, in den Stand-
ort Krems weiter zu investieren siehe Seite \.. 

Auch in den .. halten wir engen Kontakt zu For-
schungseinrichtungen und kooperieren dort unter 
anderem mit dem Renal Research Institute _..Vb. Es 
wurde ZLL. als Joint Venture von Fresenius Medical 
Care North America und dem Beth Israel Medical 

Center, einem Krankenhaus in New York, gegrndet 
und ist als eine fhrende Institution auf dem Gebiet 
der klinischen Behandlung und der Forschung rund 
um das chronische Nierenversagen weithin aner-
kannt. Gemeinsam befassen wir uns mit zum Teil 
grundlegenden Fragen der Dialysebehandlung. 
Dazu gehren die vielschichtigen Grnde, die zu Nie-
renerkrankungen fhren, die Besonderheiten bei der 
Behandlung nierenkranker Kinder oder auch Themen 
wie die Mineralisierung der Knochen von Dialyse-
patienten oder die Auswirkungen von Nierenerkran-
kungen auf den natrlichen Sure-Basen-Haushalt 
im menschlichen Krper. 

Unsere eigenen Forschungs-und Entwicklungspro-
jekte fhren wir vor allem mit eigenen Mitarbei-
tern und Forschungsabteilungen durch; Leistungen 
Dritter fr diese Zwecke haben wir bislang nur in 
geringem Umfang in Anspruch genommen. Im Zuge 
unserer Kooperation mit in-und auslndischen Hoch-
schulen und anderen wissenschaftlichen Einrichtun-
gen nutzen wir verschiedene Finanzierungsmodelle; 

A
AAU
UUS
SSB
BBI
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LLD
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GGS
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IIO
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NNA
AAL 
LL 

Grafik (./.. 

2 % Handwerksmeister 


30 % Universittsabsolventen 

34 % FH-Absolventen 
34 % Techniker 
B
BBE
EER
RRU
UUF
FFS
SSG
GGR
RRU
UUP
PPP
PPE
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TT I
IIN
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TTE
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RRN
NNA
AAT
TTI
IIO
OON
NNA
AAL 
LL 

Grafik (./.* 

6 % Biomediziner 

26 % Elektroniker 

9 % Physiker 

14 % Andere 

20 % Mechaniker 

18 % Software Spezialisten 

3 % Chemiker 
4 % Mediziner 
Fresenius Medical Care 2010 


2.3 Forschung und Entwicklung 
76 

2.4 Unser Produktgeschft 
zum Teil werden unsere Forschungskooperationen 
auch mit ffentlichen Geldern gefrdert. 

INNOVATIONSPROZESS 
UND 
-KULTUR 


Bei Fresenius Medical Care durchluft jede Produkt-
idee einen strukturierten Entwicklungsprozess mit 
klar definierten Projektphasen, Meilensteinen und 
Berichtslinien. Dieser Ansatz soll sicherstellen, dass 
wir nur die Ideen weiterverfolgen, die Wert fr die 
Patienten, Kunden und das Unternehmen schaffen. 
Als weiteren Erfolgsfaktor fr unsere Forschung und 
Entwicklung sehen wir eine offene Innovationskul-
tur, insbesondere den lebendigen fachlichen, kreati-
ven und menschlichen Austausch, sowohl intern als 
auch auerhalb des Unternehmens. 

Den Kern dieser Kultur bildet die vertikale Integra-
tion unseres Unternehmens, also die Tatsache, dass 
wir Dialyseprodukte entwickeln, herstellen und ver-
treiben und zugleich selbst Dialysebehandlungen 
anbieten. So profitieren unsere . . |-Teams unmittel-
bar von den Einschtzungen und Erfahrungen der 
Patienten, Pfleger und rzte in den Kliniken von 

Fresenius Medical Care  ein erheblicher Vorteil im 
Vergleich zu den meisten unserer Wettbewerber. 
Unsere . . |-Mitarbeiter tauschen sich zudem regel-
mig mit dem technischen Service und dem Ver-
trieb aus, etwa zu Themen der Qualittssicherung 
und -steigerung. Bei jhrlichen internen Konferen-
zen diskutieren . . |-Mitarbeiter aller Regionen ber 
gemeinsame Projekte sowie bergeordnete Themen 
und Trends in der Dialyse. Indem die Mitarbeiter 
internationale Fachveranstaltungen besuchen und 
dort eigene Beitrge zum wissenschaftlichen Dis-
kurs leisten, tragen sie neue Ideen in ihre Teams und 
strken zugleich den guten Ruf des Unternehmens in 
der internationalen Fachgemeinschaft. Nicht zuletzt 
richten wir den Blick ber die Dialyse hinaus auch 
auf andere Branchen: Einige Mitarbeiter beschfti-
gen sich vornehmlich mit neuen Technologien aus 
den verschiedensten Bereichen und prfen, ob diese 
Anknpfungspunkte fr unsere Entwicklungsarbeit 
bieten. 

Zu unserer Innovationskultur gehrt auch, dass wir 
verantwortungsvoll forschen und entwickeln. Was 
wir darunter verstehen, erfahren Sie im Kapitel Ver-
antwortung ab Seite FG. 

Fresenius Medical Care 2010 


77 


Kapitel 2.4 

U
UUN
NNS
SSE
EER
RRP
PPR
RRO
OOD
DDU
UUK
KKT
TTG
GGE
EES
SSC
CCH
HH
F
FFT 
TT

VON 
DER 
BESCHAFFUNG 
BIS 
ZUM 
SUPPLY 
CHAIN 
MANAGEMENT 

Als Branchenfhrer mit langjhriger Erfahrung in der 
Dialyse kann Fresenius Medical Care in seinem Pro-
duktgeschft auf umfangreiche unternehmenseigene 
Ressourcen zurckgreifen: Produktionskapazitten 
in allen Regionen, Know-how rund um hochkom-
plexe Fertigungstechnologien und -prozesse sowie 
umfassende Kompetenz in Qualittsmanagement, 
Beschaffung und Logistik fr anspruchsvolle medizi-
nische Erzeugnisse. Dieses Potenzial wollen wir noch 
besser fr unser Wachstum nutzen  mit dem neuen 
Geschftsbereich OPQ (Global Manufacturing Ope-
rations), der seit UVWV alle wesentlichen Aktivitten 
rund um unsere Produkte weltweit koordiniert und 
den Wissens-und Technologieaustausch zwischen 
den Regionen gezielt frdern soll. 

UNSERE PRODUKTIONSSTTTEN 

Fresenius Medical Care verfgt weltweit ber mehr 
als ZV Produktionssttten. Gemessen an der Ferti-
gungsmenge liegen unsere grten Werke in den 
\]^, Deutschland und Japan; einen berblick ber 
unsere wesentlichen Produktionsstandorte welt-
weit erhalten Sie in Grafik U.W.W auf Seite (). Gerte 
fr die Hmodialyse defg und Peritonealdialyse dhfg 
produzieren wir an zwei Standorten: in Schweinfurt 
und im kalifornischen Walnut Creek d\]^g. Andere 
Produkte stellen wir direkt in den Regionen her, in 
denen die Nachfrage besonders hoch ist: Dialysato-
ren und die dafr bentigten Hohlfasern zum Beispiel 
fertigen und konfektionieren wir unter anderem an 
den Standorten Ogden, Utah, in den \]^, im saar-
lndischen St. Wendel, in LArbresle, Frankreich, und 
im japanischen Buzen. Konzentrate fr die Hmodi-
alyse werden an verschiedenen Standorten weltweit 
gefertigt  unter anderem in Deutschland, Italien, 
der Trkei, Marokko, den \]^, Argentinien und Aus-
tralien. Lsungen und Einwegerzeugnisse fr die Peri-
tonealdialyse stellen wir ebenfalls weltweit her; den 
Groteil unserer hf-Lsungen liefern unsere Produk-
tionsstandorte in St. Wendel und Ogden. Das Werk 
Reynosa in Mexiko ist, gemessen am Herstellungsvo-
lumen, unternehmens-und auch weltweit der grte 
Produktionsstandort fr Blutschlauchsysteme. 

NEUORGANISATION UNSERER WELTWEITEN 
PRODUKTION 

Mit unseren Produkten sind wir in ber WVV Lndern 
der Welt vertreten. Dort sind die Marktbedingun-
gen zum Teil sehr unterschiedlich  angefangen von 
den rechtlichen Rahmenbedingungen bis hin zu den 
kulturell geprgten Bedrfnissen der Patienten und 
Kunden. Seit seiner Grndung hat Fresenius Medical 
Care diesen Unterschieden mit einem differenzierten 
Produktportfolio und einer dezentralen Unterneh-
mensstruktur sehr erfolgreich Rechnung getragen. 
Die Produktion und wichtige Bereiche entlang der 
Fertigungskette, wie das Qualittsmanagement fr 
Produkte, der strategische Einkauf und das Supply 
Chain Management, lagen dabei grtenteils in der 
Verantwortung der jeweiligen Regionen. 

Diese starke regionale Prsenz wird ein wesentlicher 
Wettbewerbsvorteil von Fresenius Medical Care blei-
ben  denn lokale Unterschiede prgen weiter unser 
Produktgeschft. Dass wir diese Besonderheiten gut 
kennen, schafft Vertrauen in unser Unternehmen 

 eine wichtige Voraussetzung, wenn wir in einem 
Markt nicht nur Produkte anbieten, sondern auch 
eigene Dialysekliniken erffnen mchten. Zugleich 
wird jedoch das chronische Nierenversagen zuneh-
mend zu einem globalen Problem  und fhrt so 
die Mrkte langfristig nher zusammen: Die Zahl 
der Dialysepatienten wchst weltweit, beschleunigt 
durch die alternde Bevlkerung in reicheren und den 
wachsenden Wohlstand in rmeren Lndern. Fett-
leibigkeit, Diabetes und Bluthochdruck  typische 
Vorerkrankungen des chronischen Nierenversagens 
 sind mittlerweile in allen Teilen der Erde auf dem 
Vormarsch; Begleiterkrankungen wie Herz-und 
Gefleiden ebenso. Staaten wollen ihrer Bevlke-
rung neue und verbesserte Behandlungsmethoden 
bieten; zugleich werden fr sie, unabhngig von 
ihrem Entwicklungsstand, steigende Gesundheits-
kosten zunehmend zur Herausforderung. 
Diese Entwicklungen ndern nichts an unserem 
grundstzlichen Ziel, die Lebensqualitt der Patien-
ten mit innovativen Technologien und hochwertigen 
Produkten nachhaltig zu verbessern. Sie verleihen 
jedoch einem entscheidenden Faktor zustzliches 
Gewicht: den Kosten. Der Preis muss unsere Kunden 

Fresenius Medical Care 2010 


2.4 Unser Produktgeschft 
78 

weltweit ebenso dauerhaft berzeugen wie die 
Eigenschaften unserer Produkte, damit diese bevor-
zugt verwendet werden und wir Marktfhrer blei-
ben. Seit Jahren verbessern wir in den einzelnen 
Regionen kontinuierlich unsere Ablufe, um so 
kosteneffizient wie mglich hohe Qualitt zu lie-
fern. In Zukunft wollen wir dieses Potenzial noch 
besser nutzen. Deshalb haben wir im Berichtsjahr 
den Geschftsbereich Global Manufacturing Opera-
tions dOPQg und parallel dazu ein eigenes Ressort im 
Vorstand geschaffen. 

Im Januar UVWV hat OPQ die Aufgabe bernommen, 
zentral smtliche Bereiche im Unternehmen zu steu-
ern, die unser Produktgeschft wesentlich betref-
fen. Im Kern bedeutet das, unsere Kompetenzen bei 
Produktionsverfahren und -prozessen, im Qualitts-
management, im strategischen Einkauf und bei der 
Steuerung der Lieferkette regionenbergreifend eng 
aufeinander abzustimmen. Damit wollen wir: 


die Effizienz unserer Ablufe weiter steigern, 
Risiken  und damit Kosten  besser steuern, 
die Rentabilitt des Kapitals erhhen, das wir 
in der Fertigung einsetzen. 
Welche Aufgaben und Aktivitten sich aus diesen 
Zielen ableiten, zeigen wir im folgenden Abschnitt. 

AUFGABENSPEKTRUM VON GMO 
UND AKTIVITTEN IM BERICHTSJAHR 

Nach der Zusammenfhrung unserer bestehenden 
regionalen Einheiten fr Produktion, Qualittsma-
nagement und Beschaffung sowie von Teilen des 
Supply Chain Managements im zentralen Geschfts-
bereich OPQ umfasste der Bereich zum Ende des 
Jahres UVWV rund WW.VVV Mitarbeiter und ber ZV 
Produktionsstandorte in mehr als rV Lndern. Das 
OPQ-Fhrungsteam konnten wir intern und zugleich 
international ausgewogen besetzen. Wir gehen 
davon aus, dass OPQ die berregionale Zusammen-
arbeit knftig weiter frdern und die Mobilitt unse-
rer Mitarbeiter erhhen wird. 

Das Aufgabenspektrum von OPQ wollen wir im Fol-
genden ausfhrlicher vorstellen. 

Produktion 

Aus unseren bislang regional organisierten Produk-
tionsstandorten entsteht, koordiniert von OPQ, seit 
Januar UVWV ein integriertes Produktionsnetz, inner-
halb dessen unsere Werke ihre Aktivitten enger als 
bisher aufeinander abstimmen werden. In einem 
ersten Schritt haben wir dafr unsere weltweiten 
Fertigungskapazitten und -kompetenzen auf die 
Frage hin berprft, wo uns der Transfer von Wissen 
und Technologien, harmonisierte Ablufe, hnliche 
Begriffssysteme und ein vergleichbares Reporting 
dabei helfen knnen, unser Kostenmanagement 
und unsere Produktionsleistung insgesamt weiter zu 
verbessern. 

Standorte mit langjhriger Erfahrung in der Ferti-
gung bestimmter Produkte haben wir zu unterneh-
mensweiten Kompetenzzentren ernannt, die knftig 
mit ihrem Know-how bei Kerntechnologien und 
-materialien unsere dezentralen Produktionssttten 
bei der Harmonisierung ihrer Ablufe beraten. Fr 
Hohlfasern werden das zum Beispiel die Werke 
St. Wendel (Deutschland) und Ogden d\]^g sein, fr 
Blutschlauchsysteme die Standorte Reynosa (Mexiko) 
und Cremona (Italien). Mit diesem Ansatz will OPQ 
nicht nur den Austausch von Best Practices  also 
besonders erfolgreichen Verfahren und Methoden 

 zwischen den Regionen und Standorten frdern, 
sondern zugleich eine noch effektivere Schnittstelle 
zur Forschung und Entwicklung bilden. 
Parallel hierzu loten wir neue Mglichkeiten aus, 
wie sich die Regionen gegenseitig mit Produkten 
und Teilerzeugnissen versorgen knnen, um so die 
Effizienz unserer Fertigung weiter zu erhhen. Der 
Gedanke dabei ist allerdings nicht, unsere Produkt-
linien weltweit zu vereinheitlichen. Wir wollen viel-
mehr an unserem Wettbewerbsvorteil festhalten, 
differenzierte Bedrfnisse mit passgenauen Ange-
boten erfllen zu knnen. Wenn jedoch unsere 
Produkte flexibel an lokale Anforderungen anpass-
bar sind und zugleich auf einheitlichen Kernmate-
rialien und -technologien basieren, dann knnen 
wir unsere Produktionskapazitten weltweit fle-
xibel und damit effizienter einsetzen, um Kun-
denwnsche zu erfllen. Unser Standort Reynosa 
zum Beispiel stimmt als Kompetenzzentrum fr 
Blutschlauchsysteme seine Fertigung inzwischen 
eng mit derjenigen des Werkes Jiangsu in China ab. 

Fresenius Medical Care 2010 


79 


Dank harmonisierter Ablufe sowie einheitlicher 
Materialien und Produktkomponenten knnen wir 
so von den Produktionskapazitten und den ver-
gleichsweise niedrigen Fertigungskosten in China 
unternehmensweit profitieren. 

Unsere Regionen arbeiten bereits eng mit dem 
neuen Geschftsbereich OPQ zusammen, unter 
anderem bei der jhrlichen und langfristigen Pro-
duktionsplanung. Darber hinaus wollen wir die 
weltweite Harmonisierung unserer Ablufe weiter 
vorantreiben, indem wir in den kommenden Jah-
ren einheitliche tu-Systeme fr die Produktion in 
unseren Werken etablieren. Auch die berregionale 
Personalentwicklung in der Produktion erhlt mit 
OPQ neue Impulse: Wir schaffen attraktive Entwick-
lungsperspektiven in unserem weltweiten Produkti-
onsnetz und hoffen so, von der Erfahrung unserer 
hochqualifizierten Ingenieure, Verfahrenstechniker, 
Werks-und Produktionsleiter besonders lange zu 
profitieren. Eine gezielte Frderung von Nachwuchs-
krften soll uns zustzlich dabei untersttzen, quali-
fizierte Kandidaten fr die Nachfolgeplanung in der 
Fertigung und Verfahrensentwicklung zu gewinnen. 

Qualittsmanagement 

Wir wollen Patienten und Kunden weltweit die best-
mgliche Produkt-und Behandlungsqualitt bieten. 
Um diesen Anspruch zu erfllen, setzt Fresenius 
Medical Care in seinen Regionen umfassende Qua-
littsmanagementsysteme ein. Diese regeln und 
berwachen die Einhaltung von Qualitts-und 
Sicherheitsvorgaben in Bezug auf alle unsere Pro-
dukte und Verfahren  von deren Entwicklung und 
Herstellung ber die Marktzulassung und Anwen-
dung in den Kliniken bis hin zu der Schulung von 
Kunden und dem Umgang mit Reklamationen. Die 
Qualittsmanagementsysteme verbinden interne 
Regelungen und Ablufe mit den Anforderungen 
externer Standards und Richtlinien, die sowohl in 
den jeweiligen Regionen als auch international fr 
unser Geschft relevant sind. Dazu gehren die t]Q-
Norm vVVW:UVVV fr Qualittsmanagementsysteme 
und die damit verbundene t]Q-Norm WrZwx:UVVr fr 
die Herstellung von Medizinprodukten, die Richt-
linien der \]-amerikanischen Behrde fr Lebens-
mittel-und Arzneimittelsicherheit yf^ (Food and 
Drug Administration), die Medizinprodukte-Richt-
linie Medical Device Directive dPffg der z\ oder die 

Good Manufacturing Practices dOPhg, Regelwerke 
zur sicheren und hochwertigen Fertigung von phar-
mazeutischen Produkten und medizintechnischen 
Gerten. Darber hinaus wenden unsere Standorte 
im Qualittsmanagement seit Jahren anerkannte 
Managementinstrumente wie Lean Management 
und Six Sigma an, die uns dabei untersttzen, die 
Qualitt und Effizienz unserer Fertigung weiter zu 
verbessern. 

Beim Qualittsmanagement arbeiten wir in den 
Regionen eng mit lokalen Behrden zusammen, 
um eventuelle Probleme zeitnah zu lsen. Auch die 
unternehmensweite Vernetzung in Qualittsfragen 
spielt fr uns schon seit Lngerem eine Rolle: Unsere 
Produktionsstandorte sind zum Teil nach mehreren 
regionalen Qualittsstandards zugleich zertifiziert, 
damit wir Mrkte weltweit flexibel mit unseren 
Produkten beliefern und dadurch mgliche Risiken 
bei der Versorgungssicherheit minimieren knnen. 
Diese Strategie werden wir mit OPQ noch intensiver 
als bisher verfolgen und weitere Standorte mehrfach 
zertifizieren lassen. Darber hinaus wollen wir das 
Qualittsmanagement fr unsere Produkte insge-
samt harmonisieren. Denn wenn wir berregional 
vergleichbare Ablufe und Systeme zur Qualittssi-
cherung und -steigerung anwenden und Wissen aus-
tauschen, knnen wir weltweit noch flexibler und 
leistungsfhiger Produkte fertigen sowie Risiken bei 
der Einhaltung eigener Standards und externer regu-
latorischer Vorgaben noch effektiver kontrollieren. 
Auch dieser Ansatz soll uns dabei helfen, Kosten zu 
vermeiden und Wert fr das gesamte Unternehmen 
zu schaffen. 

Im Berichtsjahr haben wir fr unsere Produktion 
erstmals die Positionen eines weltweiten Qualitts-
verantwortlichen sowie eines zentralen Leiters fr 
Lean-Management-und Six-Sigma-Projekte geschaf-
fen. Eines unserer Projekte seit dem Start von OPQ 
dient der Harmonisierung des Beschwerdemanage-
ments: Wir haben berregional einheitliche Krite-
rien entwickelt, nach denen wir Beanstandungen 
unserer Kunden nun erfassen und bewerten; auer-
dem haben wir eine neue Reportingstruktur einge-
fhrt, um ber Bewertungsergebnisse einheitlich zu 
berichten. Auf dieser Grundlage knnen wir Verbes-
serungsmglichkeiten knftig schneller und klarer 
erkennen und darauf aufbauend neue Methoden 

Fresenius Medical Care 2010 


2.4 Unser Produktgeschft 
80 

und Ziele zur Fehlerbehebung entwickeln. Als nchs-
ten Schritt planen wir, ein berregionales Datenma-
nagementsystem fr das Beschwerdemanagement 
und die interne Dokumentation unserer Qualitts-
prozesse aufzubauen. 

Ein weiterer Schwerpunkt im Aufgabenspektrum von 
OPQ ist es, die Ablufe unserer internen Audits im 
Qualittsmanagement zu vereinheitlichen; zudem 
wollen wir unsere Kapazitten und Aktivitten im 
Bereich Lean Management und Six Sigma unterneh-
mensweit bndeln, um unsere betriebliche Effizienz 
weiter zu steigern. Die berregionale Zusammen-
arbeit in diesem Bereich, der bislang in regionaler 
Verantwortung lag, haben wir im Berichtsjahr in 
Form eines Austauschs von Best Practices  also 
besonders erfolgreichen Verfahren und Methoden 

 und eines Benchmarkings, also eines internen Leis-
tungsvergleichs, angestoen. 
Strategischer Einkauf und Materialwirtschaft 

Weil wir unsere Wachstumsstrategie konsequent 
weiter verfolgen und die Mrkte immer internatio-
naler werden, wird es fr Fresenius Medical Care im 
strategischen Einkauf zunehmend wichtiger, neben 
der regionalen auch die weltweite Entwicklung der 
Beschaffungsmrkte und der einzelnen Whrun-
gen genau zu beobachten. Dadurch knnen wir 
beim Erwerb von Rohstoffen und Komponenten fr 
unsere Produktion von internationalen Preisvorteilen 
profitieren und Risiken  also potenzielle Kosten , 
etwa in Verbindung mit Whrungsschwankun-
gen oder mit einer Abhngigkeit von einzelnen 
Lieferanten, noch besser ausgleichen. Von diesen 
Vorteilen wollen wir mit dem neuen Geschfts-
bereich OPQ noch mehr als bisher profitieren  
durch eine intensivere Zusammenarbeit unserer 
Beschaffungsteams. 

Unsere beiden Zentren fr den strategischen Ein-
kauf  das eine in Deutschland (Bad Homburg), das 
andere in den \]^ (Ogden, Utah)  haben dafr im 
Berichtsjahr ihre Beschaffungsstrategie eng mit-
einander abgestimmt. Die beiden wesentlichen 
Ziele: eine effiziente und flexible Versorgung mit 
Rohstoffen aus verschiedenen Whrungsrumen 
sicherzustellen und unsere Beziehungen zu den 
wichtigsten Lieferanten des Unternehmens noch 
effektiver zu steuern. Insbesondere die im Folgenden 

beschriebenen Projekte standen dabei im Berichts-
jahr im Vordergrund. 

Sichern einer effizienten und flexiblen 
Rohstoffversorgung 

In berregionalen Projektteams berprfen wir sys-
tematisch, welche Rohstoffe oder Komponenten von 
mehr als einem Standort oder einer Region bentigt 
werden, und koordinieren die Ausschreibungen und 
Verhandlungen fr deren Beschaffung zentral. Ein 
Beispiel sind unsere beiden Werke fr Dialysegerte, 
Schweinfurt und Walnut Creek: Sie stimmen ihren 
Bedarf an Rohmaterialien und ihr Lieferantennetz 
nun enger als bisher aufeinander ab und profitieren 
dadurch in grerem Mae von Synergien. Damit 
wir Produkte unternehmensweit flexibel fertigen 
knnen, wollen wir zudem alle unsere Standorte mit 
Rohstoffen und Komponenten in konsistenter Quali-
tt versorgen. Deshalb werden wir weiterhin Partner-
schaften mit Lieferanten eingehen, die dauerhaft 
hohe Qualitt liefern und dabei strenge Produktvor-
gaben erfllen knnen; darunter auch multinational 
ausgerichtete Zulieferer, die in mehr als einer Region 
Rohmaterialien produzieren und liefern knnen. 

Steuern der unternehmensweit wichtigsten 
Lieferantenbeziehungen 

Wir wollen medizinische Produkte in hchster Qua-
litt und zugleich zum besten Preis liefern. Unsere 
Beschaffungsstrategie ist deshalb darauf ausgerichtet, 
hochwertige Fertigungsmaterialien und -komponen-
ten innerhalb einer partnerschaftlichen, auf Dauer 
angelegten Zusammenarbeit mit unseren Lieferan-
ten zu optimalen wirtschaftlichen Bedingungen zu 
beziehen. Mit Hilfe unseres Lieferantenmanagements 
whlen wir Zulieferer sehr sorgfltig nach Eignung 
und Leistungsfhigkeit aus, entwickeln gemein-
sam mit wichtigen Lieferanten innovative Produkte 
und Verfahren und vermeiden zugleich Risiken bei 
unserer Versorgung mit Rohstoffen, etwa, indem 
wir bei Kernmaterialien oder -komponenten einer 
Abhngigkeit von einem oder wenigen Lieferanten 
vorbeugen. Fr unsere weltweit wichtigsten Zulie-
ferer von Fertigungsmaterialien, -komponenten und 
-bauteilen haben wir im Berichtsjahr innerhalb von 
OPQ ergnzend ein neues Risikomanagementsystem 
eingefhrt. Es ermglicht uns, unsere Versorgung 
mit Kernrohstoffen sowie die Beziehungen zu stra-
tegischen Lieferanten regionenbergreifend nach 

Fresenius Medical Care 2010 


81 


einheitlichen Kriterien zu berwachen und dadurch 
mgliche Risiken noch frher zu erkennen. Zu diesen 
Kriterien gehren eine gleichbleibend hohe Liefer-
qualitt, die kurz-und mittelfristige Lieferverfgbar-
keit, die Wahrscheinlichkeit von Naturkatastrophen 
sowie Whrungsrisiken. 

Supply Chain Management 

Auf dem Gebiet des Supply Chain Managements ist 
OPQ im Segment Nordamerika fr die gesamte Steu-
erung der Lieferkette zustndig, von der Verteilung 
der Rohmaterialien an die Produktionswerke bis zur 
Lieferung der fertigen Produkte an die Kunden. Im 
Segment International steuert OPQ einen Teil der 
Lieferkette  vom Rohmaterial bis zur Auslieferung 
der fertigen Produkte an unsere zentralen Verteil-
zentren, zum Beispiel Biebesheim in Deutschland; die 
weiteren Stufen sind in regionaler Verantwortung. 
Auch die Zusammenarbeit zwischen dem OPQ-Pro-
duktionsnetz und unseren regionalen Supply-Chain-
Management-Teams wollen wir strken. Das Ziel 
dabei ist, die Steuerung unserer Lieferkette insge-
samt effizienter zu gestalten, indem wir Risiken wie 
eine unzureichende Planung der Produktionsmengen 
oder eine unwirtschaftliche Verteilung von Produk-
tionsauftrgen an unsere Werke mglichst vermeiden. 

Im Segment International haben wir im Jahr UVWV 
beispielsweise ein neues Planungssystem fr die 
Bedarfsermittlung und Lagerhaltung bei unseren 
wichtigsten Einweg-Erzeugnissen eingefhrt, und 
zwar zunchst fr Blutschlauchsysteme; ab UVWW wer-
den wir es auch auf Dialyselsungen und Dialysato-
ren ausweiten. Dank des neuen Systems knnen wir 
fr diese Produkte erstmals alle Aufgaben entlang 

der Lieferkette fr alle Regionen und Standorte im 
Segment International zentral steuern und planen. 
Der Bedarf, den unser Vertrieb meldet, wird dabei 
kontinuierlich mit den Produktionskapazitten und 
der Lagerhaltung innerhalb unseres OPQ-Netzwerks 
abgestimmt. Eine besondere Verteilungslogik sorgt 
dafr, dass Produktionsauftrge bei gleichen Produk-
ten und Herstellverfahren effizient unter den jewei-
ligen Produktionswerken aufgeteilt werden. Dank 
standardisierter Technologien und Qualittssysteme 
knnen die Werke die Mengen der einzelnen Pro-
dukte, die sie fertigen, flexibel an den Bedarf des 
Vertriebs anpassen. Steigt beispielsweise vorberge-
hend die Nachfrage nach einem Produkt, das ber-
wiegend in einem bestimmten Werk hergestellt wird, 
kann ein zweites Werk kurzfristig seine Kapazitten 
fr dieses Produkt hochfahren und mitproduzieren. 

Das neue System fr die Bedarfsermittlung und 
Lagerhaltung basiert auf der Initiative ]}^~z. Wir 
haben UVVv in der Region zPz^~^ (Europa, Naher 
Osten, Afrika, Lateinamerika) mit der Arbeit an ]}^~z 
begonnen und werden diese noch bis Ende UVWW fort-
setzen, um die Flexibilitt und Wirtschaftlichkeit des 
Lieferkettenmanagements mit verschiedenen Ma-
nahmen zu erhhen und zu vereinheitlichen. Neben 
einer standardisierten Planung von Produktionsbe-
darf und Lagerhaltung gehrt zu den Teilprojekten 
von ]}^~z auch eine automatisierte Nachschubsteuer-
ung, die dafr sorgt, dass unsere Landeslager mit 
Waren aufgefllt werden, wenn ihr Bestand eine 
Untergrenze erreicht hat. So wollen wir sowohl die 
Servicequalitt als auch die Wirtschaftlichkeit unserer 
Lieferkette weiter erhhen und Kosten in Millionen-
hhe einsparen. 

Fresenius Medical Care 2010 


2.5 Unser Geschft mit 
Dialysedienstleistungen 
82 

Kapitel 2.5 

U
UUN
NNS
SSE
EER
RRG
GGE
EES
SSC
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HH
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TTM
MMI
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SST
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UUN
NNG
GGE
EEN 
NN

VOM THERAPIEKONZEPT BIS ZUM SERVICE 
FR PATIENTEN UND PARTNER 

Als vertikal integriertes Dialyseunternehmen liefern 
wir die Produkte, die wir fertigen, nicht nur an 
unsere Kunden, sondern setzen sie auch tglich in 
den eigenen Kliniken ein. Davon profitiert unser 
gesamtes Geschft  denn der direkte Austausch 
mit Patienten, rzten und Dialysefachkrften hilft 
uns dabei, unsere Leistungen und Produkte konti-
nuierlich zu verbessern und die Bedrfnisse unserer 
wichtigsten Anspruchsgruppen stets im Blick zu 
behalten. Unsere im Markt einzigartige Erfahrung 
als Anbieter von sowohl Dialyseprodukten als auch 
Dialysedienstleistungen macht uns zudem fr Part-
ner im Gesundheitswesen immer hufiger zu einem 
geschtzten Berater  und ffnet uns dadurch die 
Tren zu neuen Mrkten. 

THERAPIEKONZEPT VON 
FRESENIUS MEDICAL CARE 

Ganzheitlich wie unser Geschftsmodell der verti-
kalen Integration siehe Grafik ).F.G ist auch unser 
Qualittsverstndnis bei Dialysetherapien und 
zustzlichen Service-Angeboten: Mit den Marken 
UltraCare in Nordamerika sowie NephroCare in 
den Regionen zPz^~^ (Europa, Naher Osten, 
Afrika, Lateinamerika) und Asien-Pazifik haben 
wir ein umfassendes Therapiekonzept zum Stan-
dard in unseren Kliniken und bei der Heimdialyse 
gemacht. Dieses Konzept fut auf den folgenden 
Prinzipien: 


Unsere Qualittsstandards bei Dialysedienstleis-
tungen sind darauf ausgerichtet, den Patienten die 
besten verfgbaren Therapien zu bieten. 
Wir setzen in unseren Kliniken und bei der Betreu-
ung von Heimdialyse-Patienten die unternehmens-
eigenen hochwertigen Produkte, Medikamente und 
Verfahren ein; diese werden von unserer Forschung 
und Entwicklung stetig weiterentwickelt. 
Wir bieten unseren Patienten eine umfassende 
Therapie und medizinische Beratung durch qualifi-
zierte, motivierte Klinikmitarbeiter und rzte. 
Wir schaffen in unseren Kliniken eine sichere und an-
genehme Atmosphre fr Patienten und Mitarbeiter. 
Wir steigern systematisch unsere Leistung und 
Effizienz, indem wir fortlaufend eigene klinische 
Behandlungsdaten erheben und miteinander verglei-
chen, nach externen wie internen Qualittsstandards 
arbeiten und unsere Kliniken professionell fhren. 
Gem diesen Prinzipien gelten fr unsere Dialyse-
kliniken besondere Richtlinien, zum Beispiel fr die 
Pflege der Patienten, die Hygiene im Klinikalltag, die 
Architektur unserer Einrichtungen und die Wasser-
reinheit bei der Behandlung. Spezialistenteams hel-
fen den Lndern dabei, diese Standards umzusetzen 
und dauerhaft einzuhalten. Da wir unsere Patienten 
umfassend betreuen mchten, werden unsere Teams 
aus rzten und Dialysefachkrften in den Kliniken 
zum Teil durch Ernhrungsspezialisten und Sozialp-
dagogen untersttzt. Fr die Beratung rund um das 

:

F
FFR
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TTE
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RRN
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HHM
MME
EEN
NN1 
11 

Grafik ).F.G 

Auswertung der Behandlungsergebnisse 

Klinische Datenbanken 


Dialysedienstleistungen UltraCare & NephroCare 

1 


Eigene 
Darstellung 



Forschung und Entwicklung 


Produktion 
Produkte und Therapien 

Fresenius Medical Care 2010 


83 


Leben mit der Dialyse erstellen wir zudem eigene 
Aufklrungsmaterialien, wie Filme oder Patienten-
zeitschriften  zum Beispiel PatientLine in den \]^ 
oder NephroCare for me in der Region zPz^~^. 

In Nordamerika frdern verschiedene Beirte mit 
ihrer Arbeit die Weiterentwicklung unserer Standards 
und Services. Beispielsweise befasst sich ein Beirat 
fr Sozialarbeit mit psychosozialen Belangen der 
Patienten und konzipiert Fortbildungsprogramme 
fr unsere Sozialpdagogen; ein vergleichbares Gre-
mium fr Dialyseschwestern entwickelt Richtlinien 
und Verfahren fr den Klinikalltag weiter. Medizini-
sche Beirte untersttzen uns sowohl auf regionaler 
Ebene als auch unternehmensweit bei der Zusam-
menarbeit mit Nierenfachrzten, um die bestmgli-
chen Behandlungsergebnisse fr unsere Patienten zu 
erzielen. Der Patientenbeirat setzt sich aus Patien-
ten aller Regionen in den \]^ zusammen, in denen 
wir Kliniken betreiben; er bert uns unter anderem 
dabei, wie wir gesundheitliche Aufklrungsmateria-
lien noch anschaulicher gestalten knnen. 

Auch im Segment International pflegen wir den 
direkten Dialog mit unseren Patienten, um unsere 
Dienstleistungen kontinuierlich zu verbessern. Zu die-
sem Zweck haben wir zum Beispiel in Grobritannien 
erstmals im vergangenen Jahr einen Runden Tisch 
durchgefhrt, der nun regelmig stattfinden soll. 

QUALITTSMANAGEMENT 

Wie erfolgreich wir das Markenversprechen von 
NephroCare und UltraCare einhalten, messen und 
vergleichen wir in den einzelnen Kliniken ebenso 
wie auf regionaler Ebene anhand bestimmter Leis-
tungsindikatoren, die unter anderem in den Kenn-
zahlensystemen NephroCare Balanced Scorecard 
und UltraScore festgelegt sind. Diese umfassen 

 neben branchenrelevanten klinischen Richtwer-
ten siehe Tabelle ).F.) auf Seite JK  auch unterneh-
menseigene Qualittsziele, die wir beispielsweise an 
unsere Service-und Beratungsleistungen knpfen. In 
den \]^ zeichnen wir jhrlich die Dialysezentren, die 
unsere Leistungsziele am besten erfllen, mit dem 
Preis UltraCare Center of Excellence Award aus. 
In der Region zPz^ (Europa, Naher Osten, Afrika) 
vergeben wir einmal im Jahr an das Management 
unserer leistungsstrksten Lnder Auszeichnungen 
in verschiedenen Kategorien, darunter auch Bestes 
neues Land fr Lnder, in denen die NephroCare 
Balanced Scorecard neu eingefhrt wurde. 

Klinische Qualittsdaten 

In puncto Behandlungsqualitt richten unsere Klini-
ken ihre Arbeit an allgemein anerkannten Qualitts-
standards unserer Branche aus, insbesondere den 
.fQ.t-Richtlinien (Kidney Disease Outcomes Quality 
Initiative) aus den \]^, dem z.hO-Standard (European 
Best Practice Guidelines) aus Europa sowie zuneh-
mend auch den .ftOQ-Richtlinien (Kidney Disease: 
Improving Global Outcomes), einer noch jungen 
weltweiten Initiative. Gem diesen Richtlinien erhe-
ben wir mittels klinischer Datenmanagementsysteme 
laufend bestimmte medizinische Parameter, die wir 
anonymisiert auswerten  mit dem Ziel, die Quali-
tt unserer Dialysebehandlungen zu messen und 
kontinuierlich zu verbessern. Einer dieser Parameter 
ist der Kt/V-Wert. Er gibt anhand eines Markers 
Aufschluss darber, ob ein Patient bei der Dialyse 
wirkungsvoll entgiftet wurde; bei der Berechnung 
des Kt/V-Wertes wird dessen Krpergre berck-
sichtigt. Ein Marker ist die Konzentration einer spe-
zifischen Substanz im Blut, die auf eine bestimmte 
Erkrankung hinweist. Im Fall des chronischen Nieren-
versagens nutzt man als Marker den Harnstoff, der 
von einer gesunden Niere in groen Mengen ausge-
schieden wird und beim Dialysepatienten durch die 
Nierenersatztherapie aus dem Blut gefiltert werden 
muss. Ein weiterer Qualittsindikator ist der Albumin-
wert im Blut; Albumin ist ein Eiwei (Protein), das 
auf den allgemeinen Ernhrungszustand eines Pati-
enten schlieen lsst. Darber hinaus streben wir fr 
die Patienten gemeinsam mit ihrem jeweiligen Nie-
renfacharzt einen bestimmten Hmoglobin-Wert an. 
Hmoglobin ist der Bestandteil der roten Blutkrper-
chen, der Sauerstoff im Krper transportiert; ein zu 
geringer Anteil davon im Blut weist auf Blutarmut 
(Anmie) hin. Diese ist bei Patienten mit chronischem 
Nierenversagen typisch und wird begleitend zur Dia-
lyse mit Eisenprparaten und dem Hormonprparat 
Erythropoietin dzhQg behandelt, um die Bildung von 
roten Blutkrperchen zu ermglichen. Der Phosphat-
wert schlielich zeigt an, ob die Therapie des Patien-
ten mittels Dialyse und Medikamenten ausreicht, 

Fresenius Medical Care 2010 


2.5 Unser Geschft mit 
Dialysedienstleistungen 
84 

um ber die Nahrung aufgenommenes Phosphat im 
Krper zu binden. Beim gesunden Menschen wird 
berschssiges Phosphat von der Niere ausgeschie-
den; eine kranke Niere kann dies nicht leisten. Ein 
zu hoher Phosphatgehalt im Blut kann unter ande-
rem zu Knochenerkrankungen, Beeintrchtigungen 
der Nebenschilddrse und Gefverkalkungen fh-
ren. Auch die Anzahl der Tage, die Patienten los-
gelst von der Dialyse im Krankenhaus verbringen 
mssen, ist fr uns ein wichtiger Indikator  denn 
Krankenhaustage schrnken die Lebensqualitt der 
Dialysepatienten erheblich ein und sind zudem sehr 
kostenintensiv. 

Darber hinaus erfassen wir die Anzahl der Patienten, 
bei denen als Gefzugang fr die Dialysebe-
handlung ein Hmodialyse-Katheter genutzt 
wird siehe Glossar auf Seite GFL, und setzen uns mit ver-
schiedenen Initiativen dafr ein, dass diese Zahl wei-
ter zurckgeht. Hintergrund dafr ist, dass Katheter 
mit schweren Entzndungen und zustzlichen Kran-
kenhaustagen in Verbindung gebracht werden. In den 
\]^ zum Beispiel hat sich im Berichtsjahr durch diese 
Initiativen (ein Beispiel dafr finden Sie auf Seite JM) 
die Anzahl der Patienten mit einem Katheter um x . 
reduziert. 

Weitere Informationen zu Qualittsdaten finden Sie 
in der Tabelle U.x.U. 

Qualittsmanagementsysteme 

Wie an unseren Produktionsstandorten haben 
wir auch in unseren Dialysezentren Qualitts-

managementsysteme etabliert, deren Umsetzung 
wir regelmig extern prfen lassen. In Europa 
zum Beispiel bernimmt dies der uu.: Die Sach-
verstndigenorganisation kontrolliert in Audits 

 standardisierten Inspektionen  jhrlich unsere 
Klinikorganisation, sowohl nach der Norm t]Q vVVW 
als auch nach den Kriterien des uu.-Zertifizierungs-
zeichens Good Dialysis Practice(auf Deutsch etwa 
gute Dialysepraxis ). In den \]^ werden unsere 
Kliniken von den Centers for Medicare and Medi-
caid Services d}P]g, den Behrden des staatlichen 
Gesundheitsfrsorgeprogramms, auditiert. 
Nierenfachrzte sind auf umfangreiche Labortests 
angewiesen, um die Dialysetherapie individuell auf 
den Patienten abstimmen zu knnen. Im Jahr UVWV 
hat unsere Tochtergesellschaft fr Labordienstleis-
tungen, Spectra Laboratories, als erstes medizini-
sches Testlabor in den \]^ eine Zertifizierung nach 
der Norm t]Q WxWwv-UVV erhalten; in dieser Norm 
sind Qualittsanforderungen fr medizinische Labo-
ratorien festgeschrieben. Unsere Qualittsmanage-
mentsysteme berprfen wir regelmig auch in 
unternehmensinternen Audits; sie werden von Mit-
arbeitern durchgefhrt, die wir eigens dafr aus-
und weiterbilden. 

Qualittsbefragungen und -projekte 

Die Zufriedenheit unserer Patienten und Klinikmit-
arbeiter messen wir jeweils auch mit Hilfe regelm-
iger Befragungen. Beispielsweise waren gem 
einer landesweiten Umfrage in den \]^ im Berichts-
jahr vr . der Klinik-und Heimtherapie-Patienten mit 

QQU
UU
A
AA
L
LL
I
II
T
TT


T
TT
S
SS
D
DD
A
AA
T
TT
E
EE
N 
NN 
Jeweils bezogen auf das Tabelle ).F.) 
letzte Quartal, in % 
USA Europa/Naher Osten/Afrika 
2010 
2009 2010 
2009 
Kt/V > 1,2 97 96 95 95 
Hmoglobin = 10 12 g/dl 71 64 54 52 
Hmoglobin = 10 13 g/dl 89 88 77 77 
Hmoglobin < 10 g/dl 7 7 12 11 
Albumin = 3,5 g/dl1 84 83 86 86 
Kein Katheter 76 73 82 83 
Phosphat 3,5  5,5 mg/dl 57 55 59 61 
Krankenhaustage pro Patient 9,9 10,0 9,7 8,6 

1 


Internationaler 
Standard 
BCR 
CRM470. 


Fresenius Medical Care 2010 


85 


unseren Leistungen zufrieden bis sehr zufrieden. Wir 
fhren diese Befragung als festen Bestandteil von 
UltraCare jhrlich gemeinsam mit einem unabhngi-
gen Partner durch  wegen des wachsenden Anteils 
spanischsprachiger Einwanderer in den \]^ nicht 
nur auf Englisch, sondern auch auf Spanisch. Den 
umfassenden Fragebogen zur Qualitt von Betreu-
ung und Service beantworteten UVWV ber .x.VVV und 
damit rund die Hlfte unserer Patienten in den \]^. 
Strken von Fresenius Medical Care sind demnach 
neben der Einhaltung strenger Hygienestandards 
auch die Umgangsformen unserer Dialysefachkrfte, 
Ernhrungsspezialisten und Sozialpdagogen: Die 
berwiegende Mehrheit unserer Patienten empfin-
det diesen Umgang als respektvoll, zuvorkommend 
und frsorglich. Besser werden mssen wir laut 
Umfrage zum Beispiel bei den Wartezeiten vor der 
Behandlung, die ein Teil der Patienten als zu lang 
empfindet; einige Patienten wnschen sich zudem 
noch mehr Aufklrung zur Heimdialyse und bestr-
ken uns damit in unserem Ansatz, zu diesem Thema 
besondere Aufklrungsprogramme anzubieten und 
weiter auszubauen siehe Seite JM. Unsere Dialyse-
kliniken knnen die Ergebnisse der Befragung auch 
individuell fr ihre Einrichtung abrufen; wir stellen 
ihnen ein Instrument zur Verfgung, mit dem sie den 
Fragebogen auswerten und als Grundlage fr Ver-
besserungen nutzen knnen. 

Als Teil unseres Therapiekonzepts NephroCare fh-
ren wir ebenfalls regelmig Umfragen durch, um 
Verbesserungsmglichkeiten zu erkennen, auch bei 
unseren Klinikmitarbeitern. Hier ist es unser Ziel, 
die Identifikation des Personals mit dem Unterneh-
men zu frdern. Die Mitarbeiterbefragungen finden 
in den einzelnen Lndern alle zwei Jahre statt, UVWV 
in Ungarn, Slowenien, Polen, Rumnien, Portugal, 
Argentinien und Kolumbien. Die Beteiligung an der 
Umfrage lag in diesen Lndern zwischen wV und vV . 
der Mitarbeiter. Besonders schtzen die Befragten 
die gute Ausstattung ihres Arbeitsplatzes, etwa den 
hohen technischen Stand der Gerte und des Zube-
hrs, die ihnen zur Behandlung der Patienten zur 
Verfgung stehen. Eines der Ergebnisse auch bei der 
aktuellen Befragung war, dass die Mitarbeiter sich mit 
den hohen Qualittsstandards von Fresenius Medical 
Care identifizieren: Fast alle Befragten wrden die 
Klinik, in der sie arbeiten, Verwandten oder Freunden 
zur Dialysebehandlung empfehlen. Mehr Frderung 

wnschen sich die Mitarbeiter noch beim fachlichen 
Erfahrungsaustausch, zum Beispiel durch die Mg-
lichkeit, mehr Konferenzen zu besuchen, und allge-
mein bei ihrer Weiterbildung. Diesem Thema wollen 
wir uns im Rahmen des Programms NephroCare 
Excellence siehe folgenden Absatz in den kommen-
den Jahren verstrkt widmen. 

Im Segment International ist unser Geschft mit 
Dialysedienstleistungen  anders als im nordame-
rikanischen Markt  von einer hohen Vielfalt und 
Komplexitt der Gesundheits-und Vergtungssys-
teme geprgt; zudem steht hier der Eintritt in neue 
Mrkte auf unserer Agenda. In manchen Regionen 
ist bei unserem Markteintritt noch gar keine Versor-
gungsinfrastruktur fr Dialysepatienten vorhanden; 
in diesem Fall sind wir mit der Errichtung unserer 
Dialysekliniken die Ersten, die berhaupt in den 
Aufbau einer tragfhigen Versorgung investieren. 
Dialysezentren, die wir akquirieren, entsprechen 
wiederum beim Erwerb mglicherweise noch nicht 
unseren Qualitts-und Managementstandards. 
Weil diese Standards fr die Lebensqualitt unserer 
Patienten, die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter und 
unseren wirtschaftlichen Erfolg entscheidend sind 
und wir zugleich unter solch heterogenen Bedin-
gungen ttig sind und weiter wachsen, haben wir in 
der Region zPz^~^ die Initiative NephroCare Excel-
lence gestartet. Sie fhrt erstmals alle unsere Qua-
littsrichtlinien fr die Gestaltung des Klinikalltags 
sowie beispielhafte Qualitts-und Effizienzprojekte 
einzelner Lnder in einem umfassenden Programm 
zusammen. Das NephroCare-Excellence-Programm 
soll die einzelnen Lnder dabei untersttzen, die 
Qualittsstandards und -instrumente von Nephro-
Care in allen Kliniken effizient, systematisch und 
innerhalb eines festgelegten Zeitplans einzufh-
ren. Unser Ziel lautet hier, die Ablufe in unserem 
Kliniknetz zu harmonisieren, die Identifikation der 
Klinikmitarbeiter mit den Werten von NephroCare 
zu strken und die noch junge Marke sowohl im 
Unternehmen als auch auerhalb noch strker ins 
Bewusstsein unserer Zielgruppen zu rcken. Dadurch 
wollen wir die Qualitt unserer Leistungen insge-
samt kontinuierlich weiter erhhen. 

Das NephroCare-Excellence-Programm besteht aus 
mehreren Stufen. Das Erfllen der Anforderungen 
auf den einzelnen Stufen stellt unterschiedlich hohe 

Fresenius Medical Care 2010 


86 


2.5 Unser Geschft mit 
Dialysedienstleistungen 
Fresenius Medical Care 2010 

Ansprche an die Kliniken. Die ersten Programm-
stufen sehen vor, dass die Kliniken innerhalb eines 
festgelegten Zeitraums die grundlegenden Qua-
littsstandards von NephroCare einfhren und 
umsetzen; dazu gehren zum Beispiel die korrekte 
Messung der Behandlungsqualitt anhand unserer 
klinischen Datenbank, die Einhaltung unserer Richt-
linien fr die Pflege der Patienten und die Herstel-
lung hochreinen Wassers fr die Behandlung sowie 
die Einfhrung des Compliance-Programms von 
Fresenius Medical Care. Die fortgeschrittenen Stu-
fen widmen sich der weiteren Qualittssteigerung 
und bauen zum Teil auf vorangegangenen Stufen 
auf. Ein Beispiel ist das Thema Kommunikation mit 
den Patienten: Eine Anforderung in diesem Bereich 
ist, dass die Patienten in unseren Kliniken Zugang zu 
Informationsmaterialien, etwa unserer Patientenzeit-
schrift, sowie zu bestimmten Beratungsleistungen 
durch unsere Mitarbeiter haben. Die nchste Stufe 
von NephroCare Excellence erfordert dann, dass 
die Klinik Instrumente zum sogenannten Patient 
Empowerment einfhrt, also zur Strkung des 
Selbstvertrauens des Patienten und zu seiner Bef-
higung, aktiv zur Verbesserung seiner Lebensqualitt 
beizutragen. Beispiele dafr sind unsere Patienten-
befragung sowie Trainingsprogramme, bei denen 
die Patienten angeleitet werden, wie sie gesunde 
Mahlzeiten zubereiten, ihren Gefzugang richtig 
pflegen oder sich krperlich fit halten knnen. Die 
Einstufung der Lnder und ihrer Kliniken innerhalb 
des Programms, die zu erreichenden Ziele sowie 
der dafr vorgesehene Zeitplan werden gemeinsam 
vom Klinikmanagement vor Ort und einem zentralen 
NephroCare-Excellence-Projektteam festgelegt und 
regelmig berprft. 

Im Jahr UVWV haben wir in den Lndern der Region 
zPz^~^ bereits erste Projekte innerhalb des Nephro-
Care-Excellence-Programms umgesetzt; wir planen, 
das Programm als Rckgrat unseres Qualittsma-
nagements in den kommenden Jahren weiterzuent-
wickeln und zustzliche Inhalte zu integrieren. Dabei 
werden wir auch die Erfahrungen einbeziehen, die 
wir in der ersten Phase des Programms in den einzel-
nen Lndern gesammelt haben. 

SERVICE FR PATIENTEN UND PARTNER 

Ein ganzheitliches Verstndnis von Qualitt  das 
bedeutet fr Fresenius Medical Care, dass wir Pati-
enten auch ber die Versorgung mit Dialysepro-
dukten und -dienstleistungen hinaus bestmglich 
betreuen mchten. Unser Kernangebot als Dialyse-
unternehmen ergnzen wir deshalb durch Zusatzan-
gebote wie die Beratung fr Patienten und Partner 
im Gesundheitswesen sowie weitere Services. 

Beratung fr Patienten 

Je umfassender ein Nierenpatient ber seine 
Krankheit informiert ist  und ber seine eige-
nen Mglichkeiten, den Krankheitsverlauf gnstig 
zu beeinflussen  desto besser die Ergebnisse der 
Behandlung. Deshalb legt Fresenius Medical Care 
groen Wert auf eine intensive gesundheitliche 
Beratung und Schulung von Dialysepatienten. Im 
Berichtsjahr haben wir unser Beratungsangebot 
weiter ausgebaut. Ein Beispiel ist die Serie Thrive! 
with UltraCare (auf Deutsch etwa Gut leben mit 
UltraCare ), die wir UVWV um eine neue Reihe von 
Videos und Hrspielen erweitert haben. Darin 
sprechen Dialysepatienten, die in Kliniken von 
Fresenius Medical Care betreut werden, ber The-
men, die vielen Patienten Schwierigkeiten bereiten, 
aber auf den Behandlungserfolg einen erheblichen 
Einfluss haben: Warum es zum Beispiel entschei-
dend ist, jeden Behandlungstermin wahrzuneh-
men, warum ein Patient darauf achten muss, sich 
gesund zu ernhren, sich zu bewegen und wenig 
Flssigkeit zu sich zu nehmen, oder wie er mit 
Depressionen umgehen kann. Diese treten bei den 
Patienten aufgrund der Einschrnkungen durch die 
Nierenerkrankung hufiger auf. Unsere Patienten in 
den \]^ knnen sich die Thrive!-Materialien in den 
Kliniken oder zu Hause mit ihren Familien ansehen 
und -hren. Mit Hilfe der Trainingsmodule des Pro-
gramms sollen auerdem unsere Klinikmitarbeiter 
befhigt werden, sich besser in die Patienten hinein-
zuversetzen, um noch strker auf deren Bedrfnisse 
eingehen und sie dadurch zur noch disziplinier-
teren Einhaltung ihres Therapieplans motivieren zu 
knnen. 


87 


An Patienten mit Vorstufen des chronischen Nieren-
versagens richtet sich unser Treatment Options 
Program (TOPs), auf Deutsch etwa Programm zu 
Behandlungsmglichkeiten. Wir bieten es in den 
\]^ seit UVV. kostenlos auf Englisch und Spanisch 
an, um die Patienten und ihre Familien ber die 
verschiedenen Behandlungsmglichkeiten beim 
chronischen Nierenversagen aufzuklren  von der 
Hmodialyse-Behandlung in der Klinik ber eine 
Peritonealdialyse-Therapie zu Hause bis hin zur Nie-
rentransplantation. Zudem erlutern wir den Patien-
ten, wie wichtig es fr die Qualitt der Therapie ist, 
frhzeitig vor Beginn der Dialyse einen geeigneten 
Gefzugang legen zu lassen, um das Risiko einer 
Infektion zu minimieren und fr einen optimalen 
Blutfluss whrend der Behandlung zu sorgen: Es ist 
erwiesen, dass ein Zugang in Form einer arteriove-
nsen Fistel siehe Glossar auf Seite GFZ das Risiko von 
Komplikationen und zustzlichen Krankenhaustagen 
im Vergleich zum Hmodialyse-Katheter deutlich ver-
ringert. Von September UVV. bis Oktober UVWV haben 
wir mit TOPs bereits mehr als WZ..xVV Patienten 
geschult; rund vV Prozent der befragten Patienten 
gaben an, das Programm bei ihrer Orientierung hilf-
reich gefunden zu haben. Im Segment International 
nutzen wir das Programm Kidney Options, um Pati-
enten  hnlich wie bei TOPs  eine erste Orientie-
rung zum Verlauf des chronischen Nierenversagens 
und mglichen Therapieformen zu geben. Inzwischen 
ist die Aufklrungsserie in Uw Sprachen verfgbar 
und wird weltweit in ber ZV Lndern eingesetzt. 

Beginnen Patienten schlielich mit der Dialyse, so 
ist diese erste Phase der Therapie fr sie hufig 
besonders schwierig: Der Lebensalltag ndert sich 
einschneidend; sie mssen die Zeit fr eine mehr-
stndige Behandlung mehrmals in der Woche ein-
planen, die Auswahl an Speisen, die sie zu sich 
nehmen drfen, ist eingeschrnkt. Tglich mssen 
sie zahlreiche Medikamente einnehmen  und das 
bei stark reduzierter Trinkmenge. Vielen Patienten 
fllt es schwer, die notwendige Disziplin fr diesen 
Behandlungsplan aufzubringen  besonders dann, 
wenn sie wenig ber ihre Krankheit wissen. Um sie 

gerade in dieser ersten schwierigen Phase auch ber 
ihren Besuch in unserer Klinik hinaus noch intensi-
ver zu betreuen, hat Fresenius Medical Care UVWV in 
Nordamerika das Programm RightStart eingefhrt, 
das wir sukzessive auf alle unsere Kliniken in den \]^ 
ausweiten: Jeder neue Dialysepatient erhlt knf-
tig whrend der ersten Monate seiner Behandlung 
einen wchentlichen Besuch oder Anruf von einer 
Dialysefachkraft, die auf das Case Management 
spezialisiert ist siehe Glossar Seite GFM. Dieser Case 
Manager informiert den Patienten umfassend ber 
den Krankheits-und Behandlungsverlauf, ber die 
Bedeutung eines hochwertigen Gefzugangs, ber 
eine gesunde Ernhrung und besondere Behand-
lungsanforderungen, wenn der Patient auerdem 
an Diabetes leidet (zustzliche Untersuchungen und 
Glukosetests). Er beantwortet Fragen des Patienten 
und arbeitet mit dem Team der Dialyseklinik eng 
zusammen, damit dieses die Therapie mglichst eng 
auf die Bedrfnisse des Patienten abstimmen kann. 
RightStart soll die Klinikteams dabei untersttzen, 
die Lebensqualitt der Patienten in der kritischen 
ersten Therapiephase zu verbessern, und zugleich 
das Selbstbewusstsein der Patienten strken  denn 
diese tragen erheblich zum Behandlungserfolg bei, 
wenn sie Eigeninitiative zeigen, fundierte Informa-
tionsangebote nutzen und bewusst Entscheidungen 
fr ihre Gesundheit treffen. 

Beratung fr Partner im Gesundheitswesen 

In der komplexen  und vergleichsweise jungen 

 medizinischen Disziplin der Dialyse sind konti-
nuierliche Schulungsangebote fr rzte und Pfle-
gepersonal ebenso wichtig wie die Beratung der 
Patienten. Im Rahmen des Advanced Renal Edu-
cation Program d^.zhg, unserem internetbasierten 
Weiterbildungsprogramm in den \]^ zu Themen 
rund um die Behandlung und Pflege von Dialyse-
patienten, bieten wir beispielsweise ganz-und 
halbtgige Seminare fr Nephrologen sowie E-Lear-
ning-Kurse fr rzte und Pflegepersonal an. Ver-
strkt schulen wir auch rzte in Asien, Afrika und 
dem Nahen Osten zu Qualittsthemen in der Dialyse, 
wo Behandlungsstandards zum Teil noch entwickelt 
Fresenius Medical Care 2010 


88 


2.5 Unser Geschft mit 
Dialysedienstleistungen 
Fresenius Medical Care 2010 

werden und die Nachfrage nach einer professio-
nellen Beratung entsprechend gro ist. Weltweit 
organisiert Fresenius Medical Care auerdem Fach-
tagungen, Vortrge und Workshops gemeinsam mit 
internationalen Experten der Nierenheilkunde. 

Auch Gesundheitsbehrden und -organisationen 
beraten wir: In Russland zum Beispiel untersttzt 
Fresenius Medical Care Initiativen, in denen neue 
Qualittsstandards in der Dialyse erarbeitet wer-
den. Den Rahmen dafr bietet unter anderem eine 
deutsch-russische Nichtregierungsorganisation, die 
gemeinsame Projekte der beiden Lnder zur Verbes-
serung der medizinischen Versorgung koordiniert. 
Durch ihr Know-how gelten deutsche Gesundheits-
unternehmen in Russland als verlssliche und quali-
fizierte Partner. 

Weitere Serviceangebote 

Zu unserem Service gehren neben Beratungs-und 
Schulungsprogrammen weitere Angebote. Ein Bei-
spiel ist die Versandapotheke Fresenius Rx, die wir in 
den \]^ betreiben. Dialysepatienten mssen in der 
Regel tglich zahlreiche verschiedene Medikamente 
einnehmen. Weil viele Menschen mit chronischem 
Nierenversagen zudem unter Begleiterkrankungen 
wie Diabetes oder Herz-und Gefkrankheiten lei-
den, erhalten sie hufig Rezepte von verschiedenen 
rzten. Fresenius Rx ist auf die Bedrfnisse von Nie-
renpatienten spezialisiert und untersttzt sowohl sie 
als auch rzte und Kliniken: 


Ein Team von Apothekern berprft alle Rezepte 
eines Patienten auf mgliche Wechselwirkungen und 
fhrt alle Verschreibungen in einer Liste zusammen, 
die regelmig an die Dialyseklinik und die behan-
delnden rzte geschickt wird. So tragen wir zu Trans-
parenz und damit zu einer sicheren Behandlung bei. 
Wir liefern die Medikamente kostenlos an die Pati-
enten; diese werden informiert, wenn eine neue 
Sendung unterwegs ist. Luft ein Arzneimittelrezept 
demnchst ab und muss erneuert werden, benach-
richtigen wir wiederum den Arzt. So stellen wir 
Unregelmigkeiten bei der Medikamentenein-
nahme eines Patienten fest und untersttzen 
dadurch den Behandlungserfolg. 
Ein Team von Spezialisten ist UZ Stunden am Tag 
und sieben Tage die Woche fr Rckfragen von 
Patienten oder rzten erreichbar. 
Dialysedienstleistungen in Krisensituationen 

Bei extremen Witterungsverhltnissen oder gar Natur-
katastrophen wie schweren Strmen oder Fluten 
werden in Nordamerika professionelle Noteinsatz-
teams von Fresenius Medical Care aktiv. Um die 
lebenserhaltende Dialysebehandlung fr die Patien-
ten fortzufhren, bernehmen diese Teams, zum Bei-
spiel whrend der Hurrikan-Saison, die Koordination 
von Notunterknften, den Einsatz von Generatoren, 
die Verteilung von Nahrungsmitteln und Treibstoff 
sowie die Einteilung zustzlicher Mitarbeiter. Der 
bergeordnete Krisenstab (Incident Command Cen-
ter) von Fresenius Medical Care North America steht 
dabei in engem Kontakt mit dem \]-weiten Krisen-
netzwerk Kidney Community Emergency Response 
Coalition d.}z.g, einem Zusammenschluss verschie-
dener Organisationen und Einrichtungen  etwa 
Patienten-und Berufsverbnden in der Nierenheil-
kunde, Dialyseanbietern, Krankenhusern sowie 
Behrden wie der Zulassungsstelle fr Lebensmittel 
und Medikamente yf^ und den Centers for Medicare 
and Medicaid Services d}P]g. Durch die Zusammen-
arbeit mit .}z. knnen wir unser Krisenmanagement 
bei Bedarf auch eng mit den Aktivitten staatlicher 
Einrichtungen koordinieren, zum Beispiel denen der 
Federal Emergency Management Agency dyzP^g, 
einer nationalen Koordinationsstelle der Vereinig-
ten Staaten fr Katastrophenhilfe, und des Heimat-
schutzministeriums (United States Department of 
Homeland Security), dem die yzP^ unterstellt ist. 

Im Jahr UVWV haben vor allem starke Schneestrme 
die Noteinsatzteams beschftigt. Hierbei konn-
ten wir dank unserer Notfallplne auch Patienten 
anderer Dialyseanbieter versorgen. Ein weiteres 
wichtiges Einsatzgebiet im Berichtsjahr war Haiti, 
wo wir innerhalb von U Stunden Dialysemateri-
alien an die Organisation rzte ohne Grenzen 
geliefert haben; Nheres dazu im Kapitel Verant-
wortung ab Seite LZ sowie in unserem Maga-
zin ab Seite K[. UVWV hat Fresenius Medical Care 
North America fr sein Krisenmanagementsystem 
und seine gute Zusammenarbeit mit externen 


89 


Kriseneinrichtungen eine Auszeichnung vom \]-
amerikanischen Zweig der International Association 
of Emergency Managers dt^zPg erhalten. t^zP ist ein 
gemeinntziger internationaler Verband, der sich 
weltweit unter anderem mit Publikationen, Semina-
ren und Konferenzen fr ein professionelles Krisen- 
und Katastrophenmanagement einsetzt. 

In der Region zPz^~^ haben wir in den vergange-
nen Jahren ebenfalls eine Krisenmanagement-Orga-
nisation aufgebaut, um Patienten und Mitarbeiter 
in Notfallsituationen, zum Beispiel bei Naturkatas-
trophen oder Pandemien, zu schtzen und die Pati-
enten auch unter schwierigen Rahmenbedingungen 
bestmglich zu versorgen. Nachdem sich unsere 
Aktivitten UVVv auf Pandemien und ganz konkret 
das eW.W-Virus (das Schweinegrippe-Virus) kon-
zentriert hatten, dessen Auswirkungen auf unser 

Geschft dank eines umfassenden Notfallplans sehr 
gering waren, wollen wir das Krisenmanagement 
in den kommenden Jahren fr andere Notfall-
szenarien weiter ausbauen. Einen greren Einsatz im 
Berichtsjahr hatten unsere Teams in Chile, nach dem 
schweren Erdbeben Ende Februar. Hier konnten wir 
innerhalb von Zw Stunden nach der Katastrophe fast 
alle eigenen Kliniken wieder in Betrieb nehmen und 
die Versorgung der Patienten unserer einzigen nicht 
mehr betriebsfhigen Klinik organisieren. Darber 
hinaus haben wir Wasseraufbereitungsspezialis-
ten, die auch ffentliche Kliniken und Dialysezent-
ren anderer privater Anbieter untersttzten, in die 
Region entsendet und in enger Zusammenarbeit mit 
dem chilenischen Gesundheitsministerium Kapazi-
tten geschaffen, um bis zu ZVV zustzliche Patien-
ten aus Gebieten zu behandeln, die vom Erdbeben 
betroffen waren. 

Fresenius Medical Care 2010 


2.6 Mitarbeiterinnen 
und Mitarbeiter 
90 

Kapitel 2.6 

M
MMI
IIT
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IIT
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MMI
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BBE
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IIT
TTE
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RR

Seinen wirtschaftlichen Erfolg und die fhrende 
Position im Dialysemarkt verdankt Fresenius Medical 
Care dem Engagement seiner Mitarbeiterinnen und 
Mitarbeiter. Um mglichst lange von ihrer Erfah-
rung zu profitieren, bieten wir ihnen ein anspruchs-
volles Arbeitsumfeld und langfristige Perspektiven 
fr ihre berufliche Entwicklung. Indem wir neue 
Talente gewinnen und ihre Entwicklung in unserem 
wachsenden internationalen Unternehmen gezielt 
frdern, investieren wir zugleich weiter in unsere 
eigene Zukunft. 

MITARBEITERENTWICKLUNG WELTWEIT 

Zum Ende des Jahres UVWV arbeiteten r.ZxU Mitar-
beiterinnen und Mitarbeiter (durchschnittlich Voll-
zeitbeschftigte) bei Fresenius Medical Care. Damit 
ist unsere Beschftigtenzahl erneut gewachsen: um 

x.Z.Z bzw. w . gegenber dem Vorjahr. Die Grnde 
fr diesen weiteren Anstieg waren einerseits das 
fortgesetzte organische Wachstum unseres Dia-
lysedienstleistungsgeschfts und andererseits die 
Akquisitionen in allen Regionen, insbesondere im 
Bereich der Dialysekliniken. Unsere Akquisitionen 
trugen im Berichtsjahr mit r, . zum Wachstum der 
weltweiten Mitarbeiterzahl bei. Wir mussten erneut 
keine Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter aufgrund 
von Werkschlieungen oder hnlichen Manahmen 
entlassen. So setzte sich auch UVWV der Trend der 
Vorjahre fort: In den vergangenen WV Jahren ist die 
Zahl der Mitarbeiter im Durchschnitt um mehr als 
 . pro Jahr gestiegen. 

In der Region Asien-Pazifik wuchs die Belegschaft 
im vergangenen Jahr um rV . und damit prozen-
tual am strksten, gefolgt von der Region zPz^ 
(Europa, Naher Osten, Afrika) mit einer Steigerung 
der Beschftigtenzahl von WU .. UVWV untersttzten 
Akquisitionen  zum berwiegenden Teil im Bereich 
des Kliniknetzes  unser organisches Wachstum in 
diesen Regionen; in Asien war dafr insbesondere 
der Erwerb des Klinikbetreibers Asia Renal Care ver-
antwortlich siehe auch Seite F[. Auch in den brigen 
Regionen vergrerte sich die Anzahl unserer Klini-
ken und damit die Belegschaft. 

In Deutschland waren zum Ende des Berichtsjah-
res wie bereits im Vorjahr circa r..VV Menschen fr 
Fresenius Medical Care ttig; das entspricht rund 
x,U . der Gesamtbelegschaft und macht unseren 
hohen Internationalisierungsgrad deutlich. Das 
Durchschnittsalter der Mitarbeiter von Fresenius 
Medical Care in Deutschland betrug ZW,w Jahre und 
erhhte sich damit leicht gegenber dem Vorjahr 
dZW,Wg. Die durchschnittliche Betriebszugehrigkeit 

Z
ZZA
AAH
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LL D
DDE
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RR M
MMI
IIT
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RR 

Grafik ).Z.G

Durchschnittlich 
Vollzeitbeschftigte 


;<=< 

2009 
2008 
2007 
2006 

67.988 
64.666 
61.406 
58.803 
M
MM
I
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T
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A
AA
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GG
I
II
O
OO
N
NN
E
EE
N 
NN 
Durchschnittlich Tabelle ).Z.) 
Vollzeitbeschftigte 
2010 
2009 Vernderung 
Nordamerika 44.129 42.175 4,6 % 
Europa/Naher Osten/Afrika 17.231 15.388 12,0 % 
Lateinamerika 6.951 6.467 7,5 % 
Asien-Pazifik 5.141 3.958 29,9 % 
G
GG
E
EE
S
SS
A
AA
M
MM
T 
TT 
73.452 67.988 8,0 % 

Fresenius Medical Care 2010 


91 


stieg von WV,v Jahren UVVv auf WW,W Jahre UVWV. Die 
Fluktuationsrate belief sich auf U,w . und bewegte 
sich damit erneut auf einem niedrigen Niveau; im 
Vorjahr hatte sie bei W,v . gelegen. 

Der weltweite Personalaufwand bei Fresenius 
Medical Care betrug im Berichtsjahr r,v P.f \] . und 
war damit rund  . hher als UVVv mit r,W P.f \] .. 
Das heit, dass wie im Vorjahr rund rr . des Umsat-
zes in den Personalaufwand flossen. Pro Mitarbeiter 
wurden UVWV durchschnittlich xZ u]f \] . aufgewen-
det dUVVv: xZ,.u]f\].g. 

PERSONALMARKETING UND -REKRUTIERUNG 

Fresenius Medical Care ermglicht Studenten, in ver-
schiedenen Bereichen des Unternehmens Praxiserfah-
rung zu sammeln: Wir betreuen Praktika, studentische 
Forschungs-, Projekt-und Abschlussarbeiten und 
arbeiten eng mit Hochschulen zusammen, damit uns 
junge Menschen frhzeitig als attraktiven Arbeitge-
ber kennenlernen knnen. Ein Beispiel ist die Fach-
hochschule Wrzburg-Schweinfurt dye.]g: Wegen 
ihrer sehr guten Ausbildung in den Bereichen Wirt-
schaftsingenieurwesen, Kunststofftechnik, Maschi-
nenbau, Ingenieurinformatik und insbesondere in der 
Elektrotechnik mit den Schwerpunkten Medizin-und 
Automatisierungstechnik sind ihre Studenten und 
Absolventen vor allem fr unser Werk Schweinfurt 
interessant, wo wir Dialysegerte entwickeln und 
fertigen. Im Jahr UVVv hat der Standort deshalb mit 
der ye.] einen Kooperationsvertrag geschlossen, der 
unter anderem Exkursionen von Studenten zum Werk 
sowie Semesterprojekte mit verschiedenen Bereichen 
unseres Unternehmens umfasst. 

Um junge Talente frh an Fresenius Medical Care zu 
binden, bilden wir auch gemeinsam mit der ye.] 
aus  im dualen Studiengang Elektrotechnik und im 
Studium mit vertiefter Praxis, bei dem besonders 
motivierte und leistungsfhige Studenten mehrmo-
natige Praxisphasen im Werk Schweinfurt, aber auch 
an internationalen Standorten von Fresenius Medical 
Care durchlaufen. Die Frage, wie die akademische 
Ausbildung im Ingenieurwesen und in der techni-
schen Entwicklung zukunftsfhig und praxisnah 
gestaltet werden kann, war auch ein Schwerpunkt 
des ersten Netzwerktags, der UVWV zwischen Werk 
und Hochschule stattfand: Unter dem Motto Br-
cken bauen  Synergien schaffen trafen mehr als UV 
Professoren der ye.] aus den technischen Fachbe-
reichen mit Fhrungskrften von Fresenius Medical 
Care zusammen, um Kontakte zu intensivieren und 
sich fachlich auszutauschen. 

Attraktive Einstiegsmglichkeiten fr Hochschulab-
solventen bieten auch unser Traineeprogramm sowie 
das Graduate Development Program; beide Pro-
gramme bereiten qualifizierte Kandidaten auf eine 
Fach-, Projekt-oder Fhrungskarriere im Unterneh-
men vor. Das Ww-monatige Traineeprogramm schult 
Berufseinsteiger im Rahmen mehrmonatiger Praxis-
stationen  eine davon in der Regel im Ausland  
und durch begleitende Seminare fr eine Ttigkeit in 
einer bestimmten Fachrichtung, etwa im Controlling 
oder Marketing. Das Graduate Development Pro-
gram (auf Deutsch etwa Entwicklungsprogramm fr 
Absolventen) wiederum macht junge Berufsttige 
in bis zu zwlf Monaten fit fr ein bestimmtes Stel-
lenprofil im In-oder Ausland. Fester Bestandteil bei-
der Programme sind Seminare und Workshops der 
Fresenius-Gruppe, die insbesondere die sozialen und 

M
MMI
IIT
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RR N
NNA
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NN 

Grafik ).Z.( 

7 % Asien-Pazifik 
10 % Lateinamerika 



23% Europa/Naher Osten/Afrika 


60 % Nordamerika 

Fresenius Medical Care 2010 


2.6 Mitarbeiterinnen 
und Mitarbeiter 
92 

kommunikativen Fhigkeiten der Berufseinsteiger 
schulen. 

Mit interessanten Nachwuchsforschern kommen wir 
auch ber die klassische Personalrekrutierung hin-
aus immer wieder ins Gesprch, indem wir in der 
Forschung und Entwicklung mit internationalen 
Hochschulen kooperieren oder junge Wissenschaft-
ler frdern, zum Beispiel mit Promotionsstipendien. 

PERSONALENTWICKLUNG 

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen ihre 
individuellen Fhigkeiten optimal im Unternehmen 
einbringen und im Rahmen von Fach-, Fhrungs-
oder Projektleiterlaufbahnen weiterentwickeln kn-
nen. Lebenslanges Lernen, kontinuierliches Feedback 
zur eigenen Leistung und berufliche Herausforderun-
gen, die den Eignungen der Mitarbeiter bestmglich 
entsprechen  darunter auch die Chance, im Ausland 
zu arbeiten  sind die wichtigsten Elemente unse-
rer Personalentwicklung. Das Personalmanagement 
untersttzt unsere Fhrungskrfte durch Beratung 
und umfassende Fortbildung darin, diese Instru-
mente unternehmensweit einzusetzen. 

Bedarfsgerechte Frderung von Mitarbeitern 

In Zusammenarbeit mit der Donau-Universitt Krems 

in sterreich, mit der wir auch in der Forschung 
kooperieren (siehe dazu Kapitel Forschung und 
Entwicklung auf Seite ZJ), bieten wir ein berufs-
begleitendes P.^-Programm (Managementstudium) 
fr qualifizierte Mitarbeiter ohne wirtschaftswis-
senschaftliche Ausbildung an. Auf diese Weise 
bereiten wir als forschendes Dialyseunternehmen 
insbesondere Naturwissenschaftler und Mediziner 
auf Management-und Fhrungsaufgaben vor. Die 
berufliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter 
in der Forschung und Entwicklung frdern wir mit 
einem Seminarprogramm, das vom Projektmanage-
ment bis hin zu rechtlichen und wissenschaftlich-
technischen Themen vielfltige Lerninhalte bietet. 

Als einer der grten Arbeitgeber fr medizinisches 
Personal weltweit spielt die Aus-und Weiterbildung 
von Dialysefachkrften fr uns eine wichtige Rolle. 
In den \]^ zum Beispiel haben wir UVVw das Ultra-
Care Clinical Advancement Program d\}^hg als Per-
sonalentwicklungsprogramm eingefhrt, zunchst 
als Pilotprojekt. Dieses Pilotprogramm haben wir 
in den vergangenen zwei Jahren auf zustzliche 
Kliniken ausgeweitet und auf der Grundlage regel-
miger Gruppendiskussionen (Fokusgruppen) mit 
Programmteilnehmern kontinuierlich weiterentwi-
ckelt. Ende UVWV waren fr \}^h rund rVV Dialyse-
fachkrfte registriert; wir rechnen bis Ende UVWW mit 
weiteren ZVV Teilnehmern. \}^h richtet sich mit 

M
MMI
IIT
TTA
AAR
RRB
BBE
EEI
IIT
TTE
EER 
RR N
NNA
AAC
CCH 
HH S
SSE
EEG
GGM
MME
EEN
NNT
TTE
EEN 
NN 

Tabelle ).Z.K 

2010 


2009 

Nordamerika 

Dialysedienstleistungen 

Dialyseprodukte 

G
GGE
EES
SSA
AAM
MMT 
TT 

International 

Dialysedienstleistungen 

Dialyseprodukte 

G
GGE
EES
SSA
AAM
MMT 
TT 

Zentralbereiche 

W
WWE
EEL
LLT
TTW
WWE
EEI
IIT 
TT

36.488 
7.557 
44.045 
35.188 
6.916 
42.104 
33.694 
6.752 
40.446 
19.647 
9.584 
29.231 
16.413 
9.312 
25.725 
15.180 
8.903 
24.083 
176 
73.452 
159 
67.988 
137 
64.666 

Fresenius Medical Care 2010 


93 


fnf verschiedenen Entwicklungsstufen sowohl an 
neue als auch an erfahrene Mitarbeiter in Kliniken 
sowie im Heimtherapie-und Akutdialysebereich. 
Das Programm untersttzt Dialyseschwestern und 
-pfleger beim Aufbau und der Erweiterung ihrer 
Fach-und Fhrungskenntnisse und frdert ihre 
Bindung an das Unternehmen  auch, indem es 
auf weitere Karriereschritte vorbereitet, etwa eine 
Position als Klinikleiter oder -leiterin, als Pda-
goge fr die gesundheitliche Schulung von Patien-
ten, oder als Mentor fr Klinikmitarbeiter. Mit 
seinen Ausbildungsinhalten zur klinischen Praxis 
und Behandlungsqualitt vermittelt das Programm 
zudem Kerninhalte unseres ganzheitlichen Therapie-
konzepts UltraCare (weitere Informationen dazu im 
Abschnitt Unser Geschft mit Dialysedienstleistun-
gen ab Seite J)) und soll so auch dazu beitragen, 
die Qualitt unserer Dialysedienstleistungen weiter 
zu erhhen. Im Jahr UVWW werden wir \}^h in wei-
teren Kliniken in den \]^ einfhren und schlielich 
allen Dialysefachkrften in Nordamerika anbieten. 
Wie schon im Jahr UVWV befragen wir Teilnehmer 
auch im aktuellen Geschftsjahr, welche Erfahrun-
gen sie mit \}^h gemacht haben  so knnen wir 
das Programm immer besser auf die Bedrfnisse 
unserer Mitarbeiter zuschneiden. 

Um insbesondere Fhrungskrfte im Klinikumfeld zu 
frdern und sie in ihrer Vorbildfunktion zu motivie-
ren, nutzen wir ber die klassische Fortbildung hin-
aus auch Angebote wie unser Mentorenprogramm 
Mentor Connection in den \]^, bei dem erfahrene 
Klinikleiter neuen Kollegen beratend zur Seite ste-
hen. Zudem verleihen wir Auszeichnungen an Klinik-
leiter, die sich besonders stark fr Patienten und 
Mitarbeiter einsetzen und sehr gute Behandlungser-
gebnisse in den von ihnen gefhrten Dialysezentren 
vorweisen knnen. 

Das Top-Management von Fresenius Medical Care 
nimmt am Programm von Fresenius fr die Ent-
wicklung der oberen Fhrungskrfteebene  dem 
Fresenius Advanced Management Program  teil. 
Dieses Programm wird im Jahr UVWW neu ausgerichtet; 
als Kooperationspartner konnte die renommierte 
Harvard Business School gewonnen werden. 

Weiterentwicklung des Fortbildungsangebots 

Ein Medium, das fr die Personalentwicklung von 
Fresenius Medical Care ber alle Funktionsbereiche 
hinweg an Bedeutung gewinnt, ist das E-Learning 

 digitale Fortbildungsangebote ber das Inter-und 
Intranet. Ende UVWV waren bereits rund WW.xVV Mitar-
beiter im Online Learning Center der Region zPz^~^ 
(Europa, Naher Osten, Afrika, Lateinamerika) ange-
meldet  fast doppelt so viele wie Ende UVVv. Auch 
in den \]^ haben wir im Berichtsjahr ein E-Lear-
ning-Portal eingefhrt: das Learning Management 
System. Es wird vorerst fr die verpflichtende Com-
pliance-Schulung aller Mitarbeiter eingesetzt und 
soll in den kommenden Jahren zu einem Bildungsan-
gebot mit vielfltigen Inhalten ausgebaut werden. 
Fresenius Medical Care will elektronische Lernange-
bote im Sinne eines integrierten Lernens (Blended 
Learning) strker in die Personalentwicklung ein-
binden: Indem wir das E-Learning mit der direkten 
Kommunikation in Prsenzkursen und dem prakti-
schen Lernen am Arbeitsplatz verknpfen, knnen 
wir unsere Mitarbeiter effizient auf die zunehmende 
Komplexitt unseres international ttigen, schnell 
wachsenden Unternehmens vorbereiten und zugleich 
ihren individuellen Ansprchen an Lerntempo, Flexi-
bilitt und Mobilitt besser gerecht werden. 
Berufsausbildung junger Menschen 

In Deutschland investieren wir in die Zukunftsfhigkeit 
des Unternehmens auch, indem wir junge Menschen 
ausbilden. Fresenius Medical Care ist sehr interna-
tional ausgerichtet und hat in Deutschland vergleichs-
weise wenige Mitarbeiter siehe Seite L[. Da wir 
im Verbund mit dem Fresenius-Konzern ausbilden, 
knnen wir jungen Frauen und Mnnern jedoch 
vielseitige Perspektiven in den verschiedensten 
Ausbildungsberufen bieten  vom Elektroniker fr 
Gerte und Systeme ber den Fachinformatiker, Che-
mie-und Biologielaboranten bis hin zum Industrie-
kaufmann und Industriemechaniker. UVWV haben wir 
unser Angebot an Ausbildungsgngen erneut erwei-
tert. In Schweinfurt zum Beispiel boten wir erstmals 
eine zweijhrige Ausbildung zum Industrieelektriker 
an, die auch fr sehr gute Hauptschler geeignet 
ist; ab UVWW wird das Werk zudem Systeminformatiker 
ausbilden. 

Fresenius Medical Care 2010 


94 


2.6 Mitarbeiterinnen 
und Mitarbeiter 
Fresenius Medical Care 2010 

Im Berichtsjahr beschftigten wir gemeinsam mit 
dem Fresenius-Konzern (ohne den Geschftsbereich 
Helios Kliniken, deren Ausbildung separat koor-
diniert wird) r.v Auszubildende. An allen Ausbil-
dungsstandorten in Deutschland hat sich damit die 
Anzahl der Ausbildungspltze um WZ . weiter erhht 
dUVVv: +.g. 

Darber hinaus waren im Jahr UVWV Zv Studen-
ten in den dualen Studiengngen eingeschrieben, 
die wir im Verbund mit Fresenius und mehreren 
Hochschulen anbieten, zum Beispiel Wirtschafts-
informatik oder Internationale Betriebswirtschaft. 
UVWW kommen einige neue duale Studiengnge 
hinzu, beispielsweise Healthcare Management. 
Dieser Studiengang verbindet die internationale 
Betriebswirtschaftslehre mit naturwissenschaftli-
chen und gesundheitskonomischen Inhalten wie 
Sozial-und Versicherungssysteme und bereitet 
auf eine Ttigkeit in der Gesundheitsbranche vor 

 zum Beispiel in einem pharmazeutischen oder 
Medizintechnik-Unternehmen. 
Durch Initiativen wie ein jhrliches Unternehmens-
planspiel, bei dem Auszubildende aller Fachrich-
tungen, Jahrgnge und Standorte in die Rolle von 
Unternehmern schlpfen, erwerben die jungen Men-
schen ber die fachliche Ausbildung hinaus auch 
soziale Kompetenzen, die im Berufsleben wichtig 
sind, etwa Teamgeist und Verantwortungsbewusst-
sein. Im Berichtsjahr wurden erneut Auszubildende 
von Fresenius Medical Care fr ihre herausragenden 
Leistungen mit Staats-und Kammerpreisen ausge-
zeichnet. In den vergangenen Jahren konnten wir 
alle Auszubildenden und Berufsakademie-Studenten 
mit einem guten Abschluss bernehmen  und viele 
auch an unser Unternehmen binden: Am Standort 
Schweinfurt zum Beispiel sind rund .V . aller ehe-
maligen Auszubildenden seit Beginn der Ausbil-
dungsaktivitten vor mehr als Ux Jahren noch heute 
im Unternehmen ttig. Alle dual Studierenden, die 
bernommen werden konnten, arbeiten auch nach 
drei Jahren noch in der Fresenius-Gruppe  rund die 
Hlfte davon bei Fresenius Medical Care. 

In Zusammenarbeit mit Schulen bieten wir gemein-
sam mit Fresenius Informationstage, Betriebser-
kundungen, Praktika und Bewerbungstrainings 
an, um auch weiterhin junge Menschen fr einen 

Berufseinstieg bei Fresenius Medical Care zu inter-
essieren. Nicht zuletzt dank dieser Initiativen  und 
gegen den allgemeinen Trend am Ausbildungsmarkt 

 sind fr das Ausbildungsjahr UVWV erneut mehr gute 
Bewerbungen eingegangen als im Vorjahr. Zudem 
untersttzen wir Projekte, die die Chancen junger 
Menschen auf dem Arbeitsmarkt verbessern sollen: 
Ab UVWW bieten wir zum Beispiel Praktikumspltze im 
Rahmen der bundesweiten Joblinge-Initiative an, 
deren Ziel es ist, Hauptschlern einen Ausbildungs-
platz zu vermitteln. Auch am Girls Day haben wir 
uns UVWV wieder beteiligt. Der bundesweite Aktions-
tag soll Mdchen fr technische und naturwissen-
schaftliche Berufe begeistern, die noch immer als 
Mnnerdomne gelten. 
Vielfalt im Unternehmen (Diversity) 

Fresenius Medical Care achtet und frdert Vielfalt 
(Diversity). Wir sind berzeugt, dass erst durch 
verschiedene Sichtweisen, Meinungen, kulturelle 
Prgungen und Erfahrungswerte die Potenziale 
ausgeschpft werden knnen, die uns erfolgreich 
machen. Einer der wichtigsten Faktoren dabei ist 
die internationale Prgung vor allem unserer Fh-
rungskrfte. Vielfalt heit fr uns auch, dass wir 
etwaige Hrden fr die Entwicklung und Frderung 
weiblicher Mitarbeiter identifizieren und weiter 
abbauen wollen. Die Bercksichtigung von Frauen 
wird auch bei zuknftigen Besetzungsentscheidun-
gen fr Fhrungspositionen angestrebt und durch 
konkrete Manahmen wie flexible Arbeitszeiten und 
Teilzeitprogramme gefrdert. Dennoch werden wir 
dazu keine festen Quoten vorsehen, da diese die 
Auswahl geeigneter Kandidaten pauschal einschrn-
ken wrde. Wir sind berzeugt, dass eine offene 
Unternehmenskultur nur dann Bestand hat, wenn 
alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter gleichen 
Voraussetzungen eingestellt und gefrdert werden. 
Grundstzlich richtet sich die Auswahl am Unterneh-
mensinteresse aus, so dass es bei der Besetzung von 
Positionen vorrangig auf die Qualifikation des Ein-
zelnen ankommt. 

ERFOLGSBETEILIGUNG 

Indem wir unsere Mitarbeiter am Unternehmens-
ergebnis beteiligen, strken wir ihre Identifikation 
mit Fresenius Medical Care. Die Hhe der jhrlichen 


95 


Erfolgsbeteiligung fr die Mitarbeiter in Deutsch-
land ist abhngig vom jeweiligen operativen Ergeb-
nis dz.tug der Fresenius-Gruppe. Im Jahr UVWV erhielt 
jeder berechtigte Mitarbeiter fr das vorangegan-
gene Geschftsjahr W.Zv.. Zwei Drittel des Betrags 
wurden in Form von Aktien ausgeschttet; das ver-
bleibende Drittel konnten sich die Mitarbeiter bar 
auszahlen lassen oder zum Kauf von weiteren Aktien 
nutzen. 

AKTIENOPTIONSPLAN 

Unsere Fhrungskrfte partizipieren ber Aktien-
optionsplne am wirtschaftlichen Erfolg des 
Unternehmens und an der Entwicklung der 
Fresenius Medical Care-Aktie. Das Aktienoptions-
programm wurde im Jahr UVV. eingefhrt und ist 
unmittelbar an den Unternehmenserfolg gekop-
pelt. Danach erhalten die Fhrungskrfte des Kon-
zerns verteilt ber fnf Jahre insgesamt bis zu Wx PtQ 
Bezugsrechte auf Inhaber-Stammaktien. Diese kn-
nen sie nach Ablauf einer Wartezeit von drei Jahren 
unter der Bedingung ausben, dass das bereinigte 
Ergebnis je Stammaktie (Earnings per Share  zh]) in 
jedem dieser drei Jahre mindestens um w . gestiegen 
ist. Wird diese Hrde nur in einem oder zwei Jahren 
genommen, reduzieren sich die Bezugsrechte ent-
sprechend. Wird sie gnzlich verfehlt, verfallen die 
Bezugsrechte vollstndig. Etwa .xV Fhrungskrfte 
weltweit haben im Jahr UVWV an dem Programm teil-
genommen. Es ist geplant, im Geschftsjahr UVWW ein 
neues Programm mit langfristig orientierten Ver-
gtungskomponenten fr die nchsten fnf Jahre 
einzurichten. Weitere Informationen zur Ausgestal-
tung des Aktienoptionsplans finden Sie im Finanz-
bericht ab Seite )KF. 

LANGZEITKONTEN 

Ergnzend zu anderen Arbeitszeitmodellen haben 
wir in Deutschland im Berichtsjahr Langzeitkonten 
eingefhrt: Neben tariflichen Leistungen knnen die 
Mitarbeiter eigene Beitrge wie Urlaubsanspruch 
oder Gehaltsanteile in diese persnlichen Zeitwert-
konten einbringen und ihr Guthaben spter fr die 
persnliche Weiterbildung, die husliche Pflege 
naher Angehriger oder fr einen flexiblen ber-
gang in den Ruhestand nutzen. Mit diesem Ange-
bot wollen wir unseren Mitarbeitern eine attraktive 
langfristige Perspektive im Unternehmen bieten 
und dadurch mglichst lange von ihrer Erfahrung 
profitieren. 

WEITERE ANGEBOTE FR DIE MITARBEITER 

An unseren Standorten tragen wir mit verschiedenen 
Angeboten und Initiativen dazu bei, dass die Mitar-
beiterinnen und Mitarbeiter gesund, fit und motiviert 
zur Arbeit kommen. Dazu gehren Gleit-und Teilar-
beitszeitmodelle, um die Vereinbarkeit von Familie 
und Beruf zu erleichtern, betriebliche Sportkurse, 
Veranstaltungen und Informationsangebote rund 
um das Thema Gesundheit oder auch vertrauliche 
Beratungsgesprche und weitere Untersttzungs-
angebote fr Mitarbeiter mit persnlichen Sorgen, 
wie wir sie in den \]^ in Zusammenarbeit mit einem 
externen Partner anbieten. Tage der offenen Tr in 
unseren Werken und Kliniken, Mitarbeiterfeste oder 
gemeinsame Projekte wie Spendenaktionen strken 
die Identifikation unserer Mitarbeiter mit dem Unter-
nehmen und seinen Werten. 

E
EER
RRF
FFO
OOL
LLG
GGS
SSB
BBE
EET
TTE
EEI
IIL
LLI
IIG
GGU
UUN
NNG
GG1 
11 

Tabelle ).Z.F 

2010 


2009 

2008 

2007 

2006 
Wert in  1.749 1.586 1.527 1.444 1.000 
Zahl der Bezugsberechtigten 2.918 2.765 2.581 2.483 2.436 

Die 
Erfolgsbeteiligung 
wird 
rckwirkend 
ausgezahlt 
und 
gilt 
fr 
das 
jeweils 
im 
Vorjahr 
erzielte 
Konzern-EBIT 
der 
Fresenius-Gruppe. 


Fresenius Medical Care 2010 


2.7 Verantwortung 
Fresenius Medical Care 2010 

VERANTWORTUNG GEGENBER DER UM-
WELT UND UNSEREN ANSPRUCHSGRUPPEN 

Als vertikal integriertes Dialyseunternehmen stellen 
wir nicht nur Produkte rund um die Dialyse her und 
entwickeln Therapieverfahren, sondern wir verwen-
den unsere Produkte und Verfahren auch tglich in 
den eigenen Kliniken. Unser Verstndnis von Ver-
antwortung setzt daher bereits am Geschftsmodell 
an: Weil wir im stndigen Austausch mit den Patien-
ten, Mitarbeitern und rzten in unserem weltwei-
ten Kliniknetz stehen, behalten wir die Bedrfnisse 
unserer wichtigsten Anspruchsgruppen immer im 
Blick und knnen so unsere Leistung kontinuierlich 
weiter verbessern. Darber hinaus arbeiten wir mit 
Partnern im Gesundheitswesen, internationalen 
Experten sowie Branchen-und Patientenverbnden 
zusammen, um auch ber unser Kernangebot hin-
aus die Lebensqualitt von Nierenpatienten weiter 
zu erhhen. Das Umweltmanagement an unseren 
Standorten und in den Kliniken bauen wir stetig 
aus, damit wir die Auswirkungen unseres Geschfts 
auf die Umwelt reduzieren und auch in Zukunft wirt-
schaftlich erfolgreich bleiben knnen. Was wir unter 
Verantwortung verstehen, ist auch in den Unterneh-
menswerten von Fresenius Medical Care verankert: 
Qualitt, Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit, Innova-
tion und Fortschritt sowie Respekt und Wrde. 

VERANTWORTUNG GEGENBER 
DER UMWELT 

Das Umweltmanagement ist ein Faktor unseres 
wirtschaftlichen Erfolgs: Es trgt dazu bei, dass wir 
immer strenger werdende Umweltauflagen umset-
zen knnen und unsere betrieblichen Ablufe so 
ressourceneffizient und damit kostensparend wie 
mglich gestalten. Darber hinaus untersttzt es 
zunehmend unsere Geschftsbereiche, mit umwelt-
freundlichen Produkten und Dienstleistungen Mehr-
wert fr unsere Kunden zu schaffen. Nicht zuletzt 
sorgt es dafr, dass wir als Unternehmen unsere Ver-
antwortung gegenber der Umwelt wahrnehmen. 

Umweltmanagement in unseren Regionen 

Unsere Geschftsregionen zPz^ (Europa, Naher 
Osten, Afrika), Nordamerika, Asien-Pazifik und 
Lateinamerika weiten ihre Umweltaktivitten von 

96 


Kapitel 2.7 

V
VVE
EER
RRA
AAN
NNT
TTW
WWO
OOR
RRT
TTU
UUN
NNG 
GG

Jahr zu Jahr aus. Die zustndigen Umweltmanager 
entwickeln  zum Teil gemeinsam mit externen 
Beratern  kurz-und langfristige lokale Strategien 
fr mehr Umweltschutz in den Werken und Klini-
ken und zur Frderung des Umweltbewusstseins bei 
den Mitarbeitern. Darber hinaus koordinieren sie 
die Umwelt-Audits, die externe Behrden und Ein-
richtungen sowie unternehmenseigene Prfer in den 
Werken und Kliniken vornehmen. 

Region PQPR 

In der Region zPz^ ist das Umweltmanagement 
Teil unseres Integrierten Managementsystems. Die 
Sachverstndigenorganisation uu. berprft regel-
mig die Umsetzung der Umweltmanagement-
Norm t]Q WZVVW in unserer Konzernzentrale, in den 
zertifizierten Werken sowie in den nationalen Klinik-
organisationen in Europa. Ende UVWV waren unsere 
sieben grten europischen Produktionsstand-
orte (UVVv:fnf) und die Medizingerteentwicklung 
nach t]Q WZVVW zertifiziert; darber hinaus haben wir 
das Umweltmanagementsystem inzwischen in Uxx 
unserer europischen Dialysekliniken implementiert 
(UVVv: UVZ Kliniken). 

Von UVV bis Ende UVWV haben wir in Europa zudem 
erstmals ein eigenes Umweltprogramm durchge-
fhrt: In zahlreichen Projekten arbeiteten unsere 
Umweltmanager mit ihren Kollegen aus Forschung 
und Entwicklung, Produktion, Klinikmanagement, 
Logistik und Vertrieb zusammen, um umweltfreund-
lichere Produkte zu entwickeln, Ressourcen wie Ener-
gie, Wasser und Produktionsmaterialien einzusparen, 
ressourceneffiziente Produktionstechnologien und 
Verpackungslsungen einzufhren sowie gesetz-
liche Anforderungen an den Umweltschutz, etwa 
die z\-Chemikalienverordnung .z^}e, fristgerecht 
zu erfllen. 

Zu den Projekten unseres Umweltprogramms 
gehrte zum Beispiel eine Energieeffizienz-Initiative 
an unseren grten europischen Produktionsstand-
orten, dank der wir inzwischen jhrlich ber W PtQ . 
an Energiekosten einsparen. Ein weiteres Projekt war 
die Einfhrung der Klinik-Software e-con x, mit der 
wir seit UVVw in unseren europischen Dialysezentren 
Daten wie beispielsweise den Wasser-und Energie-
verbrauch sowie die Abfallentsorgung erfassen. Alle 
drei Faktoren spielen eine wichtige Rolle bei unseren 


97 


Bemhungen, Ressourcen zu schonen und Ablufe 
umweltfreundlicher zu gestalten. Inzwischen wen-
den rWr unserer europischen Kliniken e-con x an 
dUVVv: U.Wg; mit der kontinuierlichen Einfhrung 
der Software bauen wir in Europa schrittweise ein 
umfangreiches Umwelt-Datenmanagementsystem 
auf. Schon jetzt profitieren wir von e-con x: Unsere 
Landeszentralen knnen durch den monatlichen 
Vergleich der ko-Effizienz ihrer Kliniken rasch 
Verbesserungsmglichkeiten erkennen und in ihrer 
Investitionsplanung bercksichtigen. 

Derzeit erarbeiten wir ein zweites Umweltprogramm 
fr Europa, das noch im laufenden Geschftsjahr 
eingefhrt werden soll. Wie beim ersten Programm 
legen unsere Umweltmanager gemeinsam mit den 
jeweiligen Geschftsbereichen Umweltziele fr die 
einzelnen Stufen entlang der Wertschpfungskette 
fest, also beispielsweise fr die Forschung und Ent-
wicklung oder fr unsere Dialysekliniken. Im Ver-
gleich zum ersten Programm wollen wir jedoch mehr 
messbare Ziele formulieren. Darber hinaus werden 
wir im Jahr UVWW damit beginnen, die bestehenden 
lokalen Systeme fr den Arbeitsschutz zu einem 
zentralen Managementsystem fr Arbeitssicher-
heit zusammenzufhren und in unser Integriertes 
Managementsystem in Europa einzubinden. 

Auch Umweltinitiativen mit externen Partnern 
werden wir fortsetzen, zum Beispiel das Projekt 
Go Green in Dialysis (auf Deutsch etwa Initia-
tive grne Dialyse ), das wir UVWV gemeinsam mit 
zfu.^z.}^ (European Dialysis and Transplant Nur-
ses Association/European Renal Care Association), 
dem europischen Verband fr Pflegefachkrfte in 
der Nierenheilkunde, gestartet haben. Ende UVWW soll 
der Umweltleitfaden fr Dialysefachkrfte verffent-
licht werden, den wir derzeit im Rahmen von Go 
Green in Dialysis erarbeiten. Er wird die Klinikmit-
arbeiter dabei untersttzen, die Ablufe an ihrem 
Arbeitsplatz umweltfreundlicher zu gestalten, etwa 
durch einen sparsameren Verbrauch von Wasser, 
Strom und Dialysekonzentrat sowie durch ein ver-
bessertes Abfallmanagement. 

Region Nordamerika 

In den \]^ haben wir fr unser Produktgeschft 
ein formelles, zertifiziertes Programm zur berwa-
chung der Umwelt-und Arbeitssicherheitsstandards 

etabliert, das alle Produktionswerke und Labore 
jhrlich durchlaufen. In den Audits wird berprft, 
inwieweit wir die Richtlinien der \]-amerikanischen 
Arbeitsschutzbehrde, des Verkehrsministeriums 
sowie der \]-Umweltschutzbehrde beachten, 
aber auch die staatlichen und lokalen Gesetze. Das 
Umweltmanagement in den Kliniken wird sowohl 
intern als auch durch staatliche Behrden ber-
prft; ein Kriterium ist dabei die Einhaltung von 
Richtlinien fr die Entsorgung medizinischer Abflle. 
Derzeit evaluieren wir, ob wir unsere Kliniken und 
Produktionsstandorte in den \]^ zustzlich nach der 
Umweltnorm t]Q WZVVW zertifizieren lassen. 

Wie in den anderen Regionen untersttzen sowohl 
Umweltverantwortliche im Unternehmen als auch 
externe Partner die Werke und Kliniken in den \]^ 
dabei, ihre Ablufe umweltfreundlicher zu gestalten 

 zum Beispiel durch Recyclingprogramme. In den 
Kliniken betreiben wir seit einigen Jahren mit einem 
spezialisierten Entsorgungsunternehmen ein Mehr-
wegsystem fr Sammelbehlter fr medizinische 
Abflle. Am Standort Ogden, unserem grten Pro-
duktionswerk in den \]^, fhren wir Stoffe aus allen 
Bereichen des Standorts der Wiederverwertung zu, 
darunter verschiedene Kunststoffe und Pappe. Im 
Werk Walnut Creek arbeiten wir mit einem Recyc-
ling-Unternehmen zusammen, das auf die Abfall-
trennung und -verwertung bei medizinischen und 
elektronischen Gerten spezialisiert ist, und bereiten 
so Komponenten gebrauchter Dialysemaschinen als 
Ersatzteile wieder auf. 
Im Oktober UVWV haben wir in den \]^ einen exter-
nen Dienstleister beauftragt, der seither den Ener-
gie-und Wasserverbrauch smtlicher Dialysekliniken 
laufend erhebt und dokumentiert. Auch die ent-
sprechenden Verbrauchsrechnungen begleicht er in 
unserem Auftrag. Auf diese Weise erfassen wir den 
Ressourcenverbrauch unserer Dialysezentren nach 
einheitlichen Kriterien und erkennen dadurch knf-
tig leichter Mglichkeiten, unsere Energieeffizienz 
weiter zu verbessern. 

Fr eine mglichst umweltvertrgliche Ausstattung 
der Gebude und Innenrume unserer Kliniken in 
den \]^ sorgen interne Richtlinien, nach denen wir 
energieeffiziente Beleuchtungs-und Klimatisierungs-
systeme sowie umweltfreundliche Bodenbelge und 

Fresenius Medical Care 2010 


98 


2.7 Verantwortung 
Fresenius Medical Care 2010 

Wandfarben einsetzen und bei der Isolierung von 
Dchern, Wnden, Tren und Fenstern Industrie-
standards einhalten oder bertreffen. Auch bei der 
Anschaffung von Wasseraufbereitungsanlagen fr 
die Dialyse achten wir zunehmend auf Ressourcen- 
und Energieeffizienz. Seit UVWV bereiten wir fr eine 
unserer Kliniken erstmals auch eine Umweltzertifi-
zierung nach dem \]-amerikanischen ~zzf-Standard 
vor. ~zzf steht fr Leadership in Energy and Envi-
ronmental Design (auf Deutsch etwa Fhrerschaft 
in energie-und umweltschonendem Gebude-
design ); dieser Standard legt Richtlinien fr res-
sourcenschonendes und nachhaltiges Bauen fest. 
Mehrere Mitarbeiter unserer Abteilung fr Immobi-
lien-und Baumanagement bereiten sich derzeit auf 
ihre formelle Akkreditierung als ~zzf-Experten vor. 
Sie werden zunchst gemeinsam mit dem Verpchter 
der erwhnten Klinik die anstehende Zertifizierung 
koordinieren und knftig auch allgemein mit den 
Verpchtern unserer Kliniken zusammenarbeiten, 
um umweltfreundliche Gebudestandards in den 
Zentren zu etablieren. Wir planen in den kommen-
den Jahren, weitere Kliniken nach dem ~zzf-Standard 
zertifizieren zu lassen. 

Regionen Asien-Pazifik und Lateinamerika 

In Asien-Pazifik inspizieren die lokalen Behrden 
regelmig unter anderem die Abwassersysteme 
und unseren Energieverbrauch. Darber hinaus 
berprft ein Team von Fresenius Medical Care in 
jhrlichen Audits, inwieweit wir in der Produktion, 
der Logistik, den Laboren und der Verwaltung die 
Unternehmensrichtlinien fr Ressourceneffizienz 
und Umweltschutz einhalten, und ermittelt Ver-
besserungsmglichkeiten. Dazu nutzen die Prfer 
auch die Daten zum Strom-, Gas-und Wasserver-
brauch sowie zur Abfallentsorgung, die wir in den 
Produktionswerken laufend erheben. Am Standort 
Jiangsu in China haben wir UVWV infolge eines inter-
nen Audits mehrere Energieeffizienz-Projekte umge-
setzt; beispielsweise nutzen wir nun die konstant 
temperierte Umluft eines unserer Fertigungsberei-
che zur Klimatisierung des Warenlagers. Da unsere 
Produkte in einem festgelegten Temperaturbereich 
gelagert werden mssen, sparen wir dadurch je 
nach Jahreszeit Energie fr die Beheizung oder Kh-
lung der Halle. Am Standort Buzen in Japan haben 
wir dank unseres Umweltmanagements im Jahr 
UVWV eine Recyclingrate von fast vZ . erreicht. Darin 

enthalten sind alle im Werk entstehenden Abflle 
mit Ausnahme des separat behandelten Abwassers; 
ebenfalls enthalten ist die thermische Verwertung 
von Abfllen, also die Nutzung der Wrmeenergie, 
die bei der Mllverbrennung durch einen lizenzierten 
Entsorger entsteht. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, 
diese hohe Recyclingrate im Jahr UVWW erneut zu 
erreichen. 

In Australien entstand UVWV mit unserer finanziellen 
und fachlichen Untersttzung die  nach unserer 
Kenntnis  erste Dialyseeinheit der Welt, die mit 
Solarstrom betrieben wird. Ein Geschftspartner, der 
nephrologische Leiter eines australischen Gesund-
heitsdienstleisters, errichtete die Solaranlage mit 
Frdermitteln von Fresenius Medical Care auf dem 
Dach seiner Dialyseeinheit. Mit seinem Stromanbie-
ter vereinbarte er, dass die so gewonnene Energie in 
das lokale Elektrizittsnetz eingespeist und mit den 
Gesamtstromkosten verrechnet wird. So konnte das 
Zentrum sogar in den vergleichsweise sonnenarmen 
Monaten des australischen Winters im Jahr UVWV ber 
vV . seines Elektrizittsbedarfs fr die Dialysege-
rte sowie fr die Anlage zur Wasseraufbereitung 
selbst gewinnen; im Jahresschnitt erzeugte die Kli-
nik sogar mehr Strom, als sie fr beides bentigte. 
Das Gemeinschaftsprojekt stie in der Fachwelt auf 
einiges Interesse, unter anderem im Rahmen der 
bedeutendsten Branchenkonferenz in den \]^, der 
^]. Renal Week siehe auch Seite M). 

In der Region Lateinamerika haben wir im Umwelt-
management ebenfalls weitere Fortschritte erzielt. 
Beispielsweise bauen wir in Kolumbien seit UVWV fr 
die gesamte Lnderorganisation  also fr die Klini-
ken und die Produktion  ein Umweltmanagement-
system gem der Norm t]Q WZVVW auf. Dabei wollen 
wir in erster Linie die Kriterien der Norm bestmg-
lich umsetzen und unsere Mitarbeiter danach schu-
len; eine offizielle Zertifizierung streben wir derzeit 
nicht an. In Argentinien erfassen wir seit UVWV kon-
tinuierlich den Wasser-und Energieverbrauch sowie 
die Entsorgung von medizinischem Abfall in allen 
Dialysezentren. In der Produktion wollen wir bis 
Ende des Jahres UVWU ebenfalls ein umfassendes 
Umweltmanagement-Programm einfhren. In bei-
den Geschftsbereichen arbeiten wir mit einer exter-
nen argentinischen Beratung zusammen, um das 
Umweltmanagement voranzutreiben. In Venezuela 


99 


haben wir UVWV eine Umwelt-Aufklrungskampagne 
fr unsere Klinikmitarbeiter zu den Themen Abfall-
entsorgung, Energie-und Wasserverbrauch gestar-
tet, die wir im laufenden Geschftsjahr fortsetzen 
wollen. 

Umweltfreundliche Produkte 
und Dienstleistungen 

Wir befassen uns zunehmend mit der Frage, wie 
Fresenius Medical Care seine Erzeugnisse und Ver-
fahren umweltfreundlicher gestalten kann. Das Ziel 
ist dabei, den Kunden Mehrwert zu bieten, indem 
wir ihnen helfen, Kosten einzusparen oder Umwelt-
auflagen leichter zu erfllen. 

Produktentwicklung 

In der Forschung und Entwicklung arbeiten wir 
grundstzlich daran, unsere Produkte und Verfah-
ren umweltvertrglicher zu gestalten  indem wir 
neue Materialien mit verbesserten Umwelteigen-
schaften nutzen, neue Technologien entwickeln, 
die den Ressourcenverbrauch der Dialysegerte 
weiter reduzieren, und nicht zuletzt indem wir Ener-
gie und Rohstoffe in der Produktion effizient ein-
setzen. Im Rahmen des ersten Umweltprogramms 
der Region zPz^ siehe ab Seite LZ haben wir zum 
Beispiel den smartbag entwickelt, eine Verpackung 
fr Flssigkonzentrate, die mit medizinisch reinem 
Wasser zu Dialyselsung siehe Glossar Seite GFM fr 
die Hmodialyse-Behandlung verarbeitet werden. 
Der smartbag ist h.}-frei; seine Herstellung erfordert 
nur etwa ein Fnftel des Produktionsmaterials eines 
herkmmlichen Konzentratkanisters. Zudem lsst 
sich der Beutel gut recyceln, da er aus Polyolefinen 
besteht. Die umweltvertrglichen Eigenschaften des 
smartbag besttigte auch eine kobilanz-Analyse, 
die das Umweltmanagement der Region zPz^ im 
Berichtsjahr gemeinsam mit der Forschung und Ent-
wicklung sowie einer Hochschule durchgefhrt hat. 
Eine kobilanz untersucht die Umwelteinflsse von 
Produkten ber ihren gesamten Lebenszyklus  von 
der Rohstoffgewinnung ber die Herstellung, den 
Vertrieb und die Nutzung bis hin zur Entsorgung. 
In den kommenden Jahren wird unser Umweltma-
nagement insgesamt noch enger mit der Forschung 
und Entwicklung zusammenarbeiten, um die Ent-
wicklung von umweltfreundlichen neuen Produkten 
oder Produktgenerationen voranzutreiben. Unsere 
kobilanz-Analyse im Jahr UVWV hat besttigt, dass 

solche Untersuchungen dabei eine wichtige Hilfe 
sein knnen  indem sie die Umweltvertrglichkeit 
unserer Produkte messbar und weitere Verbesse-
rungsmglichkeiten klarer erkennbar machen. 

Modell der UVW-neutralen Dialyseklinik 

Auch im Geschft mit Dialysedienstleitungen haben 
wir im Berichtsjahr an einem umweltfreundlichen 
Konzept gearbeitet, das Kunden, zum Beispiel Kran-
kenkassen, durch seine Ressourcen-und damit Kos-
teneffizienz langfristig Mehrwert bieten knnte. 
Gemeinsam mit der Deutschen Energieagentur 
(dena) haben wir ein Modell fr eine }QW-neutrale 
Dialyseklinik entwickelt: Nach diesem Modell spart 
eine Klinik durch ihre umweltfreundliche Strom- 
und Wrmeversorgung ebenso groe Mengen des 
Treibhausgases }QW (Kohlendioxid) ein, wie sie durch 
ihren Energieverbrauch fr die Dialyse, die Wasser-
aufbereitung und den sonstigen Betrieb erzeugt. 
Mglich machen dies zum Beispiel Solarzellen auf 
dem Dach zur Stromerzeugung, eine Anlage zur 
Rckgewinnung von Wrme aus dem Abwasser der 
Dialysebehandlung, eine besondere Wrmedm-
mung der Gebudehlle und Wnde sowie eine 
bestimmte Anordnung der Fenster, um Tageslicht 
mglichst effizient zu nutzen. Unser gemeinsames 
Modell mit der dena basiert auf dem Standard-
grundriss eines europischen Dialysezentrums von 
Fresenius Medical Care; wir haben dafr den Ener-
gieverbrauch von bestehenden Dialysezentren in 
verschiedenen Lndern im Detail analysiert. Das 
Modell betrachtet die gesamte Klinik als geschlos-
senes System, in dem Dmmung, erneuerbare Ener-
gien und eine effiziente Rckgewinnung von Energie 
eng aufeinander abgestimmt zusammenwirken. Wir 
wollen das Modell im kommenden Jahr optimieren 
und den Bau einer Modellklinik prfen; ob wir die-
ses Bauprojekt anschlieend umsetzen, hngt unter 
anderem davon ab, ob sich geeignete Partner und 
Frdermittel finden. 

VERANTWORTUNG GEGENBER UNSEREN 
ANSPRUCHSGRUPPEN 

Fresenius Medical Care trgt als Hersteller und 
Anbieter lebenserhaltender medizinischer Produkte 
und Dienstleistungen eine besondere Verantwortung 
fr seine Anspruchsgruppen, allen voran Patienten 

Fresenius Medical Care 2010 


100 


2.7 Verantwortung 
Fresenius Medical Care 2010 

und Geschftspartner. Den Umgang mit ihnen und 
unsere Ablufe in der Forschung und Entwicklung 
richten wir nach unternehmenseigenen sowie bran-
chenrelevanten Standards und Gesetzen aus. Dar-
ber hinaus engagieren wir uns als Dienstleister in 
unseren Kliniken, als Partner in und gemeinsam mit 
Verbnden, als Nachbar in unserem Umfeld und als 
Unternehmen in der Gesellschaft fr eine bessere 
Lebensqualitt von Nierenpatienten. Dadurch wollen 
wir nicht nur unserer Verantwortung gerecht wer-
den, sondern zugleich unseren guten Ruf im Dialyse-
markt strken. 

Verhalten gegenber Patienten 
und Geschftspartnern 

Fr einen verantwortungsvollen, korrekten und 
gesetzeskonformen Umgang unserer Mitarbeiter mit 
Patienten und Geschftspartnern gibt der Unterneh-
menskodex von Fresenius Medical Care den Rahmen 
vor; zum Unternehmenskodex siehe Seite G([. 
Er enthlt unter anderem spezifische Verhaltens-
richtlinien fr Management und Mitarbeiter in den 
Kliniken sowie im Vertrieb und Marketing. Diese 
Richtlinien betreffen beispielsweise die korrekte 
Abrechnung von Produkten und Dienstleistungen, 
faires Verhalten im Wettbewerb und den respekt-
vollen, integren Umgang mit den Patienten. Unsere 
Mitarbeiter in Marketing und Vertrieb erhalten ein 
spezifisches Compliance-Training, das speziell auf ihr 
Ttigkeitsfeld zugeschnitten ist. In den \]^ richten 
wir uns in der Zusammenarbeit mit unseren Partnern 
im Gesundheitswesen zustzlich an den Verhaltens-
kodizes der \]-amerikanischen Branchenverbnde 
PhRMA fr Pharmazieunternehmen sowie AdvaMed 
fr Medizintechnik-Hersteller aus. 

Forschung und Entwicklung 

Wenn Fresenius Medical Care neue medizinische 
Gerte oder pharmazeutische Produkte auf den Markt 
bringen will, sind wir gesetzlich verpflichtet, deren 
Wirksamkeit und Sicherheit anhand sogenannter klini-
scher Prfungen zu belegen und umfassend zu doku-
mentieren. Dies bedeutet: Die Neuentwicklung muss 
ber einen bestimmten Zeitraum im klinischen Umfeld 
bei einer Gruppe von Patienten angewendet werden. 
Zum Vergleich werden eine oder mehrere weitere 
Gruppen von Patienten mit bereits erhltlichen Pro-
dukten und Methoden behandelt, die dem aktuellen 
Stand der Forschung und Technik entsprechen. 

Fr unsere Branche gelten umfassende Richtlinien 
und Gesetze, die dafr sorgen sollen, dass im Rah-
men einer solchen Prfung keine ethischen Prin-
zipien verletzt, rzte und Einrichtungen, die die 
Prfung im Auftrag der Unternehmen durchfhren, 
sorgfltig nach ihrer Qualifikation ausgewhlt und 
wissenschaftlich saubere Methoden angewendet 
werden. Nach diesen Regelwerken richtet auch 
Fresenius Medical Care seine klinische Forschung 
aus. Dazu gehrt beispielsweise die Erklrung von 
Helsinki des Weltrztebundes, die grundlegende 
ethische Prinzipien der klinischen Forschung fest-
schreibt, sowie internationale Richtlinien wie Good 
Clinical Practice (O}h  auf Deutsch etwa gute 
klinische Praxis), auerdem die z\-Richtlinien fr 
Arzneimittel wie die Direktive UVVWUVz}, die z\- 
Medizinprodukte-Richtlinie Medical Device Directive 
dPffg und die t]Q-Norm WZWxx, die Kriterien festlegt, 
nach denen eine klinische Prfung durchzufhren 
und ein Prfbericht in der klinischen Forschung zu 
erstellen sind. Darber hinaus richten wir uns nach 
nationalen Gesetzen und Richtlinien wie dem Arz-
neimittelgesetz d^POg und dem Medizinproduktege-
setz dPhOg in Deutschland oder den Richtlinien der 
\]-amerikanischen Behrde fr Lebensmittel-und 
Arzneimittelsicherheit yf^ (Food and Drug Admi-
nistration). Eigene Handlungsanweisungen von 
Fresenius Medical Care fr die Mitarbeiter, soge-
nannte Standard Operating Procedures, fhren diese 
Richtlinien mit internen Vorgaben zusammen, damit 
eine klinische Prfung in unserem Auftrag ordnungs-
gem abluft und dokumentiert wird. Bevor eine 
Prfung berhaupt beginnen kann, mssen Ethik-
kommissionen in den jeweiligen Lndern unserem 
Antrag zustimmen. Dass sich Hersteller von medi-
zintechnischen und pharmazeutischen Produkten an 
diese Vorgaben halten, ist nicht zuletzt eine wich-
tige Voraussetzung dafr, dass sie ihre Forschungs-
ergebnisse in wissenschaftlichen Medien publizieren 
knnen. 

Tierversuche nutzen wir zur Zulassung von neuen 
Produkten und Therapieformen, soweit diese vom 
Gesetzgeber vorgeschrieben sind. Diese Untersuch-
ungen werden ausschlielich von externen 
Forschungseinrichtungen in anerkannten Versuchs-
laboren durchgefhrt und grundstzlich durch 
eine Ethikkommission fr Tierversuche gebilligt. 
Fresenius Medical Care fhrt keine eigenen Tier-


101 


versuche durch. Grundstzlich ist unsere Strategie, 
Tierversuche zu vermeiden und alternative Verfahren 
anzuwenden. 

Soziales Engagement 

Als Dialyseunternehmen ist es unser Ziel, die Lebens-
qualitt von Nierenpatienten kontinuierlich zu ver-
bessern. Dieses Ziel verfolgen wir auch ber unser 
Kernangebot von Produkten und Dienstleistun-
gen hinaus, indem wir uns auf vielfltige Art und 
Weise fr ein lebenswertes Leben mit der Dialyse, 
den Zugang von Patienten zu einer hochwertigen 
Behandlung und fr die gesundheitliche Aufklrung 
ber das chronische Nierenversagen einsetzen. 

Engagement fr die Lebensqualitt 
von Patienten 

Fresenius Medical Care arbeitet weltweit mit regio-
nalen und berregionalen Verbnden und Einrich-
tungen zusammen, die sich fr die Interessen von 
Dialysepatienten einsetzen. Darber hinaus entwi-
ckeln wir eigene Initiativen, um Patienten dabei zu 
untersttzen, ein gesnderes und aktiveres Leben 
zu fhren. In den \]^ zum Beispiel frdern wir das 
Renal Support Network, einen gemeinntzigen Ver-
band von und fr Patienten mit chronischem Nie-
renversagen, dessen Ziel es ist, Patienten und ihre 
Familien gesundheitlich aufzuklren, ihnen mehr 
Zuversicht im Lebensalltag zu geben und ihre Eigen-
initiative zu strken. In Brasilien untersttzen wir 
sowohl finanziell als auch fachlich die Fundao do 
Rim, eine gemeinntzige Stiftung, die sich speziell 
fr die Bedrfnisse junger Dialysepatienten zwi-
schen V und UW Jahren engagiert. Die Stiftung setzt 
sich gegenber Behrden und der ffentlichkeit 
fr eine angemessene Versorgung der Kinder und 
Jugendlichen mit Medikamenten ein sowie fr deren 
Zugang zu einer Nierentransplantation oder die Ein-
richtung von mehr pdiatrischen Dialyseeinheiten in 
Krankenhusern. Zugleich organisiert sie besondere 
Angebote fr die jungen Patienten wie Bewegungs-, 
Kunst-und Musiktherapiekurse und schult Eltern im 
richtigen Umgang mit der Krankheit ihrer Kinder. 
In Australien organisieren wir jhrlich gemeinsam 
mit einem Kinderkrankenhaus in Sydney das Kidney 
Kids Camp, ein Ausflugswochenende fr junge 
Peritonealdialyse-Patienten, bei dem sowohl fr 
Spiel und Spa als auch fr eine sichere Dialyse-
behandlung unter der Aufsicht professioneller 

Dialysefachkrfte gesorgt ist. Die Initiative soll den 
nierenkranken Kindern ein unbeschwertes Wochen-
ende mit Gleichaltrigen ermglichen und zugleich 
die Eltern entlasten, die normalerweise die Behand-
lung durchfhren. 

In Kolumbien haben wir eine eigene Stiftung ge-
grndet, um die Gesundheit und das Wohlbefinden 
unserer Patienten auch ber die eigentliche Dialyse-
behandlung hinaus zu frdern. Die Fundacin 
Fresenius finanziert sich aus Spenden der Wirt-
schaft, unserer Mitarbeiter und von Privatpersonen; 
in regelmigen Berichten legen wir Rechenschaft 
ber die Verwendung dieser Mittel ab. Im Berichts-
jahr haben wir unsere ffentlichkeitsarbeit fr die 
Stiftung ausgeweitet, um noch mehr Spenden zu 
gewinnen und damit die Palette von Leistungen fr 
die Patienten zu erweitern. Wir haben UVWV zum Bei-
spiel ber ..rVV Patienten regelmig eine gesunde 
warme Mahlzeit angeboten und monatlich mehr als 

U.ZVV  und damit rund ZV .  unserer Patienten 
kostenlose Fahrten zwischen ihrem Zuhause und 
dem Dialysezentrum ermglicht. Auerdem fan-
den gemeinsame Unternehmungen wie Ausflugs-
fahrten, kulturelle Veranstaltungen, Bastelkurse 
oder eine Halloween-Feier fr nierenkranke Kinder 
statt. Besonders bedrftige Patienten haben wir mit 
Lebensmitteln versorgt. Fr mittellose Peritonealdia-
lyse-Patienten, die zu Hause nicht ber ausreichend 
Platz verfgen, um eine sichere Behandlung durch-
zufhren, errichteten wir spezielle Zelte und lieen 
die Patienten durch eine Dialysefachkraft in der 
sicheren Nutzung und ordnungsgemen Reinigung 
dieser Zelte schulen. 
Rund rx . Prozent unserer Patienten in Argenti-
nien  das geht aus ihren Anmeldedaten hervor 

 haben keinen Primrschulabschluss, den man 
in dem Land nach sieben Jahren erwirbt. Welche 
konkreten Schwierigkeiten sich daraus im Alltag 
ergeben, trat insbesondere in Kunsttherapie-und 
Erzhlworkshops mit den Patienten zutage. Der 
niedrige Bildungsstand schrnkt ihre Lebensqualitt 
zustzlich ein: Er erschwert ihnen, auf einem ohne-
hin angespannten Arbeitsmarkt eine Beschftigung 
zu finden, und verstrkt typische Schwierigkeiten 
im Leben mit der Dialyse, allen voran das diszipli-
nierte Einhalten des Behandlungsplans und die Ein-
nahme von Medikamenten. Um diesen Patienten 
Fresenius Medical Care 2010 


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2.7 Verantwortung 
Fresenius Medical Care 2010 

neue Chancen zu erffnen und ihre Eigeninitiative 
zu strken, haben wir ein gemeinsames Projekt mit 
dem Bildungsministerium der Provinz Buenos Aires 
gestartet: Das Ministerium entsendet Lehrer aus sei-
nem Programm fr die Erwachsenenbildung in vier 
unserer Dialysekliniken. Von diesen Lehrern wurden 
im Jahr UVWV rund wV unserer Dialysepatienten mit 
der Aussicht unterrichtet, dass sie ihren Schulab-
schluss nachholen knnen. Ein Fokus liegt auf dem 
Lesen und Schreiben, das viele der teilnehmenden 
Patienten nicht sicher beherrschen. Im Berichtsjahr 
haben wir mit einer Feier den ersten erfolgreichen 
Primrschulabsolventen gratuliert; wir wollen das 
Projekt im laufenden Geschftsjahr auf andere Kli-
niken ausweiten. 

Spenden und Notfallhilfe 

In Krisensituationen sowie fr Einrichtungen, die 
rasch konkrete Hilfe bentigen, spenden wir Geld, 
Dialysegerte und medizinisches Zubehr. Wie 
schon bei den schweren Erdbeben in Italien und 
China in den vergangenen Jahren, schickten wir 
Anfang des Jahres UVWV Hilfsmittel zur Versor-
gung von Dialysepatienten auch nach Haiti. Wir 
spendeten rund zwlf Tonnen Dialysegerte und 
-zubehr, die wir per Schiff und mit einem gechar-
terten Frachtflugzeug transportierten. Auerdem 
bernahmen wir eine fhrende Rolle bei der Orga-
nisation der Hilfsleistungen des Nothilfe-Bndnis-
ses der \]-amerikanischen Dialysebranche, .}z. 

siehe Seite JJ und Magazin ab Seite K[. Mehrere 
Klinikschwestern und -pfleger von Fresenius Medical 
Care leisteten zudem als Ehrenamtliche auf eigene 
Initiative fr verschiedene gemeinntzige Einrichtun-
gen medizinische Nothilfe in Haiti. In Brasilien spen-
deten wir im Berichtsjahr Hmodialysegerte an die 
neue Abteilung fr pdiatrische Nephrologie eines 
Krankenhauses in Rio de Janeiro. Dank dieser Gerte 
knnen Kinder mit chronischem Nierenversagen, die 
aus anderen Grnden in dem Krankenhaus behan-
delt werden mssen, ihre Dialysetherapie fortsetzen. 

Frderung von Wissen und Weiterbildung 

Fresenius Medical Care organisiert und frdert 
weltweit wissenschaftliche Konferenzen und Fort-
bildungen mit internationalen Experten der Nieren-
heilkunde fr rzte und Dialysefachkrfte und trgt 
so zur Qualitt in der Dialyse bei. Dies gilt insbeson-
dere fr Regionen, in denen moderne gesundheitliche 

Versorgungsstandards derzeit noch entwickelt wer-
den. Ein Beispiel fr dieses Engagement finden Sie 
in unserem Magazin ab Seite )Z. Zudem beteiligen 
wir uns an Projekten, die junge Mediziner fr die 
Nierenheilkunde begeistern und den Nachwuchs 
in diesem Bereich frdern sollen. In Brasilien zum 
Beispiel haben wir im Berichtsjahr eine Initiative der 
nationalen Gesellschaft fr Nephrologie untersttzt: 
Medizinstudenten am Ende ihrer Ausbildung wurden 
fr Forschungsprojekte ausgezeichnet, in denen sie 
Lsungen fr eine bessere Prvention chronischer 
Nierenleiden in der Bevlkerung erarbeitet haben. 
Auch in Venezuela organisieren wir nephrologische 
Fachkonferenzen fr rzte und Medizinstudenten. 
Im Rahmen einer Vereinbarung mit der Hochschule 
Universidad Central de Venezuela vergeben wir 
zudem klinische Praktika in der Dialyse an Studenten 
der Krankenpflege. 

Projekte fr eine bessere Patientenversorgung 

Darber hinaus beteiligen wir uns an lokalen Pro-
jekten fr eine bessere Versorgung von Dialyse-
patienten. Von UVVw bis Ende UVWV haben wir 
beispielsweise in einem Public-Private-Partnership-
Projekt siehe auch Seite G)K mit der indonesischen 
Gesellschaft fr Nierenheilkunde, Pernefri, und einer 
Entwicklungsbank zusammengearbeitet. Ziel dieses 
Projekts war es, den Zugang zu Dialysebehandlun-
gen sowie die Behandlungsqualitt im lndlichen 
Indonesien zu verbessern. Im Rahmen der Part-
nerschaft erweiterten wir die Dialyseeinheiten von 
vier ffentlichen Krankenhusern um insgesamt ZV 
Hmodialysegerte und vier Wasseraufbereitungs-
anlagen. Auf diese Weise entstanden insgesamt 
Kapazitten fr rund UZV zustzliche Patienten, die 
zuvor aufgrund der fehlenden Infrastruktur nicht 
htten behandelt werden knnen. Zudem bildeten 
wir gemeinsam mit Pernefri UV Internisten sowie .V 
Krankenschwestern und -pfleger auf dem Gebiet der 
Dialyse aus. Dieses Engagement wollen wir knftig 
in hnlichen Projekten fortsetzen. 

Das Renal Research Institute, ein Joint Venture von 
Fresenius Medical Care Nordamerika mit einem 
Krankenhaus in New York, ist Partner der Sustainable 
Kidney Care Foundation. Diese Stiftung frdert 
Projekte in Tansania, Afrika, in denen Patienten 
mit akutem Nierenversagen in Regionen ohne eine 
bestehende Versorgungsstruktur Zugang zu einer 


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Dialysebehandlung erhalten. Das akute Nierenver-
sagen tritt dort hufig infolge anderer schwerer 
Erkrankungen wie et. oder Tuberkulose auf. 

Sensibilisierung der breiten ffentlichkeit 

Nicht zuletzt beteiligt sich Fresenius Medical Care 
auch an der gesundheitlichen Aufklrung der brei-
ten ffentlichkeit. In Taiwan zum Beispiel organi-
sieren wir jhrlich gemeinsam mit der nationalen 
Gesellschaft fr Nierenheilkunde und mehreren 
Krankenhusern eine Aufklrungsveranstaltung, die 
das Bewusstsein der Bevlkerung fr einen gesun-
den Lebensstil schrfen und die Frherkennung von 
Nierenerkrankungen frdern soll. In den \]^ haben 
wir UVWV erneut die Kidney Walks sowie weitere 
Sportveranstaltungen und Spendenaktionen unter-
sttzt, die die National Kidney Foundation (Nati-
onale Nierenstiftung der \]^) in allen Teilen des 
Landes organisiert. Auch die Kidney Walks sollen 

die ffentlichkeit fr die Symptome einer chroni-
schen Nierenerkrankung sensibilisieren. Die Spenden 
kommen der Arbeit der Stiftung zugute, die neben 
gesundheitlichen Aufklrungsangeboten auch For-
schungsstipendien fr rzte auf dem Gebiet der 
Nierenheilkunde vergibt, die Interessen von Dialyse-
patienten in der ffentlichkeit vertritt, die nephrolo-
gische Forschung frdert und sich fr Organspenden 
einsetzt, damit mehr Patienten eine Nierentransplan-
tation erhalten knnen. In Brasilien haben wir UVWV 
anlsslich des weltweiten World Kidney Day ( Tag 
der Niere ) verschiedene Aufklrungsinitiativen fr 
unsere Mitarbeiter, Patienten und fr die ffent-
lichkeit gestartet; unter anderem organisierten wir 
Vortrge ber die Funktion der Niere, eine gesunde 
Ernhrung sowie Herz-und Gefkrankheiten und 
boten kostenlose Blutdruckmessungen und Glukose-
tests zur Erkennung von Diabetes an. 

Fresenius Medical Care 2010 


